:

Luxushotel vor dem Aus?

Kerngebäude des Landhotels in Teschow ist das alte Gutshaus der Adelsfamilie von Blücher. Doch der derzeitige Eigentümer gibt allem Anschein nach den Betrieb zum Jahresende auf.
Kerngebäude des Landhotels in Teschow ist das alte Gutshaus der Adelsfamilie von Blücher. Doch der derzeitige Eigentümer gibt allem Anschein nach den Betrieb zum Jahresende auf.
Carsten Buettner

Unter den Schlosshotels der Mecklenburgischen Schweiz eilt Burg Schlitz der Ruf des elitär-luxuriösen voraus, Teschow gilt als populär-sportiv. Doch am Status des Letzteren häufen sich in jüngster Zeit die Fragezeichen.

„Golfhotel“ steht auf den mintgrünen Hinweisschildern an der Kreisstraße in Teschow. Sie sind nicht ganz zeitgemäß, denn diese Bezeichnung hat das Landhotel im Schloss längst abgelegt. Doch die Zeit ist schnelllebig. Derzeit verdichten sich die Anzeichen, dass die Tage des Schlosshotels selbst gezählt sind. In dem kleinen Dorf am Ostufer des Teterower Sees pfeifen’s die Spatzen von den Dächern. „Zum Jahresende soll Schluss sein. Dem Personal wurde schon gekündigt. Ich bin gespannt, was dann aus dem ganzen Anwesen wird“, sagt ein Dorfbewohner, während er auf seinem Grundstück im Frühjahrsputz pusselt.

Ganz so abwartend nimmt Matthias Hantel die Angelegenheit nicht hin. Der Teschower sitzt immerhin in der Stadtvertretung Teterow. „Ich habe mich ganz offiziell an den Bürgermeister gewandt und um Aufklärung gebeten. Wenn das Hotel den Betrieb einstellen sollte, wäre das gravierend für den Ort und in solchen Fällen sieht die Kommunalverfassung die Einberufung einer Einwohnerversammlung vor“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Die Hotel-Direktorin schweigt

Er hat allen Grund über den Lauf der Dinge brüskiert zu sein. Zum einen hatte der Landwirtschaftsbetrieb in Alt Sührkow, den er als Geschäftsführer leitet, in den 90er- Jahren große Flächen an den damaligen Investor Alfred Rüssel für die Anlage eines Golfplatzes verkauft. Darüber hinaus war das anschließende Bodenordnungsverfahren, dem Hantel ebenfalls vorstand, auf den Hotelbetrieb zugeschnitten. Anfang der 90er-Jahre machte der Ort, von einigen Eigenheimen abgesehen, einen ebenso maroden Eindruck wie das völlig desolate Gutshaus. Dessen Ausbau zum Hotel gab dem Dorf neuen Auftrieb. Im Jahr 2007 hatte Bauherr und Betreiber Rüssel sich zurückgezogen und die arcona-Gruppe übernahm den Betrieb. Sollte der jetzige Betreiber sich von dem Haus trennen, ist völlig offen, ob es als Hotel weitergeführt wird. Gerüchteweise wird von einem Kurhotel oder gar einer klinischen Einrichtung gesprochen.

Die Direktorin des Landhotels, Ruth Ramberger, ist indes nicht bereit, sich öffentlich zur Zukunft des Hauses zu äußern. Sie verweist auf die Geschäftsführung der arcona-Gruppe in Rostock. Dort signalisierte man auf Nordkurier-Nachfrage allerdings nur, demnächst die Öffentlichkeit informieren zu wollen.