Fluglärm

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Mehr Kampfjets der Luftwaffe heben im Nordosten ab

Die Alarmrotte der Luftwaffe besteht aus zwei Eurofightern. Die Polizei am Himmel über Norddeutschland ist derzeit auf dem Fliegerhorst Laage stationiert. 
Die Alarmrotte der Luftwaffe besteht aus zwei Eurofightern. Die Polizei am Himmel über Norddeutschland ist derzeit auf dem Fliegerhorst Laage stationiert.
Bernd Wüstneck

Für vier Wochen ist die Alarmrotte der Luftwaffe aus Wittmund in Laage stationiert. Deren Jäger nehmen polizeiliche Aufgaben im Luftverkehr wahr. Dafür gelten besondere Regeln.

Der militärische Flugverkehr im Nordosten wird in den nächsten Wochen zunehmen. Das kündigte ein Geschwader-Sprecher an. Neben dem planmäßigen Ausbildungsbetrieb tritt die sogenannte Alarmrotte auf den Plan.

„Die militärische Bezeichnung lautet Quick Reaction Alert und steht für die Luftpolizei“, sagt Stabsfeldwebel Jan Seemann. Er erläutert: „Diese Flugzeuge steigen auf, wenn über dem norddeutschen Luftraum ein nicht identifizierbares Flugobjekt geortet wird. Innerhalb von 15 Minuten nach Auslösung des Alarms müssen die Maschinen bei dem Objekt sein. Das ist sportlich.“

Zu diesem Zweck stehen stets zwei betankte und bewaffnete Maschinen in Bereitschaft. Gleiches gilt für die Piloten. Und zwar an sieben Tagen die Woche, rund um die Uhr. Für die Alarmrotte gilt aus verständlichen Gründen das Nachtflugverbot nicht.

Flugzeuge sind häufig über Funk nicht zu erreichen

Da stellt sich dem Normalbürger allerdings die Frage, was unter einem nicht identifizierten Flugobjekt zu verstehen ist? Der Gedanke an den Besuch Außerirdischer dürfte wegen der höchst geringen Wahrscheinlichkeit einen solchen Aufwand kaum rechtfertigen. Ufo-Jäger will Jan Seemann dann auch lieber der Filmindustrie überlassen. „Doch es kommt immer wieder vor, dass Flugzeuge über Funk nicht zu erreichen sind.

Es gibt auch Fälle, in denen Piloten – meist in Kleinflugzeugen – die Orientierung verloren haben. Dann ist es die Aufgabe der Alarmrotte, Kontakt mit den Flugzeugführern aufzunehmen. Im Bedarfsfall geleiten sie den Flieger zu einem Flugplatz.“

Alarmrotte drängt Flieger aus gesperrtem Luftraum

Neben Aufklärung und Unterstützung gehört zu den polizeilichen Aufgaben nötigenfalls auch, ein Flugzeug aus einem gesperrten Luftraum abzudrängen. Dabei betont der Stabsfeldwebel, dass es sich dabei ausschließlich um die zivile Luftfahrt handelt. Da liegt die Hoheit im nationalen Rahmen. Für die militärische Sicherung des Luftraumes sind die Einsatzkräfte der Nato zuständig.

Die Alarmrotte der Luftwaffe für den norddeutschen Raum wird vom Geschwader 71 gestellt, das in Wittmund stationiert ist. Zurzeit ist die Einheit für voraussichtlich vier Wochen nach Laage verlegt. Am Standort Wittmund wird die Start- und Landebahn erneuert. Eine solche Instandsetzung hatte den Flughafen Laage vor einem Jahr für drei Wochen außer Betrieb gesetzt.