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Kripo ermittelt im Verborgenen

Die Polizei sucht nach dem Überfall auf den Inhaber dieses Tetererower Geschäfts Zeugen, will zum Stand der Ermittlungen aber nichts sagen.
Die Polizei sucht nach dem Überfall auf den Inhaber dieses Tetererower Geschäfts Zeugen, will zum Stand der Ermittlungen aber nichts sagen.
Eberhard Rogmann

Die Tat erschütterte vor knapp einer Woche Teterow. Wie nah ist die Kripo den Tätern – es soll sich um vier junge Männer handeln – auf den Fersen? Die Polizei zögert jedoch, etwas zum Stand der Ermittlungen preiszugeben.

Wer sind die vier Männer, die vor knapp einer Woche einen vietnamesischen Geschäftsmann in Teterow brutal zusammenschlugen? Unmittelbar nach der Bluttat hatte die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Doch wie weit die Beamten der Lösung des Falles seitdem näher kamen, darüber hüllt die Polizeiinspektion Güstrow sich in Schweigen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würden keine weiteren Informationen zum Stand der Ermittlungen in diesem Fall bekannt gegeben, wiegelte ein Sprecher am Dienstag auf Nordkurier-Nachfrage ab.

Am Montag hieß es noch, dass Kriminalisten im Tagesverlauf erstmals mit dem Opfer sprechen würden. Der Verletzte wird in einer Klinik in Rostock behandelt. Er hatte schwere Kopfverletzungen erlitten und war zunächst nicht vernehmungsfähig. Mittlerweile sei er ansprechbar und es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Ob die Befragung Hinweise auf die Täter ergab, lässt der Polizeisprecher aber offen.

Völlig unklar ist derzeit auch noch das Motiv der Gewalttat. Ein Raubüberfall erscheint wenig wahrscheinlich. Die in dem Geschäft gehandelten Geschenk- und Haushaltsartikel geben wenig Anlass, hier große Umsätze und damit viel Bargeld in der Kasse zu erwarten. Für solche Fälle ist auch der Aufmarsch von gleich vier Tätern untypisch. Ebenso wenig passt der Fall in das Muster, nach dem vor knapp drei Monaten ein Uhren- und Schmuckgeschäft in der Stadt ausgeraubt wurde, wie aus Kreisen der Polizei verlautet.

Nicht auszuschließen sind Beweggründe, die Fremdenhass entspringen. Warum sich dieser allerdings in einer solchen Brutalität entlud, bleibt rätselhaft. Der 53-jährige Geschäftsmann betreibt seinen Laden schon mehrere Jahre. Er wird von Nachbarn als ein ruhiger, unauffälliger Mensch beschrieben. Sein Geschäft lief dem Anschein nach ganz gut, konnten die Friseurinnen beobachten, deren Salon direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt. Kunden gingen täglich ein und aus. An jenem verhängnisvollen Abend, als die Schläger hier aufkreuzten, scheint der Mann allein im Laden gewesen zu sein. Er hatte sich nach dem Überfall in den Friseursalon geflüchtet. Dort hatten die Beschäftigten Hilfe herbeigerufen.

Auch ob sich auf den Zeugenaufruf der Polizei jemand meldete, bleibt vorerst ein Geheimnis der Ermittler.