Motoball

"Kobra"-Fans bedauern Rückzug aus Malchin

Die Ankündigung des Motoball-Klubchefs, künftig in der Speedway-Arena von Teterow die Heimspiele auszutragen, schlägt hohe Wellen. Immerhin hat der „Fußball auf Motorrädern” in Malchin eine lange und stolze Tradition.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Malchins „Kobras“ tragen ihre Heimspiele bisher in der Waldarena aus. Der Platz muss allerdings vor jeder Begegnung
Malchins „Kobras“ tragen ihre Heimspiele bisher in der Waldarena aus. Der Platz muss allerdings vor jeder Begegnung erst einmal mit der Vereins-Technik bearbeitet werden. Torsten Bengelsdorf
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Malchin.

Mit Verwunderung hat der Motorsportclub (MSC) „Kobra“ auf das Angebot des Malchiner Waldarena-Veranstalters Reinhard Hassemer reagiert, den Motoballern nun doch einen Hauptmietvertrag für das Areal anbieten zu wollen. Hassemer hatte gegenüber dem Nordkurier seine Bereitschaft erklärt, den Hauptmietvertrag an die „Kobras“ abzutreten, wenn alle anderen Veranstaltungen wie das Biker- oder das Lkw-Treffen in der Waldarena bleiben können. „Ich fühle mich veräppelt“, schrieb Klub-Chef Thomas Weggen am Mittwoch auf der Facebook-Seite des „Kobra“-Motorsportclubs. Noch am Vortag habe er ein Schreiben der Stadt Malchin erhalten, in dem es hieß, dass der Hauptpächter Toni Hassemer einer Auflösung des bestehenden Miet- und Pachtvertrages nicht zustimme. Daraufhin hatte Weggen dem Nordkurier erklärt, nun keine andere Möglichkeit mehr zu sehen, als das Angebot aus Teterow anzunehmen. Was heißt: Die Spiele des MSC sollen künftig in der Teterower Speedway-Arena ausgetragen werden.

Der Klub hatte im Juni in einem Schreiben an die Stadt Malchin beantragt, Hauptpächter der Waldarena zu werden, was für die „Kobras“ Voraussetzung sei, um an Fördermittel zu kommen, die den Verein am Leben halten.

Bedauern im Internet

Dass der Motoball von Malchin nach Teterow umziehen soll, sorgte am Mittwoch auch für einige Kommentare auf der Facebook-Seite. So erinnert Hartmut Muff an die ersten Jahre des Motoballs in Malchin, als die Begegnungen noch auf dem Sportplatz in der Lindenstraße ausgetragen wurden. „Die Mannschaft war der Stolz der Stadt und Spitze in der ehemaligen DDR. Und die Jungs der Mannschaft trugen den Namen der Stadt überall hin und haben ihre gesamte Freizeit geopfert“, schreibt Hartmut Muff. Aber jetzt sehe es danach aus, dass nicht der Sport im Vordergrund stehe, sondern Einzelinteressen an einem Stück Erde zur Gewinnerzielung.

„Ich hoffe weiterhin, dass die Kobras in Malchin bleiben können. Alles andere wäre schade“, findet Anika Vedder. Manja Wenzlaff sieht es dagegen so: „Manchmal tun Veränderungen auch gut. Und wenn einem keine andere Möglichkeit bleibt, als sich ständig zu ärgern und auf Veränderung zu hoffen... Schön, dass eine andere Stadt Hilfe anbietet. Nur traurig für Malchin.“

Klub-Chef Weggen wiederholte am Mittwoch noch einmal, dass es aus seiner Sicht keine Alternative zu dem Wechsel nach Teterow gibt. „Soll der Verein weiter am Leben erhalten werden, müssen wir den Weg nach Teterow gehen. Mir ist bewusst, dass nicht jeder diesen Weg mitgehen wird.“ Andererseits sei er aber auch bereit, an einer Lösung zu arbeiten, in der Waldarena zu bleiben. „Auch hier bin ich weiterhin offen, wenn jemand eine Idee hat, die ich dann der Stadt Malchin vortragen werde“, so Weggen in seiner Facebook-Stellungnahme.

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