GRUSELIG

Radfahrer entdeckt Friedhof der Kuscheltiere im Wald

Plüschtiere wurden an eine Eiche abseits vom Wanderweg genagelt. Was hat der schaurige Anblick zu bedeuten? Ein okkultes Ritual? Der Revierförster hat da eine Vermutung.
Ein Anblick, der Angst machen kann: Etwas abseits des Wanderweges zwischen Kützerhof und Warsow sind mitten im Wald f&uum
Ein Anblick, der Angst machen kann: Etwas abseits des Wanderweges zwischen Kützerhof und Warsow sind mitten im Wald fünf Plüschtiere an einen Eichenstamm genagelt. Was sie zu bedeuten haben, kann nur vermutet werden. Torsten Bengelsdorf
Kützerhof.

Wer den Kummerower See mit dem Fahrrad umrunden will, der kommt an diesem Wanderweg nicht vorbei. Dreieinhalb Kilometer ist die Verbindung zwischen dem Darguner Ortsteil Kützerhof und dem zu Neukalen gehörenden Warsow lang. Der gut ausgebaute Weg führt mitten durch den Warsower Wald, verriegelte Schlagbäume auf beiden Seiten verhindern, dass Autos die abgeschiedene Idylle stören können. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage hat der Waldweg viele schattige Plätzchen und auch ein wenig Abkühlung zu bieten.

Was der Neukalener Mario Heinzel hier jetzt bei einer Radtour erlebte, das war für ihn – wie er sagt – schon keine Abkühlung mehr. Vielmehr sei ihm ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen. Die Große Rosin mit ihrer beeindruckenden Pflanzen- und Vogelwelt hatte er gerade hinter sich gelassen und nun auf dem Waldweg nach Warsow den wie eine Rampe anmutenden Anstieg erreicht, bei dem die meisten Radler kapitulieren und lieber absteigen. Das ging dem 51-Jährigen nicht anders.

Absperrband in der Natur

Als er seinen Drahtesel über den steilen Anstieg geschoben hatte, ließ er den Blick auch ins Dickicht schweifen und entdeckte unweit des Weges ein rot-weißes Absperrband. Was hat das hier in der Natur zu suchen? Das wollte Heinzel schon genau wissen, stellte sein Fahrrad an die Seite und kämpfte sich abseits der Route durch das unwegbare Geäst. Am Absperrband angekommen, stockte ihm der Atem: An einem Baum entdeckte er fünf Kuscheltiere, die an den Stamm genagelt waren: ein Äffchen, ein Hase, ein Papagei, ein Schaf und ein Bärchen. Zwei weitere Nägel in dem Eichenstamm verraten, dass es hier noch ein sechstes Tierchen gegeben haben muss. Die Plüschtiere sind nicht gerade mehr neu, sondern schon ziemlich verwittert.

„Es ist schon ein sehr eigenartiges Gefühl, was mich hier beschlichen hat. Ist es einfach nur ein dummer Jungenstreich oder doch ein Ritual? Die Bedeutung konnte ich mir nicht erklären“, erzählt der Neukalener. Hilfe versprach er sich von den sozialen Netzwerken. Dort postete er das Bild und bekam auch schnell Reaktionen. Demnach sollen die fünf Kuscheltiere hier schon mindestens vier Jahre am Baum hängen. Warum und weshalb, darauf gab es in den sozialen Netzwerken allerdings keine Antwort.

Vielleicht illegal ein Haustier beerdigt

Dafür hat aber Forstamtsleiter Rüdiger Neise eine Vermutung. Die Plüschtiere würden sich hier nach Aussage des zuständigen Revierförsters tatsächlich bereits seit etwa vier Jahren an dem Eichenbaum befinden. „Es könnte sein, dass an dieser Stelle jemand illegal ein Haustier beerdigt hat“, meint Neise. Vielleicht sei das eine Familie mit Kindern gewesen, die sich hier einen Ort zum Trauern geschaffen habe. Etwa zehn Meter von dem Baum entfernt, liegt im Waldboden eine Grube, die mit vertrockneten Blättern gefüllt ist. Gibt es da einen Zusammenhang?

Bisher haben die Forstleute Äffchen, Hase und Co. in Ruhe gelassen. „Wir vermuten dahinter nichts Böses. Aber das ist auch nichts zum Nachahmen empfohlen“, sagt der Forstamtsleiter. Wenn im nächsten Jahr der Eichenbestand im Warsower Wald das nächste Mal durchforstet wird, dann müssten die unheimlichen Plüsch-Teddys allerdings verschwinden. Egal, was sie zu bedeuten haben.

 

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Kützerhof

Kommende Events in Kützerhof (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (1)

Ja, Kuscheltiere sind unheimlich, erzeugen Schaudern und viele Gedanken.