Im Herbst soll es los gehen mit dem Bau einer Badewasser-Heizung im Malchiner Peenebad. Doch sind solche Vorhaben angesichts d
Im Herbst soll es los gehen mit dem Bau einer Badewasser-Heizung im Malchiner Peenebad. Doch sind solche Vorhaben angesichts der Energiekrise überhaupt noch zeitgemäß? Thomas Koch
Stadtfinanzen

Legt die Gas-Krise Malchins Peenebad-Heizung auf Eis?

Kann noch investiert werden, als sei nichts passiert? In Malchin würde jetzt übers Stoppen der Vorbereitungen zur Badewasser-Erwärmung und weiterer Vorhaben debattiert.
Malchin

Alarmstimmung bei der Gasversorgung. Gas gilt seit Donnerstag als ein knappes Gut und solle nun, wo immer es geht, eingespart werden, forderte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Donnerstag. Trotz dieses Appells: Malchin will im kommenden Herbst nun endlich mit der Installation seiner Badewasser-Heizung beginnen. Dazu solle zwar vor allem Solar-Energie genutzt werden, doch für den Fall, dass die Sonne mal nicht so lacht, hatte man sich im Rathaus eine Gasbrennwerttherme als eine Art Notheizung ausgedacht, die auch eine Aufwärmhalle neben dem Schwimmbecken mit Wärme versorgen könnte.

Wärmepumpe statt Gasbrenner

Ist jetzt wirklich die Zeit, um an einen Gasbrenner zu denken, der bei bedecktem Himmel ein Schwimmbad heizt? Von einer Gasheizung sei die Stadt inzwischen abgerückt, gab Bürgermeister Axel Müller (CDU) am Donnerstag bekannt. „Wir wollen jetzt eine Luftwärmepumpe einsetzen, die über Solarstrom angetrieben wird.“

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Dennoch mussten sich bereits am Mittwochabend Malchins Stadtvertreter mit der Frage auseinandersetzen, ob die Vorbereitungen für die Badewasser-Erwärmung nicht besser gestoppt werden sollten. Anlass waren mehrere Anträge der AfD-Fraktion zum Haushaltsplan der Stadt, der auf der Tagesordnung der Abgeordneten stand. „Wir investieren in der Stadt, als ob nichts passiert wäre“, monierte der AfD-Stadtvertreter Christian Skotnik und verwies auf die enorme Inflation und explodierende Energiepreise. „Diese Krise wird alle Bürger treffen“, erklärte Skotnik. Die Stadt müsse deshalb genau überlegen, wofür sie noch Geld ausgibt. Neben der Badewasser-Heizung forderte die AfD einen Stopp für den Umbau der Lindenturnhalle zu einer Mehrzweckhalle. In Frage stellte Skotnik aber auch die Umgestaltung des Rempliner Parks und des Amtsgerichtsplatzes in Malchin.

Bürgermeister warnt vor Schaden

Plötzlich standen Malchins Stadtvertreter vor einer Art Grundsatzentscheidung: Wie reagieren auf Energiekrise und Inflation? Sollen alle nicht unbedingt notwendigen Investitionen nun wirklich erst einmal auf Eis gelegt werden?

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Davor warnte Bürgermeister Axel Müller am Mittwochabend eindringlich. Die geplanten Projekte würden den Bürgern langfristig zugute kommen. „Mit einer höheren Attraktivität unseres Peenebads wollen wir künftig die Einnahmesituation stabilisieren“, so Müller. Der Umbau der Lindenturnhalle sei auch mit einer energetischen Sanierung verbunden, betonte der Bürgermeister und schob hinterher: „Wenn wir sagen, wir machen jetzt nichts mehr, dann ist der Schaden größer.“

Abgeordnete lehnen AfD-Anträge geschlossen ab

Er wolle nun nicht so verstanden werden, dass überhaupt nicht mehr investiert werden soll, meinte später Christian Skotnik. „Wir haben nur Investitionen aufgezählt, auf die unserer Meinung nach verzichtet werden kann.“

Bis auf Malchins drei AfD-Stadtvertreter haben da aber alle anderen Abgeordneten eine andere Ansicht. Der Umbau der Lindenturnhalle und die Badewasser-Erwärmung werden so umgesetzt wie geplant, wiesen sie die AfD-Anträge zurück. Das gleiche Ergebnis gab es dann bei der Abstimmung über den gesamten Malchiner Haushaltsplan für die Jahre 2022/23: die AfD dagegen, alle anderen 15 anwesenden Stadtvertreter gaben am Mittwochabend dem Zahlenwerk ihre Zustimmung.

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