„WIEGE VORPOMMERNS”

Land gibt Geld für neue Studie zu Haus Demmin

Die Ruine von Haus Demmin ist nicht vergessen. Das sollte jetzt wohl der Besuch von Landespolitikern signalisieren, die einen Blick in die Zukunft des Bauwerks warfen und auch Hilfe für den ersten Schritt dorthin versprachen.
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Wenn man nach Demmin kommt, würde man nicht unbedingt gleich an das Haus Demmin denken, sagt CDU-Landesvorsitzender Vince
Wenn man nach Demmin kommt, würde man nicht unbedingt gleich an das Haus Demmin denken, sagt CDU-Landesvorsitzender Vincent Kokert (Mitte). „Es ist aber ein unglaublich idyllischer Ort und Teil unserer Landesgeschichte“. Lea Biermann
Um 1840 ließ die Familie Podewils das Herrenhaus errichten. 1881 gehörte das Haus der Familie Von Rohr, bis diese 1995 enteignet wurde. Erst 1991 ging es in deren Besitz der Von Rohrs zurück, wurde aber 1998 bei einem Brand stark beschädigt. Foto: ZVG/Steffen Krüger
Um 1840 ließ die Familie Podewils das Herrenhaus errichten. 1881 gehörte das Haus der Familie Von Rohr, bis diese 1995 enteignet wurde. Erst 1991 ging es in deren Besitz der Von Rohrs zurück, wurde aber 1998 bei einem Brand stark beschädigt. ZVG/Steffen Krüger
Das Haus Demmin mit der Burgruine dahinter. Die Peene im Hintergrund und die Tollense fließt davor vorbei.
Das Haus Demmin mit der Burgruine dahinter. Die Peene im Hintergrund und die Tollense fließt davor vorbei. NK-Archiv
Gedenktafel an der Villa "Haus Demmin" für Hansjoachim von Rohr (1888 - 1971). Inschrift:  "letzter Besitzer von Haus Demmin, Vorwek und Lindenfelde, Vorsitzender des Pommerschen Landbundes. "Von den Nationalsozialisten verfolgt, von den Kommunisten vertrieben. Ein Leben für die deutsche Landwirtschaft."
Gedenktafel an der Villa "Haus Demmin" für Hansjoachim von Rohr (1888 - 1971). Inschrift: "letzter Besitzer von Haus Demmin, Vorwek und Lindenfelde, Vorsitzender des Pommerschen Landbundes. "Von den Nationalsozialisten verfolgt, von den Kommunisten vertrieben. Ein Leben für die deutsche Landwirtschaft." NK-Archiv/G. Wagner
Demmin.

„Wiege von Vorpommern“, „Identitätsstiftender Ort für die Stadt“, „Teil unserer Landesgeschichte“. Große Worte fallen, als CDU-Landesvorsitzender Vincent Kokert mit dem Demminer Landtagsabgeordneten Franz-Robert Liskow (CDU) sowie dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Witkowski und Bürgermeister Dr. Michael Koch vor den verfallenen Mauern des Haus Demmin steht. Jedoch muss hier viel getan werden, damit der Ort seiner Bedeutung wieder gerecht wird. Auch darin ist sich die Runde einig. So waren die Besucher aus Schwerin in die Hansestadt gekommen, weil sie das Projekt nun „einfach gemeinsam angehen“, so Liskow. Denn den großen Worten sollen nun auch große Maßnahmen folgen.

Bis zu 100 000 Euro will die Landesregierung in eine Machbarkeitsstudie zur Wiederbelebung des ruinösen Herrenhauses und des Areals stecken. Den Antrag zu der Studie hat die CDU-FDP-Fraktion bereits vergangenes Jahr erst in den Stadtentwicklungsausschuss und schließlich zum Land getragen. Um das Haus Demmin zurück „auf die politische Plattform zu holen“, so Witkowski bei einer Sitzung der Stadtvertretung im Herbst (Nordkurier berichtete).

Seit 2004 ist Demmin Eigentümer des Geländes. Ebenso lange bemüht sich die Hansestadt, eine Möglichkeit zu finden, das Areal neu zu gestalten und damit auch das Gemäuer und seine bedeutende Vorgeschichte touristisch erlebbar zu machen. Jedoch scheiterten die Anstrengungen um einen Bebauungsplan bisher an unterschiedlichen Behörden wie Denkmalpflege, Hochwasser- und Umweltschutz. So meinte der Demminer Bauamtsleiter Dietmar Schmidt schon im Oktober 2019, dass es ohne Unterstützung wohl keine Zukunft für ein wiederbelebtes Haus Demmin geben würde.

Interessenten immer wieder abgesprungen

Auch Bürgermeister Koch bekräftigte bei dem jetzigen Vor-Ort-Termin, dass sie viel versucht hätten, aber alle Partner wieder abgesprungen seien. Umso dankbarer wäre die Stadt nun für die Hilfe vonseiten des Landes. Das würde aber auch zeigen, dass sie damit richtig gelegen hätten, beim Projekt „Haus Demmin“ nicht locker zu lassen. Auch Witkowski verbucht die bewilligten Gelder als „großen Erfolg“. Der CDU-Fraktionschef betont, dass es um eine nachhaltige Nutzung des Areals ginge und es mit der Förderung des Landes nun einen ersten, wichtigen Schritt in diese Richtung gibt.

Ziel ist ein Konzept, das diese nachhaltige Nutzung definiert. „Da ist alles Mögliche denkbar“, sagt Koch. Im Fokus steht jedoch die touristische Nutzung. Besonders das Wort „Landesmuseum“ fällt häufig in der Runde am Donnerstag. Allerdings klang das noch ziemlich vage, schließlich gibt es ja auch bereits das Pommersche Landesmuseum in Greifswald.

Jetzt auch Vorpommerns Schlösser an der Reihe

Kokert betonte indes noch einmal die Bedeutung der Ruine nicht nur für die Region, sondern auch für das Land. Die Landesregierung habe in den letzten Jahren die Sanierung vieler Liegenschaften im Mecklenburgischen angestoßen, wie Schloss Güstrow oder das Schweriner Schloss. Nun sei aber Vorpommern an der Reihe.

So soll auch die Instandsetzung des Schloss Ludwigsburg bei Greifswald im kommenden Jahr vorangetrieben werden. Auch dort gibt es Museumspläne. Wenn das Haus Demmin also als ein künftiges Landesmuseum infrage kommen sollte, müsste die Stadt sich nun beeilen. Dass es höchste Zeit dafür ist, darin sind sich nun alle Anwesenden einig. Nicht zuletzt das marode Gemäuer, das bis jetzt tapfer auf der Halbinsel ausharrt, zeigt deutlich, wie dringend etwas passieren muss.

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Kommentare (2)

als diese Ruine. Wer weiß, wie Haus Demmin noch als Internat aussah, der kann nicht glauben was er sehen muss. Geschichtsvergessen haben wir dieses Haus dem Verfall preisgegeben. So wie auch die Villa Heyden-Linden. Was sollen nun noch diese lächerlichen hunderttausend Euro? Es ist zu spät! Und es tut mir in der Seele weh.

Ihr habt ihn verkommen lassen! Die Studie kann daran nichts ändern.