GÜLLE-VERSEHEN IN TETEROW

Bauer düngt in einem Trinkwassergebiet

Für eine Gülle-Flut vor den Toren des Teterower Wasserwerkes erntet der Verursacher heftige Kritik. Er ist sich seiner Schuld bewusst. Der Vorfall passierte allerdings zur Unzeit. Die EU hat deutsche Bauern im Visier.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Auf der Kuppe des begüllten Weizenschlags steht die Trinkwasserzisterne von Teterow, unterhalb des Hangs befindet sich das Wasserwerk.
Auf der Kuppe des begüllten Weizenschlags steht die Trinkwasserzisterne von Teterow, unterhalb des Hangs befindet sich das Wasserwerk. Eberhard Rogmann
Teterow.

Klaus Babbe hat einigen Zorn auf sich gezogen. Der Landwirt aus Bülow bei Güstrow hat auf einem Weizenfeld oberhalb des Teterower Wasserwerks Gülle ausgefahren. Der Vorfall hatte die Umweltbehörden auf den Plan gerufen. Das Ausbringen von Gülle ist in der Wasserschutzzone  3 in bestimmter Menge erlaubt. Doch ein Teil des Ackers liegt in der Schutzzone  2. Dort Gülle auszubringen, ist untersagt.

Er habe nicht gewusst, dass der untere Bereich in der Zone 2 liegt, beteuert Babbe auf Nordkurier-Nachfrage. Dass er im Einzugsgebiet der Trinkwasserfassung wirtschaftet, war ihm bewusst. Schließlich befindet sich auf der Kuppe an der B 108 weithin sichtbar die Trinkwasser-Zisterne. „Das Düngen ist dort zulässig. Nur in der Schutzzone  2 darf keine Gülle verrieselt werden. Dort sind nur mineralische Dünger erlaubt”, sagt er – wohlwissend, dass Unkenntnis nicht vor Strafe schützt.

Keine Auswirkungen auf das Trinkwasser

Dass dieser Verstoß ein Nachspiel haben wird, hatte das Landwirtschaftsministerium bereits angekündigt. Wenngleich das Trinkwasser der Stadt nicht beeinträchtigt ist, wie Andreas Grindel von den Stadtwerken Teterow versichert.

Doch der damit angerichtete Flurschaden erstreckt sich vor allem auf die Ebene der Agrarpolitik. Derzeit hat die EU Deutschland im Visier, da hierzulande nicht genug unternommen werde, um die Nitratbelastung des Wassers zu verringern, wie man in Brüssel meint. Es drohen Strafzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe. Damit nicht genug, arbeitet das Bundeslandwirtschaftsministerium an gesetzlichen Regelungen, die drastische Einschränkungen für die Düngung landwirtschaftlich genutzter Flächen vorsehen.

Bauern zweifeln Messergebnisse an

Auf der Jahresversammlung des Bauernverbands Güstrow wurden indes Zweifel an den vorliegenden Messergebnissen laut. Die bestehenden Messstellen seien nicht repräsentativ, um nachzuweisen, dass die Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft stammten, hieß es da. Nachbesserungen werden eingefordert.

Dabei ist den Bauern bewusst, dass es um sehr viel geht. Wenn die angedachten Maßnahmen wie ein Verbot der Düngung mit Gülle und Gärresten sowie eine Reduzierung mineralischer Dünger um 20 Prozent auf exponierten Flächen greifen sollten, würde das erhebliche Ertragseinbußen nach sich ziehen.

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Kommentare (2)

Keine Auswirkungen auf das Trinkwasser!
Warum dann so ein Zirkus?

bevor gehandelt wird? Hier hat ein Landwirt klar Mist gebaut, ist ihm ja auch bewusst. Gut so! Ich will dem Landwirt jetzt gar keine Absicht unterstellen, doch was wenn keine Strafe, sollte ihn in Zukunft dran hindern/erinnern sowas nicht zu wiederholen? Gesunder Menschenverstand? Mag sein, aber warum ein Risiko eingehen, bei einer so wertvollen Ressource wie Trinkwasser.