GEDENKSTÄTTE BESUCHT

Malchiner Schüler erzählen von Auschwitz

Eine Reise führte Zehntklässler aus Malchin ins polnische Oswiecim. Am Freitag wollen sie im Gymnasium möglichst vielen Menschen berichten, wie sie dort Geschichte erlebt haben.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Im Fritz-Greve-Gymnasium wollen Zehnklässler am Freitag von ihrer Reise nach Auschwitz berichten und laden die Malchiner dazu ein.
Im Fritz-Greve-Gymnasium wollen Zehnklässler am Freitag von ihrer Reise nach Auschwitz berichten und laden die Malchiner dazu ein. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

„Oswiecim klingt wie der Name eines schönen duftenden Mädchens..... Aber Oswiecim ist Auschwitz.” Geschichtslehrerin Kerstin Simonn-Piotrowski ist mit den Zehntklässlern des Fritz-Greve-Gymnasiums Malchin dort gewesen. Nun möchten die Schüler den Menschen in ihrer Heimat von Auschwitz und von der polnischen Stadt am Fluss Sola erzählen und laden Interessierte am 5. April um 19 Uhr zu sich in die Aula der Schule ein.

Ka-Tzetnik habe als Hälftling 135 633 Auschwitz überlebt. „Er hat uns davor gewarnt zu glauben, dass wir Menschen berühren könnten, indem wir ihnen wieder und wieder Filme von Auschwitz zeigen, Fotografien mit Bergen von Leichen, mit Gräbern voller Skelette. Solche Bilder geraten in Gefahr, unwirksam zu bleiben”, erklären die Gymnasiasten. Sechs Jahre, sieben Monate und 27 Tage würde das Verlesen aller Namen und Lebensdaten der sechs Millionen Menschen dauern, die Opfer des Holocaust geworden sind.

Betroffenheit ist Fehl am Platz

Lehrer sollten aufhören, von ihren Schülern Betroffenheit beim Thema Nationalsozialismus zu erwarten, habe auch der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald gemahnt. Über Betroffenheit erreiche man niemanden. In der Schule habe sie nichts zu suchen, da sie ein Instrument sei, sich gerade nicht mit der Geschichte zu befassen. Aber wie dann?

Die Zehntklässler haben in Auschwitz versucht, diese Frage zu beantworten. Jetzt bitten sie die Malchiner, ohne Betroffenheit am Freitag in ihre Schule zu kommen und ihnen zuzuhören, was sie von ihrer Reise zu erzählen haben. „Für uns ist es ein Herzensanliegen”, sagen sie. Denn: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen, darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben”, zitieren sie den italienischen Schriftsteller Primo Levi, der Zeuge und Überlebender des Holocaust war.

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