LÄRM, FEINSTAUB, STICKOXIDE

Malchins Silo-Gegner fordern Messstelle vor Getreidelager

Wenn sich der Bau der Silos in Malchin schon nicht verhindern lässt, dann wollen die Anwohner wenigstens wissen, wie hoch die Schadstoff-Belastung ist.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Im Schatten der riesigen Getreidesilos in der hinteren Stavenhagener Straße sollen nun sieben elf Meter hohe Lagersilos entstehen. Dass die Stadtvertreter dem Bau nicht zustimmen, ist für den Landkreis bei der Baugenehmigung nicht entscheidend.
Im Schatten der riesigen Getreidesilos in der hinteren Stavenhagener Straße sollen nun sieben elf Meter hohe Lagersilos entstehen. Dass die Stadtvertreter dem Bau nicht zustimmen, ist für den Landkreis bei der Baugenehmigung nicht entscheidend. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Die Enttäuschung ist groß bei einigen Anwohnern in der Stavenhagener Straße. Obwohl die Stadtvertreter ihre Zustimmung mehrmals verweigert hatten, werden wohl im hinteren Bereich der Straße in Malchin nun doch sieben Silos errichtet, in denen die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof von Juli bis Oktober Getreide trocknen will. Vertreter des Seenplatten-Landkreises hatten in der vergangenen Woche bei einem Treffen mit Anwohnern deutlich gemacht, dass es trotz der ablehnenden Haltung der Stadt keinen Grund gibt, die Baugenehmigung zu versagen.

„Dabei haben wir doch noch einmal deutlich gemacht, dass diese Silos für uns Anwohner nicht zumutbar sind“, sagt Gerd Engel, der bei dem Treffen mit den Landkreis-Mitarbeitern dabei war. Was den 77 Jahre alten Malchiner nun vor allem ärgert: Die zu erwartenden zusätzlichen Transport-Fahrzeuge seien bisher so gut wie gar nicht berücksichtigt worden, wenn es um Gutachten für die Getreidesilos geht.

Lkw-Verkehr dürfte dort stark zunehmen

„Der Landkreis hat uns mitgeteilt, dass der Lkw-Verkehr für die Baugenehmigung nicht relevant ist“, berichtet Engel. Das würden er und eine ganze Reihe von Anwohnern allerdings ganz anders sehen. „Wir fordern deshalb am Abzweig von der B 104 eine Messstelle für Lärm, Feinstaub und Stickoxide und wir erwarten, dass uns die Stadt dabei unterstützt“, sagt der Malchiner. Es sei schon sehr traurig, dass in diesem Fall die Gesundheit der Anwohner hinter den wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens stehen würde.

In den sieben Silos sollen zwischen Juli und Oktober etwa 10.000 Tonnen Getreide aus dem Umkreis von Malchin eingelagert werden, weshalb auch der Lkw-Verkehr in diesem Bereich enorm zunehmen dürfte. Nach Auskunft von Bürgermeister Axel Müller prüft die Stadt derzeit, ob für die künftigen Silos noch eine andere Zufahrt eingerichtet werden könnte. Das würde allerdings noch dauern. Auch sehe er keine Chance, den Fürstenhofern einen anderen Standort für ihre Getreidesilos schmackhaft zu machen. „Sie lagern hier ja bereits Getreide. Bei einer Verlagerung stünde dann die Frage, was mit diesen Anlagen passiert“, gibt Müller zu bedenken.

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Kommentare (6)

Jetzt mit einem Mal , soll Getreide Feinstaub erzeugen, der gesundheitsschädlich ist? Getreide ist ein weltweites Grundnahrungsmittel, welches auch irgendwo gelagert werden muß. Nun ist Mal Schluss mit diesen grünen Hetzern die hinter jedem Papierschnipsel eine Umweltkatastrophe vermuten.
Wenn mich nicht alles täuscht ,war Malchin schon immer ein großer Getreidelagerbetrieb. Und wenn der modernisieren will sollte man dem nicht entgegen stehen, hängen schließlich auch Arbeitsplätze dran!!!

um den anfallenden LKW Verkehr....lesen, verstehen, Schaum vom Mund wischen, denken, dann kommentieren oder lieber lassen.

Ja und, warum lässt du es dann nicht???

: )

die Errichtung von sieben 11 Meter hohen Türmen, wird das Stadtbild nicht gerade schöner machen. Dabei hätte es Malchin gerade besonder nötig am Stadtbild zu arbeiten. Touristisch eher uninteressant, da laut und nicht gerade hübsch anzusehen, sollte die Stadt doch wenigstens für die Malchiner Bevölkerung erträglich bleiben. Das gesamte Industriegebiet ist einfach zu dicht an die Stadt gebaut worden- dies zurückzudrehen ist unmöglich. So bietet die B104 in Kombination mit der existierenden Industrie eine "interessante" Geräuschkulisse- auch Nachts. Einzig der Wind kommt den Malchiner zugute, der kommt zumeist von Ost und treibt die Emissionen von der Stadt weg.
Ich finde es schade, dass die Bürger nicht selbst über Ihre Stadt bestimmen dürfen.

PS: werden denn durch die neuen Silos überhaupt Arbeitsplätze geschaffen? Schwer vorstellbar- vielleicht eine Stelle als Facilitymanagement?
Dafür 50 bis 100 Familien mehr genervt, sei es durch steigenden Verkehr, verbauten Ausblick, Lärmbelästigung, Luftverschmutzung oder einfach verminderten Eigentumswert.

...ist wohl DAS, was befürchtet wird. Denn die Stavenhagener Straße ist die B104. Und ob nun LKW dort fahren, weil sie zu den neuen Silos wollen, oder einfach nur auf dem Weg woanders hin Malchin durchqueren, kommt für mich auf das Gleiche raus. Also warum denn nicht mit Industrie Arbeitsplätze schaffen und Steuern einnehmen, wenn es am Tourismus hakt? Komisch, dass immer zuerst die mosern, die weder an dem Einen noch dem Anderen interessiert sind. Aber die Immobilie könnte an Wert verlieren.