VERBRENNUNG IN STAVENHAGEN

Kraftwerksbetreiber gibt Klärschlamm-Pläne noch nicht auf

Kann Stavenhagen die Stadt Rostock als Standort einer Klärschlammverbrennung ausbooten? Beim Unternehmen EEW muss man sich noch gedulden.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Neben dem Stavenhagener EEW-Heizkraftwerk könnte nach den Vorstellungen des Unternehmens eine Anlage für die Verbrennung von Klärschlamm entstehen.  
Neben dem Stavenhagener EEW-Heizkraftwerk könnte nach den Vorstellungen des Unternehmens eine Anlage für die Verbrennung von Klärschlamm entstehen. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Beim Unternehmen EEW schaut man in diesen Tagen gespannt in Richtung Rostock. Man hofft noch immer, sich mit seinem Standort in Stavenhagen als Alternative für die geplante Klärschlammverbrennungsanlage in der Hansestadt präsentieren zu können. Doch bisher hat die Rostocker Bürgerschaft sich nicht entschieden.

Die Abgeordneten verschoben die Entscheidung am Mittwochabend auf den 5.  März. Sie vertagten ihr Votum, weil noch zu viele Fragen offen sind. Man wolle sich erst eine solche Verbrennungsanlage in Zürich (Schweiz) anschauen will, teilte Ulrich Jacobs, Geschäftsführer der Klärschlamm-Kooperation MV, mit.

Geschäftsführer rechnet mit 18 Gesellschaftern

In der Rostocker Verbrennungsanlage soll der Schlamm von 15 oder mehr Wasserzweckverbänden oder Stadtwerken verbrannt werden. Ziel ist die Rückgewinnung von Phosphor. 15  Gesellschafter seien schon dabei – darunter auch die Stadt Dargun, der Zweckverband Wasser/Abwasser Mecklenburgische Schweiz und der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen. Neubrandenburg und Neustrelitz wollten sich beteiligen. Und auch in Friedland denke man laut Geschäftsführer über einen Anschluss nach.

Trotz der Vertagung durch die Bürgerschaft sieht Jacobs die Baupläne in Rostock nicht in Gefahr. „Der Standort in Rostock ist am besten geeignet“, betonte er. Die Vorteile lägen auf der Hand: Die größte Menge Schlamm falle in Rostock an und müsse nicht mehr weit transportiert werden. Die Kläranlage in der Nachbarschaft könne gleich die Abwässer übernehmen. Und auch die Wärme aus der Verbrennungsanlage könne in der Nähe in das Fernwärmenetz eingespeist werden.

Unternehmen plant weiter

Falls es doch mit Rostock nicht klappen sollte, gebe es noch zwei weitere mögliche Standorte, die fast gleichrangig wären, meinte Jacobs. Welche das sind, sagte er nicht. Stavenhagen gehöre aber nicht dazu.

EEW prüft und plant indes weiter den Bau einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage in Stavenhagen, teilte ein Sprecher mit. Bei der Genehmigungsbehörde hatte man schon einen erfolgreichen Vorplanungs-Termin. Auch Planer für eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Gutachter seien bereits gebunden worden.

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