FALSCH GESCHÄTZT

Kosten für Dach im Schwimmbad Malchin gehen durch die Decke

Die Finanzierung des riesigen Schiebedaches für das Schwimmbad Malchin schien bereits gesichert - 792.000 Euro steuerte der Bund überraschend bei. Doch bei der ersten Kostenschätzung für die in Deutschland offenbar einzigartige Konstruktion hatte man das Fundament und die Mehrwertsteuer vergessen.
Ein solches Schiebedach soll Malchins größte Badewanne abdecken. Die geschätzten Kosten liegen jetzt bei 1,45
Ein solches Schiebedach soll Malchins größte Badewanne abdecken. Die geschätzten Kosten liegen jetzt bei 1,45 Millionen Euro. AB9-COSMOSYLE
Malchins Schwimmbad erwartet in diesen Tagen seine letzten Besucher für dieses Jahr. Nur noch bis zum 15. September geht
Malchins Schwimmbad erwartet in diesen Tagen seine letzten Besucher für dieses Jahr. Nur noch bis zum 15. September geht in Malchin die Badesaison. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Das geplante Schiebedach, das das Peenebad in Malchin wetterunabhängiger machen soll, so dass es dann vielleicht auch einmal länger geöffnet bleiben könnte, schlägt jetzt hohe Wellen. Für die Konstruktion aus Glaselementen liegt jetzt eine neue Kostenschätzung vor – und die hat es in sich.

Noch bevor im Frühjahr der erste Gast baden ging, hatte Malchin eine Förderzusage in Höhe von 792.000 Euro aus einem Bundesprogramm für das Schiebedach bekommen, das insgesamt 880.000 Euro kosten sollte. Damit schien die Finanzierung gesichert. Doch das war einmal. Mittlerweile geht die Stadt von Kosten in Höhe von 1,45 Millionen Euro aus, wie Bürgermeister Axel Müller (CDU) am Montagabend den Bau-Ausschuss informierte.

Nicht berücksichtigt seien bei der ersten Rechnung die Fundamente für die Schiebevorrichtung gewesen, die mit über 100.000 Euro zu Buche schlagen. Auch die anfallende Mehrwertsteuer sei bisher nicht mit berechnet worden. Müller hofft nun auf einen Investitionszuschuss vom Seenplatten-Landkreis in Höhe von 150.000 Euro sowie auf 300.000 Euro aus dem Sportfördertopf des Landes.

Ausschreibung muss öffentlich sein

Die Stadt müsse sich allerdings auch darauf einstellen, die vom Bund zugesagten Fördergelder größtenteils erst einmal auszulegen, denn die Fördermittel fließen auf fünf Jahre verteilt, wie Bürgermeister Müller inzwischen einräumte. Auch wenn die Stadt mit einer französischen Herstellerfirma verhandelt, so müsse der Bau der Überdachung dann doch noch öffentlich ausgeschrieben werden. In Deutschland sucht man nach Angaben von Axel Müller ein Schiebedach solcher Größenordnung über einem Freibad bisher vergeblich. Die nächsten derartigen Referenzobjekte seien in Österreich und Frankreich zu finden.

Trotz der höheren Kosten: Dass das Pool-Dach für Malchin eventuell nun doch eine Nummer zu groß ist und die Stadt lieber die Finger davon lassen sollte, davon ist bisher noch nichts zu hören. Lediglich Engelhardt Kelm (AfD) sprach im Bau-Ausschuss von einer sehr aufwändigen technischen Lösung, bei der die Kosten viel zu hoch seien. Er hoffe, dass sich bei der Ausschreibung auch ein deutsches Unternehmen melden wird.

Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist derzeit noch unklar. „Wir wollen aber nicht, dass das Schwimmbad während der Bauphase geschlossen wird. Entweder machen wir es also vor der Saison oder danach“, sagte Bürgermeister Müller.

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