Wassertourismus

Malchiner Sportboothafen verkommt immer mehr zur Müllhalde

Vom einstigen Glanz des Anlegers, an dem neben einem Fahrgastschiff auch manch teures Boot festmachte, ist nichts geblieben. Was sagt der Eigentümer dazu?
Die Hafengaststätte hat längst geschlossen. Doch Publikumsverkehr scheint es zumindest an der „Außengast
Die Hafengaststätte hat längst geschlossen. Doch Publikumsverkehr scheint es zumindest an der „Außengastronomie“ weiter zu geben, wie der Müll auf dem Platz zeigt. Torsten Bengelsdorf
Malchins Sportboothafen hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen.
Malchins Sportboothafen hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Torsten Bengelsdorf
Malchin

Das waren noch faszinierende Bilder, als die schmucke „Veritas“ am Sportboothafen am Rande des Malchiner Industriegebietes festmachte. 39 Liegeplätze waren hier mit einer großzügigen Landes-Förderung an den Peenekanal gesetzt worden. Dazu eine noble Hafengaststätte.

Lange ist das her. Das Fahrgastschiff schippert längst in französischen Gewässern, die Hafenkneipe hat schon seit Jahren keine Gäste mehr gesehen und der Anleger geht langsam in die Brüche. Dennoch scheint der Sportboothafen immer noch ein beliebter Treffpunkt zu sein – wenn auch von recht zweifelhaften Gestalten. Der Platz um die Gaststätte ist mit Scherben übersät, Bierdosen, Essensverpackungen, Wegwerfgrill sind die Hinterlassenschaften von mancher Party, die hier offensichtlich immer noch gefeiert wird.

Bootsvermieter hat Interesse verloren

Und wo erst einmal so viel Abfall herumliegt, kommt schnell noch weiterer Müll hinzu. Einige Spaziergänger, die sich zu dem abgelegenen Sportboothafen verirrt hatten, schlugen jetzt auch noch Alarm, weil einige der Stromkästen an der Steganlage einfach ins Wasser geworfen worden waren. Die einst stolze Privatmarina ist längst zum Sorgenkind an Malchins Wasserzufahrtsstraße geworden. Selbst beim Grill- und Fragenachmittag von Malchiner Schülern mit Bürgermeister Axel Müller hatte das Thema in dieser Woche eine Rolle gespielt.

Hafeneigentümer ist bereits seit einigen Jahren der Gnoiener Helmuth Meier. Er kennt den Zustand seines Malchiner Besitzes. „Sie glauben gar nicht, wie viel Müll ich hier schon aufgesammelt habe. Auch in die Gaststätte ist schon öfter eingebrochen worden“, beklagt er. Von der Euphorie, mit der er vor fünf Jahren noch von seinen Plänen zur Wiederbelebung des Hafens sprach, ist nicht viel übrig geblieben. Ein Hausbootvermieter habe zuletzt Interesse an dem Anleger gezeigt, doch dann auch schnell wieder die Segel gestrichen.

Kritiker hatten schon früh gewarnt

Im Peenekanal lauern für die Skipper mit einer Reihe umgestürzter Bäume schwer zu kalkulierende Gefahren. Auch Ideen anderer Interessenten seien mittlerweile gescheitert. Pläne, wie der Hafen wieder in Schwung gebracht werden könnte, hat der Gnoiener derzeit nicht. Immerhin wolle er aber das Gelände im kommenden Frühjahr sichern. Der Parkplatz solle mit Betonklötzen versperrt, die Gaststätte eingezäunt werden und auch die Stege wolle er reparieren, wobei hier auch der Unterbau erneuert werden müsse. Für die Elektrokästen kann Helmuth Meier Entwarnung geben. Der Strom sei längst abgeklemmt. Eine Gefahr gehe damit von den im Wasser liegenden Versorgungsstationen nicht aus.

Kritiker hatten bereits vor 15 Jahren beim Bau des Hafens gewarnt, dass die Liegeplätze im Schatten des Malchiner Industriegebietes schnell verwaisen könnten. So wie es auch dem sogenannten Industriehafen gleich um die Ecke ergangen ist, mit dem die Stadt Malchin Schiffbruch erlitten hat.

 

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Kommentare (2)

Da ist sie wieder die deutsche Tugend an der sich Flüchtlinge bitte ein Beispiel nehmen sollen.

so sind die Deutschen, vermüllen alles und kümmern sich um nichts.
Komisch, ich habe bisher andere Erfahrungen gemacht. Frage mich gerade wo Sie leben, dass Sie das als deutsche Tugend deklarieren. :o)