Eigemheimbau

Malchiner Wohndorf-Investor streicht die Segel

Mehr als 100 Fertigteilhäuser aus Holz und Glas wollte die Vida World AG noch vor einem Jahr in Malchin und in drei Ortsteilen errichten. Das war einmal.
Am Amselweg sollte einst ein Musterhaus des Wohndorfes 21 entstehen. Mittlerweile ist das Grundstück verkauft, freie Baup
Am Amselweg sollte einst ein Musterhaus des Wohndorfes 21 entstehen. Mittlerweile ist das Grundstück verkauft, freie Bauplätze gibt es damit hier mittlerweile keine mehr. Foto: Torsten Bengelsdorf
Malchin

Sie hatten schon etwas sehr Spezielles, die über 100 Einfamilienhäuser, die eine Schweizer Firma namens Vida World AG am südöstlichen Stadtrand von Malchin (Mecklenburgische Seenplatte) sowie in drei Malchiner Ortsteilen errichten wollte. Vor genau einem Jahr sorgten die Fertigteilhäuser aus viel Glas und Holz in Malchin für einige Aufregung. Drei der vier geplanten Wohndörfer stoppten jedoch die Stadtvertreter, die Häuser würden einfach dem üblichen Bild klassischer Dörfer in der Region widersprechen, hieß es vor einem Jahr. Übrig blieb allein der Plan für 40 Fertigteilhäuser zwischen altem Bahndamm und dem Strauchwerder in Malchin.

Doch auch hier werden die Wohnhäuser, die ohne Beton und Dachziegel gebaut werden sollten, nun nicht mehr entstehen. Im gegenseitigen Einvernehmen sei der städtebauliche Vertrag zur Erschließung des Wohngebietes „Alter Bahndamm“ mit dem Investor gekündigt worden, teilte Bürgermeister Axel Müller (CDU) mit. Dies sei von dem Vertragspartner so gewünscht worden. „Der Erschließungsträger sieht sich auf Grund der aktuellen Situation nicht in der Lage, die Erschließung des Wohngebietes fristgemäß zu realisieren“, erklärte Müller.

Am alten Bahndamm soll trotzdem gebaut werden

Ist das nun das Aus für Malchins geplantes Eigenheimgebiet am alten Bahndamm? Wird die Stadt damit möglicherweise auf längere Sicht gar kein neues Bauland mehr zu bieten haben, nachdem das Wohngebiet Am Amselweg mittlerweile nahezu ausgebucht ist?

Für die Stadt steht viel auf dem Spiel. Malchin steht in Konkurrenz zu seinen Nachbarn, die ebenfalls durch neue Wohngebiete auf Zuzug setzen, um damit die Einwohnerzahlen nicht nur zu stabilisieren, sondern auch wieder allmählich zu erhöhen. Die Stadt habe mittlerweile einen neuen Partner gefunden, der in den städtebaulichen Vertrag für das Wohngebiet am alten Bahndamm einsteigen will, wie Bürgermeister Müller auf Anfrage bestätigte. Es handele sich um eine Projektentwicklungsgesellschaft aus Nienhagen an der Ostsee. Die umstrittene Holz-, Glas-Architektur ist damit vom Tisch. Der neue Erschließungsträger und die Stadt Malchin haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Am 1. März des kommenden Jahres soll mit dem Häuserbau auf der ehemaligen Obstplantage an der alten Bahnstrecke nach Waren begonnen werden. An die 50 Eigenheime sind hier mittlerweile geplant.

Bauabsichten auch in den Ortsteilen

Auch in den beiden Ortsteilen Duckow und Remplin gibt es mittlerweile wieder Bauabsichten. So sollen in Duckow sechs bis acht Wohnhäuser entstehen. In Remplin soll der B-Plan an der Kirche nun endlich in die Tat umgesetzt werden, so dass auch hier bis zu neun Eigenheime gebaut werden können.

„Außerdem wollen wir in Scharpzow prüfen, ob der alte Sportplatz als Baugebiet geeignet ist“, kündigt Bürgermeister Müller an. Lediglich für Gorschendorf, wo ebenfalls vor einem Jahr noch ein „Wohndorf 21“ geplant war, verfolgt die Stadt derzeit keine derartigen Bauabsichten mehr.

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