Saisonvorbereitung

Malchiner Freibad lässt 1,2 Millionen Liter in die Peene laufen

Zum Saisonstart muss im Malchiner Peenebad noch schnell das Wasser gewechselt werden. Doch was heißt hier schnell? Das ganze dauert fast zwei Wochen.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Ein Anblick, der sich nur einmal im Jahr bietet: Das Peenebad sitzt auf dem Trockenen. Das Badewasser vom Vorjahr wurde abgelassen, jetzt laufen 1,2 Millionen Liter neues Wasser nach.
Ein Anblick, der sich nur einmal im Jahr bietet: Das Peenebad sitzt auf dem Trockenen. Das Badewasser vom Vorjahr wurde abgelassen, jetzt laufen 1,2 Millionen Liter neues Wasser nach. Torsten Bengelsdorf
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Malchin.

Er hat es wieder getan: Malchins Peenebad-Chef Holger Andrys hat so etwas wie den „Stöpsel“ im großen Schwimmerbecken gezogen und 1,2  Millionen Liter Wasser gingen den Bach runter – oder besser die Peene. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von zehn vierköpfigen Familien. Etwa drei Wochen vor dem Saisonstart muss das alte Badewasser raus aus der Riesen-Wanne, wo es über den Winter noch eine wichtige Funktion hatte: Die Wassermassen bauen den notwendigen Gegendruck auf, damit die Blechverkleidung in der kalten Jahreszeit keinen Schaden nimmt.

Eine Woche lang lief das Wasser jetzt aus dem geöffneten Ventil in die am Freibad vorbeifließende Peene. Doch was ist mit dem Chlor, mit dem das Badewasser im Sommer sauber gehalten wird – gelangt das Desinfektionsmittel nun etwa auch in die Peene? „Nein“, sagt Andrys. Das abgestandene Badewasser sei frei von Chemikalien, die Reste der Chlorverbindungen hätten sich über den Winter zersetzt.

Inzwischen läuft nun frisches Wasser ein – allerdings nicht aus der Peene, sondern aus dem Trinkwassernetz. Etwa vier Tage dauert es, bis die Schwimmerwanne voll ist, in der in zwei Wochen der Malchiner Badebetrieb wieder anläuft. In diesem Jahr übrigens noch einmal ohne Wasserheizung. Doch wird Andrys in der bevorstehenden Saison viele Fragen von den Freibad-Gästen zu beantworten haben, wie das wohl funktionieren soll mit dem geplanten Schiebedach. Die Stadt bekommt dafür 792.000 Euro aus dem Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen“. Ob vielleicht schon im Herbst mit dem Aufbau der Fertigteile begonnen werden kann, ist noch nicht raus. Wegen der Förder-Regeln müsse erst einmal geklärt werden, ob es noch weitere Hersteller solcher Dachkonstruktionen gibt, die den Bau übernehmen könnten.