Rentnerin fast erstickt
Hat die Leitstelle den Rettungswagen zurecht verweigert?

Im Seenplatte-Landkreis gibt es Irritationen um die Rettungsleitstelle.
Im Seenplatte-Landkreis gibt es Irritationen um die Rettungsleitstelle.
Stephan Jansen

Das Vorgehen der Rettungsstelle im Fall einer 88 Jahre alten Stavenhagenerin hatte Fragen aufgeworfen. Jetzt hat sich der Kreis-Dezernent geäußert.

Der Seenplatten-Landkreis hat nun doch den Fall einer schwer erkrankten 88-jährigen Frau aus Stavenhagen geprüft, für die die Leitstelle keinen Rettungswagen geschickt, sondern lediglich auf den Hausarztbereitschaftsdienst verwiesen haben soll. Der Sohn hatte die Frau daraufhin nach eigener Auskunft selbst ins Krankenhaus gefahren, wo sie sofort stationär aufgenommen worden sei.

Während die Kreisverwaltung auf Nordkurier-Nachfrage keine Veranlassung sah, dem Fall nachzugehen, äußert sich nun Dezernent Thomas Müller auf eine Anfrage des Kreistagsabgeordneten Peter Ritter (Die Linke), der den Vorfall aufgegriffen hatte. Laut Müller habe der Disponent in der Leitstelle korrekt gehandelt. „Der Mitteleinsatz war in Bezug auf die in der Abfrage geschilderte Symptomatik ebenfalls korrekt“, teilt Müller mit.

Der Leiter des Kreisordnungsamtes werde in der nächsten Woche bei der Sitzung des Kreis-Ausschusses für Ordnung und Sicherheit anwesend sein und Fragen „im rechtlich zulässigen Rahmen“ beantworten, so Müller. Peter Ritter zeigte sich über die knappe Auskunft des Dezernenten erstaunt.

Die Leitstelle hatte in den vergangenen Tagen immer wieder für Verwunderung gesorgt. So war am vergangenen Wochenende die Feuerwehr bei einem Hausbrand in Ritzerow zunächst nach Galenbeck geschickt worden. Wie es dazu kommen konnte – diese Frage ließ die Kreisverwaltung in dieser Woche unbeantwortet. Zuvor hatte die Leitstelle bei einem Krankentransport versehentlich die Malchiner statt die Demminer Feuerwehr alarmiert. Für Diskussionen sorgte in diesem Fall bei den Feuerwehren aber vor allem, dass die Kameraden für den Transport eines schwergewichtigen Patienten in seine Wohnung überhaupt alarmiert wurden.