ÜBER KREISGRENZEN HINWEG

Malchin bietet Amt Gnoien Fusions-Gespräche an

Wird der größte Landkreis Deutschlands noch größer? Über die Seenplatten-Grenze hinweg will das Amt Malchin mit dem Amt Gnoien im Kreis Rostock sprechen.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Malchin pokert über die Kreisgrenzen hinweg.
Malchin pokert über die Kreisgrenzen hinweg. © Gundolf Renze - Fotolia.com
Gnoien.

In in Gnoien ist in den vergangenen Monaten schon viel Post zu den Fusionsverhandlungen im Amt Gnoien angekommen und hinausgeschickt worden. Doch nun erreichte die Gnoiener Amtsverwaltung ein Brief, mit dem man hier gar nicht gerechnet hatte.

Absender ist Malchins Bürgermeister Axel Müller (CDU), der zugleich Verwaltungs-Chef des Amtes Malchin ist. Offenbar verfolgt man auch im Malchiner Rathaus die schwierige Suche nach Fusionspartnern im Amt Gnoien. Malchin habe dem Amt Gnoien nun in dem Schreiben Gespräche zu dem Thema angeboten, bestätigte die amtierende Leitende Verwaltungsbeamtin Ruth Ehlert am Dienstag gegenüber dem Nordkurier. Die Mitglieder des Amtsausschusses seien über den Malchiner Brief informiert worden, doch Reaktionen gebe es noch keine.

Gespräche auch mit einer Gemeinde im anderen Kreis

Post aus Malchin hat aber auch die Gemeinde Altkalen bekommen, was hier allerdings weniger verwundern dürfte. Immerhin hatte Altkalen im Juli beschlossen, mit allen benachbarten Ämtern einmal über die Fusions-Thematik zu reden. Und zu den Nachbarämtern zählt eben auch Malchin.

Gesprächen wolle man sich denn auch nicht verschließen, allerdings ist man im Umfeld von Gnoien wohl doch eher skeptisch, ob Schwerin einer Fusion von Ämtern oder Gemeinden verschiedener Landkreise zustimmen würde. Logische Folge wäre dann, dass eine Seite den Landkreis wechseln müsste.

Boddin kann nicht mehr allein existieren

Unabhängig vom Malchiner Briefverkehr hat unterdessen am Montagabend die Gemeinde Boddin beschlossen, ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Fünf der sechs anwesenden Gemeindevertreter stimmten für eine Fusion. Als Fusionspartner kämen Behren-Lübchin und Walkendorf in Frage. „Ich tendiere eher zu Walkendorf“, sagte die Bürgermeisterin. Behren-Lübchin habe bereits relativ viele Einwohner. Wer der richtige Partner ist, das müssen die Boddiner nun bei Fusionsverhandlungen herausbekommen.

In der Gemeinde Lühburg kann man sich offenbar durchaus eine Zukunft mit Behren-Lübchin vorstellen, eine erste Gesprächsrunde habe dazu bereits stattgefunden, wie Behren-Lübchins Bürgermeister Birger Ziegler berichtet. Finkenthal hat dagegen eine „Brautschau“ im Amt abgelehnt.

Die Vorgabe des Innenministeriums, das im Amt Gnoien künftig nur noch drei oder vier statt derzeit sieben Gemeinden sehen will, dürfte damit verfehlt werden. Es droht der Zwangsanschluss an Tessin. Ob daran die Malchiner Offerte noch etwas ändern kann, lässt sich noch nicht abschätzen.

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