Motoball bald in der Speedway-Arena

Malchins "Kobras" verziehen sich nach Teterow

Die Motoballer werden sich mit dem Waldarena-Pächter einfach nicht einig und haben sich offenbar längst für die Speedway-Arena in der Nachbarstadt entschieden. Allerdings geht der Motorsportclub damit auch ein erhebliches Risiko ein.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Fußball auf Motorrädern gilt als schnellste Mannschaftssportart überhaupt. Jetzt haben es die Malchiner „Kobras“
Fußball auf Motorrädern gilt als schnellste Mannschaftssportart überhaupt. Jetzt haben es die Malchiner „Kobras“ eilig, das Spielfeld zu wechseln und in die Teterower Speedway-Arena umzuziehen. Archiv
2
SMS
Malchin.

Besonders gut sind sie nicht aufeinander zu sprechen: Thomas Weggen, Vorstands-Chef des Malchiner Motorsportclubs (MSC) „Kobra“, und Reinhard Hassemer, Veranstalter in Malchins Waldarena, werden – was den Motoball angeht – künftig getrennte Wege gehen. „Wir haben alles versucht, aber uns bleibt jetzt gar keine andere Möglichkeit mehr“, sagt Weggen. Was er meint: Malchins Motoballer werden ihre Heimspiele künftig nicht mehr in der Waldarena austragen, sondern ziehen in die Speedway-Arena nach Teterow um. Anlass für die Entscheidung war am Dienstag ein Brief der Stadt Malchin, bei der die „Kobras“ um Hilfe gebeten hatten. Die Motoballer wollten Hauptpächter der Waldarena werden, nur so sei es möglich, an Fördergelder für dringende Investitionen zu kommen. Doch so einfach geht das nicht, ließ Bürgermeister Axel Müller (CDU) den Klub wissen. Die Stadt habe die Waldarena für 33 Jahre an Hassemers Sohn verpachtet und sehe keinerlei Grund, diesen Vertrag zu beenden.

Dennoch zeigte sich der Bürgermeister am Dienstag erstaunt über die Reaktion des Klub-Chefs. „Wir hatten uns so verabredet, dass der Klub ein Konzept erarbeiten sollte, was alles an dem Platz gemacht werden muss. Doch da ist nichts gekommen“, erklärte Axel Müller.

Auch Reinhard Hassemer nimmt für sich in Anspruch, alles versucht zu haben, die Motoballer in Malchin zu halten. „Ich habe sie nicht verjagt und bin sehr dafür, dass sie in der Waldarena bleiben“, stellt Hassemer klar. Er hatte im Jahr 2003 mit der Stadt einen Pachtvertrag über die Waldarena abgeschlossen, der dann 2011 geändert wurde. Nicht nur, dass sein Sohn Toni nun Hauptpächter wurde, auch wurde eine Klausel aufgenommen, nach der die Waldarena langfristig an den MSC „Kobra“ untervermietet wird. Dieser Untermietvertrag läuft noch bis zum Jahr 2042.

Reinhard Hassemer erklärte inzwischen auch seine Bereitschaft, den Hauptmietvertrag an die „Kobras“ abzutreten. „Bedingung ist, dass wir aber alle anderen Veranstaltungen wie Biker- oder Lkw-Treffen weiter in der Waldarena durchführen können“, so Hassemer. Der „Kobra“-Klubvorstand sei auf dieses Angebot aber gar nicht eingegangen.

Chance auf eine „super-moderne Arena”

Offenbar hat man sich hier längst auf Teterow festgelegt. Thomas Weggen spricht von 300 Euro Stromkosten im Monat, die sein Klub in der Waldarena bezahlen müsse, das würde den MSC auf Dauer kaputt machen.

„In Teterow haben wir die Chance, eine super-moderne Arena zu bekommen“, sagt Weggen. Wenn der Platz hier erst einmal mit Asphalt befestigt ist, könnten die „Kobras“ sogar ein Endspiel der Deutschen Motoball-Meisterschaft in die Region holen. Schon am 22. Juli haben die Malchiner einen Gesprächstermin beim Teterower „Bergring“-Club, um bei der Nutzung der Speedway-Arena Nägel mit Köpfen zu machen.

Allerdings geht der Malchiner Klub mit seinem Wechsel nach Teterow auch ein erhebliches Risiko ein. Ob die Sponsoren und auch die Motoball-Fans diesen Schritt mitgehen, muss sich nämlich erst noch zeigen. „Wer Motoball sehen will, fährt auch nach Teterow“, ist der Klub-Chef überzeugt. Außerdem gebe es erste Gedanken, so etwas wie einen Fan-Bus zu den sieben Spielen des Jahres zu organisieren. Der Verein werde seinen Sitz in Malchin behalten.

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet