GUMMI-HALDE

Malchin: Noch eine böse Überraschung auf Reifen-Friedhof

Bei der Beräumung der Gummihalde sind nun noch weitere Altlasten ans Licht gekommen. Und das kurz vor dem Baubeginn für einen Solarpark auf dem Gelände.
Ob Winter- oder Sommerreifen, wahlweise auch mit Felge – auf der Halde im Malchiner Gewerbegebiet ist noch immer alles z
Ob Winter- oder Sommerreifen, wahlweise auch mit Felge – auf der Halde im Malchiner Gewerbegebiet ist noch immer alles zu finden. Auch hunderte Tonnen von Gummigranulat und Schreddermaterial müssen abtransportiert werden. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Aus Mangel am Rohstoff Gummi ist die einstige Recyclingfirma im Malchiner Gewerbegebiet „Mühlenfeld“ gewiss nicht zugrunde gegangen. Auch 16 Jahre nach der Pleite des Unternehmens liegt noch immer ein riesiger Reifenberg im Schatten des Bahndamms – obwohl die Gummihalde in den vergangenen Jahren schon deutlich kleiner geworden ist und Tausende Pneus zur Verwertung abgeholt wurden. Die Solarfirma MES mit Sitz in Parchim will auf dem Grundstück noch in diesem Jahr mit dem Aufbau eines Solarparks beginnen und rechnete damit, nunmehr vor dem Abschluss der Reifen-Entsorgung zu stehen. Da tauchte jetzt noch einmal eine böse Überraschung auf. Unter den alten Reifen waren bereits im vergangenen Jahr in einer Senke etwa 400 Tonnen Gummigranulat entdeckt worden – geschreddertes Reifenmaterial, mit dem damals wohl so etwas wie ein Weg durch den Reifenfriedhof angelegt worden war. Doch die Altlasten reichen wohl noch weiter in das Erdreich. „Kurz vor Abschluss der Maßnahme ist noch einmal vergrabenes Schreddermaterial gefunden worden, was die Entsorgungskosten um etwa 108 000 Euro steigen lässt“, teilte Bürgermeister Axel Müller (CDU) jetzt mit. Es soll sich um weitere 550 Tonnen handeln, die nun noch abgefahren werden müssen.

Die Entsorgung braucht aber ihre Zeit. Ein Teil des alten Gummis gelangt in den Brennofen einer Zementfabrik, der Rest wird recycelt. In diesen Mengen ist dies aber nur in Süddeutschland möglich, was also mit langen Transportwegen verbunden ist. Eigentlich sollte das Reifenlager bereits Ende des vergangenen Jahres komplett verschwunden sein.

Stadt schloss Deal mit einer Solarfirma

Für die Entsorgung waren zunächst Kosten in Höhe von 200 000 Euro veranschlagt worden. Das war auch der Grund, warum die Stadt Malchin die Altlast über viele Jahre lieber nicht anfassen wollte. Selbst dann nicht, als das Gummilager vor einigen Jahren einmal in Flammen stand und nur mit den Schaumreserven aus der ganzen Region gelöscht werden konnte.

Nun fällt die Entsorgungssumme also noch deutlich höher aus. Immer mehr zeigt sich damit, dass die Stadt mit der Solarfirma offenbar einen für Malchin recht vorteilhaften Deal geschlossen hat, der anfangs allerdings heftig umstritten war. Weil MES in Malchin den größten Reifen-Friedhof weit und breit abräumt, verzichtet die Stadt im Gegenzug auf die Pachteinnahmen für den Solarpark, die in den nächsten 20 Jahren etwa 150  000  Euro ausgemacht hätten.

Damit der Aufbau der Solaranlage tatsächlich noch in diesem Jahr starten kann, wird die Dezember-Sitzung der Stadtvertretung extra um eine Woche vorgezogen, um noch nötige Änderungen des Bebauungsplanes im Gewerbegebiet auf den Weg bringen zu können.

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