Bürgerbefragung

Malchiner sollen über „Marcus-Stadt“ abstimmen

Mit einer Bürgerbefragung soll nun geklärt werden, ob sich Malchin einen Beinamen zulegt. Doch kann eine solche Abstimmung noch zur Kommunalwahl am 26. Mai über die Bühne gehen?
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Für einen offiziellen Beinamen müssten alle 23 Malchin-Tafeln in der Stadt und in den Ortsteilen ausgetauscht werden.
Für einen offiziellen Beinamen müssten alle 23 Malchin-Tafeln in der Stadt und in den Ortsteilen ausgetauscht werden. Torsten Bengelsdorf
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Malchin.

In Malchin bahnt sich eine neue Bürgerbefragung an. Die Einwohner sollen sich dabei entscheiden, ob sich Malchin künftig „Marcus-Stadt” nennen soll oder nicht. Der fraktionslose Stadtvertreter Martin Jahrmärker hat diese Befragung zum Zusatznamen ins Spiel gebracht und einen entsprechenden Antrag für die Stadtvertretung eingereicht. Am liebsten wäre es ihm, dass die Bürger gleich am Wahltag im Mai darüber abstimmen könnten. Sollte dies so kurzfristig nicht möglich sein, käme für ihn aber auch die nächste Bürgermeisterwahl in Malchin in Frage, die allerdings erst im Jahr 2022 ansteht.

Rechtlich bindend sind solche Bürgerbefragungen nicht. Allerdings beugen sich Kommunalparlamente in fast allen Fällen dem Willen der Mehrheit, wenn dem nicht wichtige Argumente im Wege stehen. Die Stadtvertreter sollen nun auf ihrer Sitzung am 8. Mai über den Vorschlag Jahrmärkers entscheiden. „Gibt es hier eine Mehrheit für die Bürgerbefragung, werden wir alles Mögliche tun, um sie am 26. Mai über die Bühne zu bringen”, erklärte Malchins Bürgermeister Axel Müller (CDU) am Dienstag.

Siegfried Marcus wurde am 18. September 1831 in Malchin geboren und gilt als der berühmteste Sohn der Stadt. Marcus hatte als Erster Benzin in einem Verbrennungsmotor zum Antrieb eines Wagens eingesetzt. Er ist allerdings nicht – wie immer mal wieder angenommen wird – der Erfinder des Automobils.