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Höhle seit Eiszeit bewohnt

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Öffentliche Exkursion zur Knochen-Höhle von Malchin geplant

Ein Bagger legt die Erdschichten des weitläufigen Bautensystems in der Nähe von Malchin frei. Forscher gehen davon aus, dass es seit der letzten Eiszeit nahezu durchgängig bewohnt war.
Ein Bagger legt die Erdschichten des weitläufigen Bautensystems in der Nähe von Malchin frei. Forscher gehen davon aus, dass es seit der letzten Eiszeit nahezu durchgängig bewohnt war.
Torsten Bengelsdorf

300.000 Knochen wurden in einem Wald bei Malchin entdeckt - eine Sensation, die 50 Jahre geheim gehalten wurde. Jetzt wird das seit der Eiszeit bewohnte unterirdische Bautensystem erneut untersucht und bald auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Gut 50 Jahre nach ihrer Entdeckung wird seit Dienstag ein in Mitteleuropa einmaliges unterirdisches Bautensystem in einem Waldstück bei Malchin erneut untersucht. Die weitläufigen Gänge und Kessel waren vermutlich mehr als 10.000 Jahre von Tieren wie dem Dachs bewohnt, der seine Beutetiere in das Versteck schleppte. Bei den ersten Ausgrabungen waren mehr als 300.000 Knochen verschiedener kleiner Wirbeltiere entdeckt worden, darunter auch von ausgestorbenen Arten wie dem Eiszeitziesel. Der Fall hatte auch für Schlagzeilen gesorgt, weil jahrzehntelang nur ein paar Wissenschaftler über die sensationelle Entdeckung Bescheid wussten.

Der Förderverein des Berliner Naturkunde-Museums, das die Knochen aufbewahrt, will in den nächsten Tagen vor allem die Erdschichten des Bautensystems erkunden, um so neue Erkenntnisse über das Alter der hier entdeckten Tierreste zu bekommen. Noch im September soll dann eine öffentliche Exkursion zu der Fundstelle organisiert werden, die bis dahin noch geheim gehalten wird.