Der gesamte Malchiner Marktplatz lagert mit seinem Alt-Pflaster derzeit auf dem Gelände des Stadtbauhofes. Die ersten Ste
Der gesamte Malchiner Marktplatz lagert mit seinem Alt-Pflaster derzeit auf dem Gelände des Stadtbauhofes. Die ersten Steine sind nun an anderen Stellen wieder verplant. Torsten Bengelsdorf
Keinen schönen Anblick bietet hier die Dorfstraße in Pinnow. Das soll sich im nächsten Jahr ändern.
Keinen schönen Anblick bietet hier die Dorfstraße in Pinnow. Das soll sich im nächsten Jahr ändern. Torsten Bengelsdorf
Straßenbau

Malchin verteilt seine berüchtigten Pflastersteine an Ortsteile

Wie steinreich die Stadt ist, kann man im Bauhof sehen. Hier lagert das Marktpflaster, das durch fußgängerfreundlichere Steine ersetzt wurde. Was passiert mit den ungeliebten Holpersteinen?
Malchin

Noch im Frühjahr hatten die Pinnower einen ganz schlimmen Verdacht. Seitdem das Dorf zusammen mit Duckow zum Malchiner Stadtgebiet gehört, wartet Pinnow darauf, dass endlich mal eine vernünftige Dorfstraße gebaut wird. Das hatte Malchin seinem kleinen Ortsteil immerhin im Fusionsvertrag versprochen. Sogar ein Teil der Fusionsprämie war für den Straßenbau reserviert worden. Doch passiert ist bis heute – nichts. Hat Malchin das Geld für den Pinnower Straßenbau etwa bei der Sanierung des Marktplatzes verpulvert?, fragte sich da schon manch Pinnower.

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Steine werden im Ortsteil eingesetzt

Und tatsächlich gibt es jetzt einen Zusammenhang zwischen den im Frühjahr abgeschlossenen Marktplatz-Bauarbeiten und dem Pinnower Straßenbau, allerdings einen ganz anderen, als man bisher in Pinnow vermutet hatte.

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Im kommenden Jahr soll die Dorfstraße nun endlich in vier Bauabschnitten komplett erneuert werden. Interessant ist dabei vor allem der Kreuzungsbereich direkt am Pinnower Park. Während die Fahrbahn einen Asphaltstreifen erhalten soll, werde die Kreuzung komplett mit Natursteinpflaster befestigt. Und dabei sollen die alten Pflastersteine vom Malchiner Marktplatz zum Einsatz kommen, wie Bürgermeister Axel Müller (CDU) jetzt bestätigte.

Hoppelpflaster soll Kreuzung befestigen

Die Stadt hat das ungeliebte Marktpflaster nicht etwa entsorgt, sondern erst einmal im Stadtbauhof eingelagert, um es bei Bedarf dann wieder zu verwenden. Zum Beispiel eben in Pinnow. Dass das Hoppelpflaster die Dorfbewohner nun aber künftig genauso nervt wie einst die Malchiner, ist nicht zu befürchten. Schließlich wird die Kreuzung vorwiegend für den Dorfstraßenverkehr, insbesondere auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge befestigt und nicht vordergründig für Fußgänger.

Weitere Verwendung schon im Visier

Ohnehin bekommt Pinnow nur einen geringen Teil der vielen Marktplatzsteine ab, auch für den Ortsteil Scharpzow sind noch welche vorgesehen – als dekorative Gestaltung vor dem Gutshaus, wie es aus der Stadtverwaltung heißt. Mit den roten Granitplatten, die einst direkt vor der Rathaus-Treppe lagen, will die Stadt dagegen den Vorplatz der Lindenturnhalle verschönern – die Platten sollen den Findling vor der Halle einfassen.

Lärmbelästigung in der Mühlenstraße befürchtet

In der Malchiner Mühlenstraße, die im kommenden Jahr nach umfangreichen Tiefbauarbeiten von Asphalt auf Pflastersteine umgestellt werden soll, findet das Marktpflaster dagegen keine Verwendung. Hier sollen die Steine aufgenommen und wieder neu verlegt werden, die jetzt noch unter der Asphaltschicht schlummern.

Ein ziemlich umstrittener Plan, wie sich bereits auf der jüngsten Bau-Ausschusssitzung zeigte. Hier war vor der Lärmbelästigung gewarnt worden, wenn die Autos künftig über eine Naturstein-Fahrbahn rollen. Zumal noch gar nicht ganz klar ist, wie die Steine unter dem Mühlenstraßen-Asphalt eigentlich aussehen.

Dass die Stadt bei den Straßenarbeiten auf das alte Malchiner Pflaster setzt, hat natürlich vor allem einen Grund: Kostenersparnis.Die Steine liegen vor und müssen nicht erst eingekauft werden.

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