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Dauerbaustelle

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Malchin will Verkehr auf B104-Umleitung halbieren

Immer wieder mogeln sich schwere Laster durch die Thünenstraße, die nur für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen frei befahrbar ist. Sporadische Kontrollen der Polizei ließen die Verstöße allerdings abnehmen.
Immer wieder mogeln sich schwere Laster durch die Thünenstraße, die nur für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen frei befahrbar ist. Sporadische Kontrollen der Polizei ließen die Verstöße allerdings abnehmen.
Eberhard Rogmann

Seit Teterow eine Straße für Lkw dicht machte, liegen in Malchin die Nerven blank. Der Schwerlastverkehr auf der B 104 rollt dort durch. Mit Folgen.

Die Sperrung der Bundesstraße 104 in Teterow für Lkw wird bei den Nachbarn in Malchin mit immer mehr Argwohn betrachtet. Seitdem sich die schweren Laster auf der Umleitungsstrecke auch durch die enge Bahnhofstraße von Malchin quälen, häufen sich jetzt Berichte von Anwohnern über Risse in ihren Häusern. Von der Lärmbelästigung und der Gefährdung vor allem von Kindern und älteren Bürgern durch die Zunahme des Verkehrs ganz zu schweigen.

In Malchin will man es nun offenbar nicht länger hinnehmen, die Anwohner für eine gesperrte Straße in Teterow leiden zu lassen. Bürgermeister Axel Müller (CDU) drängt auf ein Krisengespräch mit den beiden Straßenbauämtern in Stralsund und Neustrelitz sowie mit seinen Amtskollegen von Teterow und Dahmen. „Wir wollen erst einmal hören, welche Vorschläge es gibt, die Situation zu verbessern“, sagt Müller. Er wolle anregen, dass in der Bahnhofstraße so schnell wie möglich ein sogenanntes Beweissicherungsverfahren angesetzt wird, bei dem die Schäden an den Häusern dokumentiert werden. So sei es leichter, später Schadensersatzforderungen durchzusetzen.

Brummi-Fahrer mogeln sich durch

Allerdings mehren sich in Malchin auch die Stimmen, dass Teterow die Laster zumindest in eine Richtung wieder durchlassen sollte, um so die Umleitung über Dahmen und Malchins Bahnhofstraße zu entlasten. Befeuert wurden diese Forderungen noch durch eine Einschätzung aus dem Teterower Rathaus, nach der sich ohnehin einige Brummi-Fahrer durch die von-Thünen-Straße mogeln würden. Die Stadtverwaltung Teterow pocht indes darauf, dass die Thünenstraße baulich nicht für einen dauerhaften Schwerlastverkehr ausgelegt sei. Schon jetzt sei die hohe Zahl von Ausnahmegenehmigungen für Fahrzeuge lokaler Firmen und den Lieferverkehr grenzwertig.

Auch hier sind an Gebäuden erste Beweissicherungsverfahren vorgenommen worden. Dazu komme, dass der schwache Unterbau bei den Belastungen zu Schäden an den alten Rohrleitungen unter der Fahrbahn führen würde. Nicht umsonst erfolgte die Anbindung der Kreisstraße 50 von Neukalen an die B 104 in der Malchiner Straße und führt nicht durch die Thünenstraße zum Platz des Friedens. Des Weiteren sei der Fahrbahnbelag nicht für ein Verkehrsaufkommen ausgelegt, wie es auf der B 104 üblich ist.

Doch auch die Führung der Laster aus Richtung Malchin über die Neukalener Straße und den Fischersteig an die B 108, die sogenannte Osttangente in Teterow, wird als nicht praktikabel zurück gewiesen. Hier ist das Nadelöhr die enge Kurve von der Neukalener in die Gartenstraße. Diese verläuft in einem spitzen Winkel, was den Wenderadius größerer Laster überfordert. Deshalb wurde auch diese Straße für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt. Das sieht auch die Verkehrsbehörde des Landkreises Rostock so. Es sei nicht daran gedacht, an der Umleitung etwas zu ändern, heißt es aus Güstrow.