BEDÜRFTIGKEIT

Malchiner Tafel reicht Lebensmittel bei Stavenhagern Kirche aus

Einmal in der Woche kommt die Malchiner Tafel auch nach Stavenhagen. Die Lebensmittel werden in einer Garage in der Wallstraße ausgegeben. Doch mit den Corona-Beschränkungen ist es dort zu eng geworden. Das brachte Pastor Kristian Herrmann auf eine Idee.
Katrin Hoffmann (links) und Sabine Hilger aus Malchin reichten die Lebensmittel durch ein Fenster des Pfarrhauses. Bedürf
Katrin Hoffmann (links) und Sabine Hilger aus Malchin reichten die Lebensmittel durch ein Fenster des Pfarrhauses. Bedürftige oder Angehörige von Bedürftigen nahmen die Beutel entgegen. Eckhard Kruse
Bei der Vorbereitung reichte Rica Düde-Grandke die Waren in den Gemeinderaum hinein. Sabine Block nahm die Kisten ab.
Bei der Vorbereitung reichte Rica Düde-Grandke die Waren in den Gemeinderaum hinein. Sabine Block nahm die Kisten ab.
Die Malchiner Tafel fuhr am Mittwoch vor dem Stavenhagener Pfarrhaus vor. Bis zu 44 Haushalte mit mehreren Personen werden in
Die Malchiner Tafel fuhr am Mittwoch vor dem Stavenhagener Pfarrhaus vor. Bis zu 44 Haushalte mit mehreren Personen werden in der Stadt mit Lebensmitteln versorgt. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Sabine Block kennt sich nach zwei Wochen Übung schon ganz gut aus. Die Gemeindesekretärin der evangelischen Kirchengemeinde Stavenhagen tütet Brot, Brötchen, Süßigkeiten und Eier für die Bedürftigen der Tafel in Stavenhagen ein. Wie die anderen ehrenamtlichen Helfer hat sie dabei Nase und Mund hinter einer Corona-Schutzmaske verhüllt.

„Wir sind immer montags in Jürgenstorf und mittwochs in Stavenhagen zuständig“, erläutert Sabine Hilger aus Malchin. Gemeinsam mit Katrin Hoffmann, ebenfalls aus Malchin, packt sie in Windeseile die anderen Lebensmittel für die Bedürftigen ein, die vor dem Pfarrhaus der Kirchengemeinde in der Straße Bei der Kirche 2 sich schon in einer kleinen Schlange aufgestellt haben. Rica Düde-Grandke, Geschäftsführerin des Sozialwerks Malchin, achtet darauf, dass die etwa 35 bis 45 Personen eine Schutzmaske tragen und sich weit genug entfernt voneinander aufgestellt haben. Mitarbeiterin Andra Kabisch checkt die Bedürftigkeit und nimmt den Obolus von 2 Euro pro Erwachsenen entgegen. Denn die Tafel muss derzeit ohne die drei helfenden Hände der Ein-Euro-Kräfte auskommen. „Das hat das Bundesministerium für Arbeit entschieden“, sagt Rica Düde-Grandke.

Pastor hatte die Idee mit der Stadtkirche

Die Geschäftsführerin ist sehr dankbar, dass die Stavenhagener Tafelausgabe von den beengten Räumlichkeiten in der Garage vor drei Wochen in der Wallstraße in den Gemeinderaum umziehen konnte. „Dort war es schwierig für die ehrenamtlichen Mitarbeiter, den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten“, erläuterte sie. Zudem hätten die Menschen wegen der geschlossenen Außenstelle auch bei Regen auf der Straße warten müssen. Doch dann brachte der Stavenhagener Pastor Kristian Herrmann die Idee ein, mit der Ausgabe in den Gemeinderaum oder bei Regenwetter eben in die Stadtkirche zuziehen.

„Ich habe seit ein paar Wochen ehrenamtlich bei der Ausgabe geholfen“, erzählte Herrmann. Dabei sei ihm die Idee gekommen. Er hätte auch nichts dagegen, dass die Ausgabe dauerhaft in den kirchlichen Räumen stattfindet. Aber das müsse noch mit dem Kirchengemeinderat besprochen werden. Auch Rica Düde-Grandke wäre nicht abgeneigt. „Wir suchen eine Lösung, wo die Bedürftigen warten können.“ Das wäre vielleicht im Gemeindehaus gegeben.

Die Bedürftigen fanden es am Pfarrhaus auch angenehmer. „Es ist hier nicht so eng“, sagte ein Mann aus Ivenack, der sich schon seit Jahren Lebensmittel von der Tafel holt und dankbar ist, dass es diese Ausgabe gibt. Man stehe auch nicht auf der Straße, müsse keinem Auto Platz machen. Auf dem Hof ist Platz. Denn die Ausgabe findet derzeit an einem Seitenfenster statt. Auch für den Ritzerower Udo Held, der für einen Verwandten Lebensmittel abholt, ist die Ausgabe am Pfarrhaus besser.

Vor der Ausgabe ab etwa 11 Uhr waren die Helferinnen mit dem auch durch Nordkurier-Hilfe gekauften Fahrzeug in den Märkten unterwegs. „Wir waren gerade bei Aldi, Rewe, Edeka in Stavenhagen.“ Die gleichen Märkte fahre man auch in Malchin an. Und auch Bäcker. Von anderen Märkten bekomme man unregelmäßige Ware. Die Lebensmittel würden immer durch Waren aus dem Tafellager in Malchin aufgestockt. Was oftmals rar ist, sind frisches Obst und Gemüse, so Düde-Grandke.

Vor ein paar Wochen auch in Jürgenstorf gestartet

Mit der Corona-Krise hat die Zahl der Tafelbesucher insgesamt um zehn Haushalte mit teilweise mehreren Personen zugenommen. Einige Bedürftige blieben aber auch weg. Vielleicht aus Furcht, sich anzustecken, vielleicht auch, weil der Busverkehr eingeschränkt ist, meinte Rica Düde-Grandke.

„Ich hatte vorher gar keine Vorstellung, wie aufwändig so eine Ausgabe ist“, sagte Sabine Block. Mit der eigenen Hilfe habe sie nun noch mehr Achtung vor der Leistung der ehrenamtlichen Helfer. „Sie haben schon einen Blick dafür, dass die Lebensmittel für alle reichen.“

In Jürgenstorf ist die Ausgabe vor ein paar Wochen wieder gestartet, weil immer mehr Asylbewerber mit nach Stavenhagen gekommen waren, erläuterte die Geschäftsführerin. Am Montag sei man damit erstmals mit Hilfe von Heidelore Köhler und der Kirchengemeinde Stavenhagen von der Unterkunft in die Dorfkirche umgezogen. Etwa 20 Haushalte mit mehreren Personen wurden hier versorgt. Am Montag wieder ab 10.30 Uhr.

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