Am 1. April soll die neue Saison am Hafen in Kummerow starten. Wie sie läuft, hängt davon ab, ob die Gemeinde den Ve
Am 1. April soll die neue Saison am Hafen in Kummerow starten. Wie sie läuft, hängt davon ab, ob die Gemeinde den Vertrag mit dem Betreiber verlängert. Der hatte es wohl letzte Saison etwas schleifen lassen. (Archivbild)
Schlechter Zustand

Kummerow gibt seinem Hafenmeister eine letzte Chance

Alles andere als zufrieden war die Gemeinde im vergangenen Jahr mit dem Hafenbetrieb. Wenn die kommende Saison nicht besser wird, könnte es eng werden für den Hafenmeister.
Kummerow

Es waren klare Worte. „Ein Warnzeichen“, wie es Kummerows Bürgermeister André Ebeling formulierte. Die Gemeinde gibt Daniel Zwigart eine letzte Chance. Die muss der Betreiber des Hafens am Kummerower See auch nutzen, denn sein Vertrag läuft in diesem Jahr aus. Und ob der verlängert wird, entscheidet sich in diesem Sommer.

Eigentlich war die Gemeinde bisher mit ihrem Hafenmeister ganz zufrieden. 2018 hatte Zwigart das vernachlässigte Areal übernommen, einiges verändert und Ideen eingebracht. Er wolle das Herzstück des Ortes auch in den nächsten Jahren betreiben, versicherte er jüngst vor den Gemeindevertretern. Wie sie, sei auch er nicht zufrieden gewesen, wie die letzte Saison gelaufen ist, räumte er selbstkritisch ein.

Ärger um Müll, Hundekot und Zigarettenkippen

Die ersten drei Jahre sei es super gelaufen. „Letzte Saison habe ich es schleifen lassen“, räumte der Hafenmeister ein. Private Probleme hätten ihn ein bisschen aus der Bahn geworfen. So sei er nicht oft selbst vor Ort gewesen, habe seine Mitarbeiter allein gelassen. Ausreichend Papierkörbe fehlten, Hundekot und Zigarettenstummel blieben auf der Mole liegen, der Zustand war schlecht. Kurzum, Ordnung und Sauberkeit blieben ein wenig auf der Strecke. Zudem gab es Kritik an dem gastronomischen Angebot.

„Es ist nicht gut gelaufen, das ist mir durchaus bewusst“, sagte Zwigart. Er wolle sich da gar nicht herausreden. In der Gastronomie sehe er bei sich nun noch eine größere Verantwortung, da ringsherum am Kummerower See vieles weggebrochen sei, so das Café ganz in der Nähe. Doch mehr als Bockwurst, Pommes und Eis sei in der kleinen Hütte nicht möglich.

Für Investitionen ist Planungssicherheit nötig

Er könne hier keine gute Küche anbieten, nicht einmal die mehrfach nachgefragten Fischbrötchen. Dafür fehlten Platz und Hygienestandards. Am Dienstag soll es bei einem Vor-Ort-Termin darum gehen, ob sich etwas verändern kann. Auch soll darüber gesprochen werden, was die Gemeinde von ihm als Betreiber des Hafens erwartet. Das müsste im Vertrag detaillierter definiert werden. Dazu gehöre auch der gastronomische Teil. Zudem denke er an mehr Aschenbecher und Aufsteller für Hundekotbeutel, so Zwigart. „Ich will weitermachen“, beteuerte er. Er sei dafür auch hergezogen. Er wisse, dass er jeden Tag in der Saison vor Ort sein muss. „Selbst ein guter Mitarbeiter sieht nicht alles. Ich muss da sein.“ Doch für Investitionen brauche er Planungssicherheit, sprich, dass die Gemeinde auch über 2022 hinaus ihm das Vertrauen schenkt. „Ich bin da optimistisch“, meinte er.

Unterdessen kann der 40-Jährige die neue Saison gar nicht mehr abwarten. „Wir scharren schon mit den Hufen“, sagte er. Am 1. April will er loslegen. Die ersten Camping-Gäste haben sich bereits angekündigt. „Wir haben viel mehr Anfragen auf die Liegeplätze.“ Einen ersten Entwurf für die Belegung habe er schon erstellt. Jeden Tag bekomme er Anrufe. In der Vergangenheit habe er Camper auch schon wegschicken müssen, weil die Plätze ausgebucht waren. Viele Leute kämen gern wieder. Sie seien zu 99 Prozent begeistert vom Kummerower Hafen. „Und das sollt auch ihr sein“, sagte Zwigart in Richtung Gemeindevertreter.

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