Nachbarschaftstreit
Mann knüppelt Hunde vor den Augen von Elfjähriger nieder

Eine gebrochene Nase diagnostizierte eine Tierärztin bei einem Hund. Der andere blutete ebenfalls, trug aber keine schwerwiegenden Verletzungen davon.
Eine gebrochene Nase diagnostizierte eine Tierärztin bei einem Hund. Der andere blutete ebenfalls, trug aber keine schwerwiegenden Verletzungen davon.
Shawn Mc Bride

Vor einem Jahr zog eine Familie nach Bristow. Manch Einheimischer begegnete den Neuen mit Ressentiment. Nun mussten die Hunde der Familie leiden.

Als die Polizei auf dem Gutshof in Bristow eintraf, war alles schon vorbei. Die Beamten konnten nur noch eine Anzeige aufnehmen. Wegen Tierquälerei, Nötigung und Beleidigung wird es später ganz nüchtern im Behördendeutsch heißen.

Doch was Shawn McBride den Beamten schilderte, lässt den Puls höher schlagen. Seine elfjährige Tochter war demzufolge mit den beiden Hunden der Familie auf dem Hof am Gutshaus, wo die McBrides seit Längerem wohnen. Da ging ein Nachbar mit seinem Hund vorbei. Daraufhin habe sich der kleine Terrier, der nicht angeleint war, den Passanten genähert. Auf derzeit nicht nachvollziehbare Weise eskalierte die Situation. Der Nachbar begann mit einem Stock, den er mitführte, auf beide Hunde einzuschlagen. Er knüppelte sie vor den Augen des Kindes nieder, bis beide Tiere regungslos am Boden lagen. Dann zog er von dannen. Eine Attacke der beiden Hunde auf den Mann, so dass sich dieser mittels des Knüppels hätte wehren müssen, hatte es laut Polizeibericht nicht gegeben.

Nicht der erste Streit unter Nachbarn

Shawn McBride musste sich zunächst um seine schockierte Tochter kümmern. Dann versorgte er die Hunde. Eine Tierärztin, die beide Tiere am nächsten Tag untersuchte, stellte bei einem eine gebrochene Nase fest. Der andere Hund hatte offenbar durch die Misshandlung keine größeren Verletzungen davongetragen. Aufatmen kann McBride jedoch nicht. Mit dem brutalen Gewaltakt ist für ihn eine Grenze überschritten. Noch ist ungewiss, welche Konsequenzen das nach sich ziehen wird. Aber so einfach hinnehmen könne der Neu-Bristower die Anfeindung nicht.

Dabei ist Shawn McBride völlig schleierhaft, woher die Aversion kommt, mit der ihm begegnet wird. Die Gemeinde war seinerzeit froh, als sie einen Käufer für das Gutshaus fand. Der Neuankömmling war nach eigenen Worten bestrebt, „den Einheimischen mit Freundlichkeit zu begegnen.“ Bei manchen hat das offensichtlich nicht gefruchtet. Ja schlimmer noch scheint er eine entgegengesetzte Reaktion provoziert zu haben. Schon vor einem Jahr hatte es Konfrontationen mit diesem und anderen Nachbarn gegeben, die zu einer Anzeige wegen Sachbeschädigung und Beleidigung führten. Versuche des Bürgermeistern, zu vermitteln und den Konflikt beizulegen, hatten keinen Erfolg. Selbst im Ordnungsamt der Amtsverwaltung Mecklenburgische Schweiz sieht man derzeit keinen Ausweg aus der verkorksten Situation.

Man habe schon daran gedacht, einen erfahrenen Mediator einzuschalten. Die Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass beide Seiten darauf eingehen, macht Gerhard Jackstädt, Fachbereichsleiter Ordnungsverwaltung, deutlich. Das war bisher nicht erfüllt.

Kommentare (7)

... gebrechlich, hüftlahm oder hatte er ein Gipsbein, dass er einen Knüppel dabei hatte? Heute war es ein Knüppel, morgen ein Messer und übermorgen ein Jagdgewehr. Wohin mit der Wut der Armen und Mittellosen: an unschuldigen Tieren und Menschen auslassen ist keine Lösung.

dann fällt mir nur eine Lösung ein. Wenn ich die Familie McBride wäre, dann würde ich das Gutshaus verkaufen und mein Glück woanders suchen. In Bristow werden sie es jedenfalls nicht mehr finden. Soviel steht fest.

Mensch, Herr oder Frau elionore; Sie haben ja tollerweise immer eine Lösung parat! Nur warum soll McBride gleich wegziehen?

Es kommt ein Investor, der kauft das Haus was jahrelang dem Verfall preisgegeben war, wertet damit die Kommune auf, die Kommune ist sinnlose Kosten los und Sie geben einen Holzfäller-Tipp. Wer soll denn das Gutshaus kaufen, nachdem jahrelang schon kein Interessent gefunden wurde? Der Investor würde es sehr, sehr schwer haben, das Haus wieder loszuwerden, weil ein paar Dorfindianer Nachbarn nicht riechen können. Diese Mentalität ist aus längst vergangenen Jahrhunderten bekannt und anscheinend wird in Bristow diese miefige Tradition gepflegt.

Die Hunde können nichts dafür. Einseitige Berichterstattung. Warum ist das so? Beide Seiten anhören und dann Artikel schreiben. Nichtsdestotrotz Tiere mißhandelt man nicht.

Wegziehen wäre wohl das völlig falsche Signal. Warum sollen rechtschaffende Menschen, welche sich ein Zuhause aufbauen möchten vor gewalttätigen Chaoten fliehen. Soweit ist es nun mit unseren Tugenden. Da muss man sich für seine Mitmaschen echt schämen. Ist es Sozialneid, Fremdenfeindlichkeit o.ä.??? Es wäre ein gutes Zeichen für die Anwohner Bristows sich mit den McBrids zu solidarisieren und klarzumachen, dass man kein Verständnis für egal welche Gewaltausbrüche hat. Der Täter gehört, auf alle Fälle hart bestraft.

Gott sei dank bin ich mit meinem Gefühl, dass mit einem solchen Vorschlag etwas xenophobes versteckt wird, nicht allein.