MEDIZIN

Kleine Pia aus Teterow erträgt tapfer Behandlungen gegen ihren Krebs

Zwischen den Therapien will die Familie mit ihr schöne Tage verbringen. Noch immer berührt das Schicksal des todkranken Mädchens viele Menschen.
Im Moment geht es Pia recht gut. Sie strahlt wieder, freuen sich Mutter Mandy (links) und Freundin Susanne Conrath.
Im Moment geht es Pia recht gut. Sie strahlt wieder, freuen sich Mutter Mandy (links) und Freundin Susanne Conrath. Kirsten Gehrke
Teterow ·

Es wird noch ein langer Weg. Das weiß auch Pia. Ihre Mutter Mandy sagt sogar, dass für ihre Tochter der Kampf gegen den Krebs erst jetzt so richtig beginnt. Die Ängste sind nach zwei Operationen nicht kleiner geworden. Doch im Moment geht es der Siebenjährigen gut, sie strahlt sogar und hat ein bisschen Farbe im Gesicht bekommen. Die Haare fangen an, wieder zu wachsen. Mandy geht das Herz auf, wenn sie Pia jetzt so lachen sieht. Sie genießt jeden glücklichen Tag. Eine Strahlentherapie mit Metaiodobenzylguanidin (MIBG) hat die kleine Teterowerin ohne große Nebenwirkungen überstanden. Gerade erst ist sie aus Rostock zurück. In der Uniklinik dort war das Tumorgewebe quasi „von innen“ bestrahlt worden, um die Krebszellen radioaktiv zu zerstören. Seit dieser Infusion ist die 7-Jährige gut drauf.

Zwei Operationen in Spezialklinik in Tübingen

Im Februar war bei Pia ein Neuroblastom entdeckt worden. Der Krebs hatte sich im Brustkorb ausgebreitet und die Wirbelsäule sowie Luftröhre umschlungen. In zwei Operationen in einer Spezialklinik in Tübingen konnte der Tumor nicht vollständig entfernt werden, weil die Gefahr zu groß war, in der Mobilität eingeschränkt zu werden. Die Reste der Geschwulst in Brustkorb und an der Luftröhre sind noch zu 80 Prozent aktiv. Ohne weitere Therapien droht der Krebs wieder zu wachsen. Pia muss weiter kämpfen.

Noch mal mit dem Feuerwehrauto fahren

Die jüngste Strahlentherapie war nur der Anfang. In wenigen Wochen muss das tapfere Mädchen erneut ins Krankenhaus, diesmal nach Greifswald, wo ihr eine hochdosierte Chemotherapie bevorsteht. Vor der hat auch Mandy Angst. „Für fünf bis sechs Wochen werden wir dann isoliert sein, dürfen mit niemand direkten Kontakt haben“, sagt die 28-Jährige. Die Chemo werde Pias Immunsystem zerstören. „Das wird hart.“ Härter als die Klinikaufenthalte bei den beiden Operationen.

Doch noch wollen Mutter und Tochter nicht daran denken. Die Zeit bis dahin möchten sie sich in Familie schön machen. Spontan entschlossen sie sich, am Wochenende für einen Kurzurlaub nach Berlin zu reisen. Pia liebt es, mit dem Zug zu fahren, wünscht sich einen Besuch in der Ausstellung „Körperwelten“ und bei Madame Tussaud. Sie kann es kaum erwarten. Auch möchte sie vor Greifswald noch Riesenrad fahren und noch einmal mit einem Feuerwehrauto der Teterower Wehr. „Die Kameraden haben zugesagt, dass wir jederzeit vorbeikommen können“, sagt Mandy. Ohnehin habe sie in den vergangenen Monaten von so vielen Menschen Hilfe bekommen. Seitdem im Juli ihre Freundin Susanne Conrath eine Spendenaktion ins Leben gerufen hatte, löste dies eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.

So viele Menschen wollen helfen

Die Geschichte von Pia berührt weiter viele Menschen. Nach den Nordkurier-Berichten werde sie immer wieder angesprochen, sagt Susanne Conrath. „Viele Leute wollen weiter spenden.“ Es seien sogar Menschen auf sie zugekommen, die Weihnachtsaktionen organisieren wollen. Es sei der Wahnsinn, dass so viele so toll auf ihre Spendenaktion reagiert haben. Alles war aus der Not heraus entstanden, weil trotz Solidargemeinschaft ohne das Spendengeld die Kosten den Rahmen sprengen würden. Krank sein sei teuer. „Wir wollen uns bei allen Spendern bedanken“, sagt sie. Nur dank ihnen sei es möglich, Pia Lebensfreude zu schenken. „Und darum geht es“, erklärt Mandy.

Gemeldet hat sich inzwischen auch der Verein „Uckermark gegen Leukämie“, der auch in Mecklenburg-Vorpommern tätig ist. Der unterstützt krebskranke Menschen und deren Angehörige. Über das Hilfsangebot hat sich Mandy gefreut, vor allem darüber, dass der Verein Pias größten Traum miterfüllen möchte: eine Kreuzfahrt auf einem Schiff wie der Aida. Dass dieser wahr werden könnte, löst bei Pia leuchtende Augen aus. Sie möchte einfach nur mal weg, nur auf dem Wasser sein und nicht ins Krankenhaus müssen, verrät sie. Doch wollen sich Verein und Familie erst näher kennenlernen. Denn auch auf andere Weise will der Verein zwischen den Therapiephasen helfen. Wenn Pia zur Chemo nach Greifswald muss, wird es auch für Bruder Janosch nicht leicht. Er muss dann für Wochen auf die Mutter verzichten.

Bruder Janosch will seine kleine Schwester beschützen

„Janosch geht eigentlich ganz gut mit der Krankheit seiner Schwester um“, findet Mandy. Er versuche sich, mit Freunden abzulenken, spreche in der Jugendfeuerwehr offen darüber, es sei kein Tabu. Sie wolle, dass Janosch ganz normal mit Pia umgeht, er solle Kind bleiben. Aber sie merke auch, dass er seine kleine Schwester beschützen will. Ein Bild habe ihr das besonders vor Augen geführt, wie er im Schlaf seine Schwester festhalte. Als Geschwister seien sie sich nähergekommen. Für sein Alter zeige er viel Verständnis, eigentlich schon zu viel, meint Mandy. Wenn Pia Wünsche erfüllt werden, dann werde er immer mit einbezogen.

Bei der Ostseesparkasse ist ein Spendenkonto eingerichtet auf Pia Alicia Schröder: Kontonummer: DE29 1305 0000 1041 5151 18, Kennwort: Krebshilfe Pia

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