Das vor mehr als zwei Wochen ausgebüxte Känguru Jumper verträgt die aktuellen Minusgrade ganz gut.
Das vor mehr als zwei Wochen ausgebüxte Känguru Jumper verträgt die aktuellen Minusgrade ganz gut. Armin Weigel
Wallaby ausgerissen

Kleines Känguru trotzt im Wald den Minusgraden

Seit rund zwei Wochen lebt Kleinkänguru Jumper wohl schon in einem Wald nahe Wattmannshagen. Das Tier wieder einzufangen, dürfte nicht leicht werden.
Wattmannshagen

Obwohl tagsüber strahlend schöner Sonnenschein herrscht, sind die Nächte mit Temperaturen unter der Null-Grad-Grenze ziemlich eisig. Könnte diese Kälte auch Jumper, dem ausgebüxten Wallaby-Kleinkänguru, zusetzen? Es war nach dem starken Sturm vor etwa zweieinhalb Wochen aus seinem beschädigten Gehege in Wattmannshagen weggelaufen und hält sich zur Zeit in einem Wald im Nachbarort Roggow/Neu Krassow auf.

Mehr zum Thema: Weggelaufenes Känguru muss sich vor dem Wolf hüten

Doch Kängurus können das ab. Wie Dirk Longino, Inhaber des Tiererlebnisparks „Müritz” und Besitzer mehrerer Kängurus erklärt, können Kängurus locker tiefe Minusgrade aushalten. Er habe seit 20 Jahren Kängurus und die sind zu jeder Jahreszeit in ihrem Außengehege. Und da hätten sie in der Vergangenheit so manch kalten Winter überstanden. Er schätzt, dass auch dass weggelaufene Wallaby die Minusgrade in der Nacht aushält.

Keine Gefahr für Menschen

Eine Gefahr für den Menschen seien Wallabys übrigens nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man vor ihnen steht. Wenn man sie jedoch versucht, mit der Hand zu greifen, können sie stark treten, erläutert Longino. Allerdings müsse es auch erst einmal gelingen, das Tier zu packen.

Lesen Sie auch: Ausgebüxtes Känguru lebt jetzt im Wald

„Es sind Fluchttiere”, sagt Longino mit Blick auf ihr wahrscheinliches Verhalten in einer Fang-Situation. Zudem könnten die Tiere in einer Paniksituation sehr hoch springen, unter Umständen sogar über kleine Menschen hinweg. Der Tierbesitzer Michael Nüchter hofft derweil, dass Jumper bald wieder auf seinem Grundstück herumspringt.

In der Vergangenheit gab es immer wieder mal Schlagzeilen über weggehüpfte Kängurus. In Schleswig-Holstein war Wallaby Freddy Ende Februar verschwunden, erst vor drei Tagen konnten zwei Mädchen und ein Tierarzt Freddy wieder einfangen. 2021 war im September in Delmenhorst ein Känguru auf einer Kuhweide entdeckt worden, das schon im Juli abgehauen war. Ein halbes Jahr lang war Känguru Skippy in Bayern immer wieder gesichtet worden. Wo es genau herkam, konnte nicht geklärt. Am Ende starb Skippy im Oktober an einer schweren Beinverletzung.

Heimweh - der Newsletter für Weggezogene

Der wöchentliche Überblick für alle, die den Nordosten im Herzen tragen. Im kostenfreien Newsletter erzählen wir jeden Montag die Geschichten von Weggezogenen, Hiergebliebenen und Zurückgekehrten und zeigen, wie die Region sich weiterentwickelt.

Jetzt schnell und kostenfrei anmelden!

zur Homepage