Die Große Rosin gehört zu den schönsten Flecken in der Region rund um den Kummerower See, die das Prädika
Die Große Rosin gehört zu den schönsten Flecken in der Region rund um den Kummerower See, die das Prädikat „Tourismusregion“ anstrebt. Kirsten Gehrke
Die Region rund um den Kummerower See, wie hier an der Aalbude, will sich jetzt als ganze Region zertifizieren lassen und das
Die Region rund um den Kummerower See, wie hier an der Aalbude, will sich jetzt als ganze Region zertifizieren lassen und das Prädikat „Tourismusregion” anstreben. Kirsten Gehrke
Tourismus

„Kummerower See“ will anerkannnte Tourismusregion werden

Nicht nur ein Ort, sondern eine ganze Region will sich zertifizieren lassen. Für die Gemeinden am Kummerower See soll das Prädikat eine große Chance sein.
Malchin

Der Traum der Stadt Malchin, zusammen mit Neukalen, Salem und Basedow ein anerkannter Erholungsort zu werden, ist erst einmal ausgeträumt. Während die anderen drei Orte kurz vor dem Ziel stehen, sei Malchin aus dem Verfahren rausgeflogen. Wie Tourismuskoordinatorin Angelika Groh sagte, habe der Ort die Kriterien nicht erfüllt, weil er unter anderem zu wenige Übernachtungen aufzuweisen hatte. Neukalen, Salem und Basedow haben dagegen alle notwendigen Unterlagen zusammen. Das letzte Gutachten sei vergangene Woche eingegangen und alles liege nun dem Wirtschaftsministerium des Landes vor. „Jetzt fehlt nur noch die finale Bereisung“, erklärte Groh. Bevor der Titel verliehen werden kann, schaue sich eine Kommission vor Ort noch einmal um. Groh geht davon aus, dass dann das Zertifikat nicht mehr lange auf sich warten lasse.

Mit Prädikat Kurabgabe möglich

Doch für Malchin sei damit der touristische Zug noch nicht abgefahren, auch über den Ortsteil Salem hinaus sich weiterzuentwickeln. Denn die Region rund um den Kummerower See will sich um das neue Prädikat „Tourismusregion“ bewerben. Das ermöglichen das geänderte Kurort- und das Kommunalabgabengesetz, ähnlich wie bei dem Verfahren um das Prädikat „Tourismusort“, das im Dezember Ivenack und Stavenhagen verliehen worden sei und wofür die Hürden kleiner seien. Nur dass es diesmal nicht um Orte geht, sondern sich eine ganze Region zertifizieren lassen will. Mit Prädikat dürften dann auch die Gemeinden am Kummerower See gemeinsam eine Kurabgabe oder Tourismusabgabe von den Gästen verlangen. Das Geld könne für den Ausbau der touristischen Infrastruktur, wie für Wege, Bänke, Toiletten, oder für Marketing und Gästekarten eingesetzt werden. Das Thema Rundbus um den See könne so auch wieder aufgenommen werden. Beratend mit im Boot sitze der Tourismusverband der Seenplatte.

Schon gute Voraussetzungen

Das Gute sei, dass die Region alle Voraussetzungen für eine Bewerbung schon erfülle. Von Tourismuskonzept mit Leitbild, Internetpräsentation bis Karten, Foto- und Textmaterial sowie Aktionen wie Moorwoche, Waldtage, Schlösserherbst gebe es für zehn Kommunen am Kummerower See einschließlich Demmin, Dargun und Malchin. Durchschnittlich rund 100 000 Übernachtungen pro Jahr zähle die Region. In der Realität seien es noch mehr, weil die Unterkünfte unter 10 Betten in der Statistik nicht auftauchen, wovon es aber viele gebe. Eigentlich fehle für den Antrag jetzt nur noch der Entwurf einer Satzung und ein „Ja“ der Kommunen mittels Beschluss.

Erste Region in Mecklenburg-Vorpommern

Den Bürgermeistern sei im Dezember die Idee bereits vorgestellt worden. Jetzt will Groh diese auch in Ausschüssen und Parlamenten erläutern, den Anfang machte sie am Dienstag in Demmin. Die See-Region könnte die erste in Mecklenburg-Vorpommern oder sogar in Deutschland sein, die das Prädikat „Tourismusregion“ erhält. Die Zertifizierung sei eine große Chance, so Groh. Wenn man das jetzt nicht mache, dann bestehe die Gefahr, dass die Region hinten herunter falle. Denn im Land werde an einem Tourismusgesetz gearbeitet, das in zwei bis drei Jahren beschlossen werden soll. Es gebe Signale, dass künftig weniger Gelder nach dem Gießkannen-Prinzip verteilt werden, sondern überwiegend in prädikatisierte Orte fließen sollen. Die Region um den Kummerower See soll indes auch von den Besuchern des Ivenacker Tiergartens profitieren.

 

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