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Zum Winterende werden in vielen Gärten bald wieder die Sträucher und Bäume beschnitten. Das anfallende Gestrüpp landet dann oftmals im Gartenfeuer. Oder künftig etwa nicht mehr? © Rosalie P. - Fotolia.com
Manche Gartenfeuer machen mächtig Qualm. In Malchin wird nun über ein Verbrennungsverbot diskutiert.
Manche Gartenfeuer machen mächtig Qualm. In Malchin wird nun über ein Verbrennungsverbot diskutiert. Stefan Hoeft
Verbrennungsverbot

Malchin will bei Gartenfeuern nicht mehr lange fackeln

Eigentlich wollte Malchin bei der Frage eines Verbrennungsverbotes nichts mehr auf die lange Bank schieben. Doch ganz so einfach ist die Sache nun doch nicht.
Malchin

Nur noch fünf Wochen, dann heißt es wieder „Feuer frei“ in vielen Kleingärten der Region. Grünschnitt darf dann ab 1. März wieder verbrannt werden. Eigentlich aber auch nicht. Denn überall dort, wo es andere „zumutbare“ Möglichkeiten gibt, das Grünzeug zu entsorgen, gilt ein Verbrennungsverbot. Der Begriff „zumutbar“ lässt sich aber sehr breit auslegen.

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Wer etwa keine Schubkarre oder keinen Anhänger hat, um seine abgeschnittenen Sträucher oder Äste in Malchin zum Remondis-Wertstoffhof zu bringen, für den könnte der Transport der Gartenabfälle schon ziemlich anstrengend, wenn nicht gar unzumutbar werden.

Malchin will bei den im März und Oktober immer wieder aufkommenden Rauchschwaden jetzt für klare Verhältnisse sorgen und hat auf der jüngsten Sitzung des Bau-Ausschusses mit der Diskussion über ein Verbrennungsverbot begonnen. Zwar habe die Qualm-Belästigung in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, wie Bürgermeister Axel Müller (CDU) zu beobachten glaubt. „Dennoch haben wir da immer noch einige Experten zum Beispiel am Fuhrtsberg oder am Philosophenweg, die es auch übertreiben“, findet der Bürgermeister.

Mit einem Verbot allein wird es wohl aber nicht getan sein, waren sich die Mitglieder des Bau-Ausschusses schnell einig. „Gar nicht mehr verbrennen, fördert die illegale Entsorgung“, warnte etwa die Ausschussvorsitzende Ute Bremer (SPD). Die Lösung könnten sogenannte Big Bags sein, in die die Gartenfreunde an mehreren Standorten in der Stadt ihr Brenngut hineinwerfen könnten. Der Vorteil: Zumindest ein Teil des Inhalts der Big Bags könnte in den Biomasse-Heizkraftwerken energetisch verwertet werden – also praktisch Gartenfeuer mit Rauchfiltern zur Wärmegewinnung. Wobei nun nicht jeder Gartenabfall wie etwa Laub oder Grünschnitt für den Bio-Ofen geeignet ist. Doch wie sieht es mit dem Kompostieren aus?

Die Riesen-Säcke haben auch Nachteile

Und noch ein Nachteil: In anderen Städten, die bereits Big Bags im Einsatz haben, werden hierin nicht nur pflanzliche Abfälle entsorgt, sondern zu etwa einem Drittel auch anderer Müll, wie der Bürgermeister berichtete. Den Transport der riesigen Säcke müsste zudem der Stadtbauhof übernehmen, wodurch der Stadt neben der Anschaffung der Big Bags dann noch weitere Kosten entstehen dürften.

Fraglich ist auch, ob sich ein Verbrennungsverbot in den Malchiner Ortsteilen überhaupt durchsetzen lässt und ob es nicht vielleicht nur für das Stadtgebiet von Malchin gelten sollte. „Flächendeckend kontrollieren können wir das sowieso nicht“, schränkte der Bürgermeister schon einmal ein.

Ein generelles Verbrennungsverbot bereits im März müssen Malchins Zündler also noch nicht befürchten. Und im Oktober? Durchaus möglich. Die Stadt wolle in den nächsten Wochen Vor- und Nachteile einer solchen Regelung einmal zusammentragen und dann die Stadtvertreter entscheiden lassen, kündigte Axel Müller an.

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Ganz anders war die Stadt Dargun im vergangenen Herbst mit dem Thema umgegangen. Sie hatte eine Umfrage zu der Duftmarke verbrannter Gartenabfälle gestartet. Die überwiegende Mehrheit hatte dabei gegen die Gartenfeuer nichts einzuwenden.

 

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