ALLES LÜGE?

Leif-Erik Holm wettert in Teterow gegen "Klima-Hysterie"

Im Teterower Kulturhaus knöpfte sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm die Klimapolitik der Bundesregierung vor. Am Ende bedauerte er selbst, dass es keinen Widerspruch gab.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Nach dem Klima-Vortrag in Teterow hatte Dietmar Wetzel (links) aus Lüchow noch ein paar Anmerkungen für den AfD-Bund
Nach dem Klima-Vortrag in Teterow hatte Dietmar Wetzel (links) aus Lüchow noch ein paar Anmerkungen für den AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm. Lösungen habe Holm nicht angeboten, meinte der Lüchower im Anschluss. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Da waren die beiden Bundestagsabgeordneten selbst ein wenig überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass hier so viele Leute kommen würden“, meinte Ulrike Schielke-Ziesing am Montagabend gleich zu Beginn der AfD-Veranstaltung in Teterow vor knapp 80 Gästen. Es sei für die AfD ja ohnehin nicht einfach, solche Lokale wie das Teterower Kulturhaus zu finden, berichtete Leif-Erik Holm. Da spiele die Angst mit, dass die Wände beschmiert oder Scheiben eingeschlagen werden könnten, wenn die AfD einlädt.

Am Montagabend blieb alles heil, vielleicht auch, weil das Teterower Polizeirevier gleich zwei Streifenwagen ans Kulturhaus entsandt hatte. Auf jeden Fall war AfD-Stadtvertreter Mathias Schmitus seinem ehemaligen Fraktions-Chef Matthias Hantel von der CDU sehr dankbar, dass der das Kulturhaus der AfD geöffnet hatte. „Schöne Grüße an Herrn Hantel, dass wir hier sein durften“, lobte am Ende auch Leif-Erik Holm den Betreiber des „schön hergerichteten Kulturhauses“.

AfD in Teterow besonders stark vertreten

Während in Berlin die Bundesregierung gerade noch das Klimapaket als nationale Kraftanstrengung schnürt, wehte am Montagabend in Teterow ein ganz anderer Wind. Bundestagsmitglied Holm geißelte die Berliner Politik als „Klima-Hysterie“ und hatte sich für seinen Vortrag auch nicht zufällig Teterow ausgesucht. Mit vier Stadtvertretern ist hier die Alternative besonders stark vertreten. Nimmt man noch die sechs von der AfD berufenen Bürger in den Stadtvertreter-Ausschüssen dazu, habe die Fraktion sogar zehn Leute, rechnete Schmitus vor – obwohl sachkundige Bürger nun eben gerade keine Fraktionsmitglieder sind.

Aber Stadtpolitik war ja auch nicht so sehr das Thema des Abends. Es ging ums Wetter – über Jahrmillionen betrachtet, um den Wechsel von Warm- und Kaltzeiten, aus dem sich das Klima ableiten lässt. „Wir müssen differenzieren und mit dem Thema sachlich umgehen“, mahnte Holm und stellte seine Thesen vor. Zum Beispiel die, dass bei der Klima-Debatte der Einfluss der Sonne viel zu sehr ausgeblendet werde, obwohl sie doch wahrscheinlich größeren Einfluss auf das Klima als der Mensch habe. Dass der viel beschworene Klimawandel menschengemacht sei, davon seien auch nicht etwa 99 Prozent der Wissenschaftler überzeugt, sondern nur 97 Prozent, berichtete Holm. Wem das noch nicht reichte, den ließ er wissen, dass sich zwei Drittel aller wissenschaftlichen Studien gar nicht festlegen würden, was der Mensch da mit dem Klima anrichtet. Intervalle mit kälteren und wärmeren Zeiten habe es im Laufe von Hunderttausenden Jahren immer wieder gegeben. Daraus würden sich noch keine Schlüsse ziehen lassen.

"... eine Idologie, die unsere Leute überfordert”

Holms Position zum Abschalten von Atomkraftwerken und dem Kohle-Ausstieg: ein Irrweg. Zu den Friday for Future-Demos: Bitte nicht am Freitag, wir haben schließlich Schulpflicht. Zu Greta Thunberg: Die kann gar nicht einschätzen, wie sehr sie instrumentalisiert wird. Holm zu Elektro-Autos: Die kauft kein Mensch. Schlussfolgerung: „Die Klima-Hysterie ist nur noch eine Ideologie, die unsere Leute überfordert“, so der Bundestagsabgeordnete, der auch Landessprecher der AfD in MV ist.

Widerspruch erntete Holm am Montagabend nicht für seine Argumentationen, was er selbst ein wenig bedauerte. Er habe bei seinen Vorträgen auch schon Diskussionen mit jungen Leuten und Studenten gehabt, da sei es zum Thema Klima richtig heiß hergegangen. Ein Hinweis kam am Montagabend im Kulturhaus aber doch noch aus dem Publikum: Die AfD müsse bei ihrer Klimawandel-Skepsis aufpassen, dass sie nicht auch noch als Gegnerin von Natur- und Umweltschutz wahrgenommen werde.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Malchin

zur Homepage

Kommentare (7)

Im Oktober werden alle Großstädte in Europa lahmgelegt! Der totale Stillstand. Die Schüler streiken freitags solange weiter, bis sich was ändert. Das kann noch lange so weitergehen. Die neue Bewegung ist diesmal grün und blutjung! Die morschen Knochen sind "überfordert", verstehen es nicht.

wir der Meeresspiegel um einem Meter ansteigen, weil das Eis schmilzt. Der menschengemachte Klimawandel ist keine Hysterie. Er ist Realität!

Dass bei der ganzen "Sachlichkeit" nicht in Hysterie zu verfallen, was ja berechtigt ist, das Problem als solches nicht dadurch verschwindet, weil man den Verursacher in Frage stellt.

Es erinnert etwas an einen Arzt, der dem Patienten dessen Behandlung ausredet, weil nich fest steht, ob der Lungenkrebs nun von der Zigarette oder dem Asbest käme. Ist ja schön, dass man Ursachen hinterfragt - ändert nur nichts an den Konsequenzen.

Und statt z. B. "Alternativen" für den Argarstandort Deutschland zu bringen, für den auch nur diese eine ominöse Sonne scheint, wird immernoch an der Ausgangsfrage rumgedoktert. Daran erkennt man den guten Arzt. Der behandelt nach bestem Wissen, statt Scheindebatten mit sich selbst zu führen, ob Globuli nicht besser wäre.

Und denken Sie, dass bspw. China oder ein Indien sich daran halten und ihre Fabriken und Industrie abbauen werden, wo ein Gebäudekomplex schon mehr Abgase in die Luft jagt als in Deutschand alle Autos zusammen? Vorher nachdenken, genauso die überaus vielen negativen Aspekte, um die Grünen zu wählen. Polkappen schmelzen hin und wieder - Arten sterben aus, mal ist die Sonne zu aktiv, mal wird zu viel Methan durch normale vulkanische und Sumpf-/Moorprozesse gebildet. Dann ist das eben so.

Mit Pauschalisierungen, wie es die AfD liebt, kommt man nicht weiter. Gleiches trifft auf das Auseinanderreißen von Zusammenhängen zu. Schaut man sich China an, so ist BYD weltweit Nr. 1 bei E-Fahrzeugen. In Shenzhen waren tausende E-Busse umher. Es geht hier auch um Wertschöpfung sowie Maßnahmen und Instrumente, wie man E-Fahrzeuge auf die Straße bekommt. Nachweislich leben wir derzeit mit einem hohen Anteil von CO2 in der Atmosphäre, die es so in der Menschengeschichte wohl noch nicht gab. Temperaturen brechen Rekorde. E-fahrzeuge allein sind aber keine Lösung, es braucht Vermeidung von Verkehr und Verlagrung z.B. auf die Schiene. Deutschläner Würste in Spanien und spanische Hähnchen in der Tiefkühktruhe bei Netto sind ein so negatives Beispiel!

Mit Pauschalisierungen, wie es die AfD liebt, kommt man nicht weiter. Gleiches trifft auf das Auseinanderreißen von Zusammenhängen zu. Schaut man sich China an, so ist BYD weltweit Nr. 1 bei E-Fahrzeugen. In Shenzhen waren tausende E-Busse umher. Es geht hier auch um Wertschöpfung sowie Maßnahmen und Instrumente, wie man E-Fahrzeuge auf die Straße bekommt. Nachweislich leben wir derzeit mit einem hohen Anteil von CO2 in der Atmosphäre, die es so in der Menschengeschichte wohl noch nicht gab. Temperaturen brechen Rekorde. E-fahrzeuge allein sind aber keine Lösung, es braucht Vermeidung von Verkehr und Verlagrung z.B. auf die Schiene. Deutschläner Würste in Spanien und spanische Hähnchen in der Tiefkühktruhe bei Netto sind ein so negatives Beispiel!

Mehr ist dieser Kommentar nicht. Der C02-Anteil ist heutzutage niedriger als er jemals war. Der Wert steigt erst leicht wieder seit Beginn des Holozäns, welches vor über 11.700 Jahren begann (mit einer normalen Erwärmung der Erde). Ja, damals hatten wir auch schon Autos...Davor waren die CO2-Werte exorbitant höher und es war im Schnitt deutlich wärmer als heutzutage. Übrigens ist auch das Schmelzen der Polkappen ein natürliches Phänomen, welches durch Warmzeiten eingeleitet wird. Arten kommen und gehen - Anpassung ist das Stichwort, welches die Natur seit der kambrischen Explosion regelt.

Stichwort E-Autos: Schwachsinn, denn es kommt auch dort an, woher der Strom kommt. Aktuell kommt nämlich sämtlicher Strom in Deutschland über Kohlekraftwerke, da Naturenergien einfach zu uneffizient sind. Das CO2 macht übrigens auch fast nichts am Treibhauseffekt aus und ohne hätten wir durchschnittlich Minusgrade.