JAHRESTREFFEN

Malchins Feuerwehr mahnt erneut bessere Ausrüstung an

Verdächtiges Pulver in der Post, ein tödlicher Unfall auf der B 104 oder ein Traktor-Brand zu Weihnachten – die Bandbreite der Malchiner Feuerwehr-Einsätze war 2019 wieder einmal breit gefächert. Doch die Sorgen der Kameraden sind nicht unbedingt kleiner geworden, wie sich auf ihrem Jahrestreffen zeigte.
Die Malchiner Drehleiter ist jetzt 28 Jahre alt, mit einem neuen Fahrzeug rechnen die Kameraden frühestens im nächst
Die Malchiner Drehleiter ist jetzt 28 Jahre alt, mit einem neuen Fahrzeug rechnen die Kameraden frühestens im nächsten Jahr. Simon Voigt
Hilfeleistungen bei Unfällen, wie bei diesem im September am Malchiner Schratweg, sind mittlerweile häufiger als Br&
Hilfeleistungen bei Unfällen, wie bei diesem im September am Malchiner Schratweg, sind mittlerweile häufiger als Brände, zu denen die Feuerwehr gerufen wird. Foto: Torsten Bengelsdorf
Ausgerechnet am ersten Weihnachtsfeiertag ging ein Traktor in Kummerow in Flammen auf.
Ausgerechnet am ersten Weihnachtsfeiertag ging ein Traktor in Kummerow in Flammen auf. Andy Kothe
Malchin ·

War es denn nun lediglich harmloses Backpulver oder war es doch ein bisschen gefährlicher, was da vor einem Jahr aus einem Brief in der Malchiner Post rieselte? „Schade, dass wir das bis heute nicht erfahren haben“, meint Malchins Wehrführer René Giese. Der Einsatz in der Post war einer der ungewöhnlicheren Art im vergangenen Jahr, der beinahe noch ein Großaufgebot von Rettungskräften und Technik ausgelöst hätte. Wenn da nicht zwei Mitarbeiterinnen gewesen wären, die nach dem Fund des Briefes sehr besonnen reagiert hätten.

Vor versammelter Mannschaft ließ Giese am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren, kam dabei auch auf den schlimmsten Einsatz 2019 zu sprechen, als auf der B 104 in der Nähe von Remplin kurz vor Weihnachten eine Frau nur noch tot aus ihrem Auto geborgen werden konnte.

„Im vergangenen Jahr wurden wir zu insgesamt 72 Einsätzen alarmiert. Dies waren 33 Brandeinsätze und 38 Hilfeleistungen sowie eine Einsatzübung“, rechnete Giese vor. Bei den Bränden sind den Kameraden besonders der technische Defekt eines Heizkessels in Duckow, ein Feldbrand bei Basedow oder der Brand eines Traktors am ersten Weihnachtsfeiertag in Kummerow in Erinnerung geblieben.

Dank an die Kameraden für ihre vielen Einsätze

Giese dankte vor allem jenen knapp 20 Kameraden, die fast bei allen Einsätzen beteiligt gewesen seien. Fred Rehberg beispielsweise habe im vergangenen Jahr 41 Einsätze mitgemacht und sei dabei auf über 100 Stunden gekommen. Nach wie vor kritisch sieht der Wehrführer die Ausstattung der Feuerwehr. Das gehe bereits bei der Schutzbekleidung los. Nach dem Schwelbrand im Keller des Kinderhauses in der Blumenstraße zu Beginn dieses Jahres seien beispielsweise sämtliche Reserven aufgebraucht gewesen. Nur dank einer schnellen Reinigung und der Notbeschaffung von fünf Anzügen sehe es jetzt wieder etwas besser aus. „Trotzdem muss im Haushalt der Stadt hierfür eine wesentlich höhere Summe eingeplant werden“, forderte Giese.

Ebenso mahnte er die Erneuerung der Technik an. Seit dem vergangenen Jahr läuft zwar die Ausschreibung für eine neue Drehleiter, mit diesem Fahrzeug sei aber auch erst frühestens im nächsten Jahr zu rechnen. „Nicht nur die Drehleiter ist fast ein Oldtimer, sondern die anderen Fahrzeuge folgen. Ich habe unserem Bürgermeister auch deutlich gemacht, dass wir, um dieses Problem in den Griff zu bekommen, spätestens alle zwei Jahre ein Fahrzeug erneuern müssen“, erklärte Giese.

Problematik der Ausrüstung falsch eingeschätzt

Bürgermeister Axel Müller räumte ein, diese Problematik in den vergangenen Jahren nicht richtig eingeschätzt zu haben. Doch nun scheint die Stadt für ihre Feuerwehr mehr Geld locker machen zu wollen. Dazu sei der Haushaltsentwurf noch einmal komplett umgestellt worden, um noch in diesem Jahr ein neues Löschfahrzeug anzumelden und im kommenden Jahr eine weitere Neubeschaffung auf den Weg zu bringen.

Auch bei notwendigen Arbeiten am Gerätehaus wolle die Stadt künftig großzügiger sein. Die Feuerwehr braucht vor allem mehr Platz in der Fahrzeughalle, es fehlt aber auch an Lagermöglichkeiten für Wechselkleidung. Wehrführer Giese brachte sogar die Möglichkeit eines Neubaus ins Gespräch, wurde darin vom Bürgermeister aber gleich ausgebremst. Müller: „Den Neubau eines Feuerwehrhauses werden wir nicht hinbekommen, zumindest nicht in den nächsten fünf, sechs, sieben Jahren. Das ist nicht realistisch.“

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