TOURISMUS AM TETEROWER SEE

Landkreis Rostock will Urlauber aus Bootshäusern verbannen

Im Ferienparadies am Teterower See glimmt die Lunte: Die Vermietung von Bootshäusern soll ab 2020 untersagt werden. Die Betroffenen sind entsetzt.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
In der Bootshauskolonie am Teterower See herrscht noch Winterruhe. Doch in den Debatten um die Zukunft der Erholungsanlage schlagen die Wogen hoch.
In der Bootshauskolonie am Teterower See herrscht noch Winterruhe. Doch in den Debatten um die Zukunft der Erholungsanlage schlagen die Wogen hoch. Eberhard Rogmann
Teterow.

Die Vorfreude im Erholungsparadies der Bootshauskolonie 1 am Teterower See ist von düsteren Wolken überschattet. In der vergangenen Woche hat die Stadt den Vorstand offiziell über den vorliegenden Entwurf des Bebauungsplanes für dieses Areal informiert. Das Dokument enthält einigen Zündstoff, wie der Vereinsvorsitzende Michael Plötz einräumt.

Neben etlichen baulichen Anlagen, die nach den Festsetzungen des B-Planes nicht statthaft sind, rückt insbesondere eine Nutzungseinschränkung in den Fokus. In seiner Stellungnahme hatte der Landkreis Rostock als Aufsichtsbehörde bekundet, dass Fremdvermietungen künftig untersagt seien.

Viele Unterkünfte über Webseite der Stadt vermarktet

Das wollen die Betroffenen in keiner Weise akzeptieren. „Wir haben eine Umfrage unter unseren Mitgliedern erhoben und da sprach sich eine Mehrheit für die Vermietung aus“, macht der Vereinschef deutlich. Dafür gebe es triftige Gründe. „Es gibt Mitglieder, die sind auf die Einnahmen angewiesen. Sie verfügen über geringe Einkünfte und könnten ansonsten die Kosten für die Unterhaltung ihres Bootshauses nicht abdecken.“ Es könne nicht angehen, dass man diese Menschen auf kalte Weise quasi enteignet.

Der Vereinsvorstand weist darauf hin, dass etliche Ferienunterkünfte dort über die Webseite der Stadt oder die Touristinformation vermarktet werden. Nach der Schließung des Schlosshotels Teschow hatte die Stadt einen Millionenverlust zu verzeichnen. Will man die Kapazität der Quartiere noch weiter abbauen?

Zahl der Betroffenen deutlich größer als 36

Die anstehende Maßregelung in der Kolonie 1 ist ein exemplarischer Fall. Für die anderen Bootshauskolonien am See werden in den Folgejahren ebenfalls B-Pläne erstellt. Die Zahl der Betroffenen sei absehbar also deutlich größer als die 36 Eigentümer der Kolonie 1.

In dieser Situation sieht Michael Pötz einem heißen Sommer entgegen. Der B-Plan wird demnächst öffentlich ausgelegt. Dann können Bürger ihre Kritiken, Hinweise und Widersprüche vorbringen. Davon werde man Gebrauch machen und hofft letztlich auf einen akzeptablen Kompromiss, zeigt der Vereinsvertreter auf. Die Alternative wäre der Klageweg und der sei langwierig und kostspielig.

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