ZEUGEN GESUCHT

Messer-Attacke auf die Malchiner Kirche

Ein 30 Zentimeter langer Dolch steckte in der Tür der St. Johanniskirche. Der Pastor glaubt an einen Dummejungenstreich. Oder gibt es vielleicht doch einen anderen Hintergrund?
Das ist das Messer, das in der Kirchentür steckte und mit dem sich jetzt die Polizei beschäftigt.
Das ist das Messer, das in der Kirchentür steckte und mit dem sich jetzt die Polizei beschäftigt. Torsten Bengelsdorf
In der imposanten Tür am Haupteingang der Malchiner St. Johanniskirche steckte am Sonnabendmorgen der 30 Zentimeter lange
In der imposanten Tür am Haupteingang der Malchiner St. Johanniskirche steckte am Sonnabendmorgen der 30 Zentimeter lange Dolch. Kirsten Gehrke
Malchin.

Den Besuchern der St. Johanniskirche war am Montag der kleine Riss in der Tür des Haupteingangs gar nicht aufgefallen. Und auch die Kirchenaufsicht mochte sich gar nicht so recht vorstellen, was hier am Wochenende passiert war. Pastor Markus Hasenpusch hatte am Sonnabendmorgen eine erschreckende Entdeckung gemacht, die nun auch die Polizei noch nicht so recht deuten kann. Im Türblatt steckte ein 30 Zentimeter langer Dolch mit einer 17 Zentimeter großen Klinge. Ein Messer in der Kirchentür? Was hat das denn nun zu bedeuten?

Pastor Hasenpusch zog am Sonnabend das Messer heraus. „Ich habe überlegt, ob ich erst die Polizei rufe oder zuerst die Taufe mache.“ Er habe sich für die Taufe entschieden und sich dabei auch nichts weiter anmerken lassen. Erst danach verständigte er die Polizei.

Zusammenhang mit Wort am Sonntag?

Die Beamten nahmen dann zu Protokoll, dass das Messer der Marke „Columbia“ in einer Höhe von 1,60  Meter etwa einen Zentimeter tief im Holz der Kirchentür steckte. Bis auf einen kleinen Einstich sei die Tür nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Polizei beziffert den Schaden mit gerade einmal 50 Euro und ermittelt nun wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“.

Doch was hatten der oder die Täter nun mit ihrem Angriff auf die Kirchentür bezweckt? Pastor Markus Hasenpusch hatte gerade am Sonnabend in einem „Wort zum Sonntag“ im Lokalteil des Nordkurier beklagt, dass einem älteren Herren, den in der Schweriner Straße die Kräfte verlassen hatten, zunächst niemand geholfen habe. Leute seien auf Bänken und Stühlen sitzen geblieben. Keiner habe sich gerührt. Hat sich da vielleicht jemand auf den Schlips getreten gefühlt?

Unwahrscheinlich, sagt die Polizei und auch Pastor Hasenpusch hält eine solche Vermutung für eher abwegig. Er gehe eher von einem Dummejungenstreich aus. Doch lässt jemand bei einer solchen Tat aus Übermut dann ein solch großes Messer zurück? Auch da hat der Pastor schon recherchiert. Der Dolch sehe zwar hochwertig aus, sei aber bei Amazon bereits für 17 Euro zu bekommen.

Polizei sucht Zeugen

„Vielleicht lag das Messer irgendwo herum, jemand hat es gefunden und dann hier in die Tür gerammt“, kann sich der Pastor vorstellen. Vielleicht sei derjenige in der Nacht auch nicht mehr ganz allein gewesen. Dass noch etwas Anderes hinter dem Angriff auf die Kirchentür steckt, das könne er sich nicht vorstellen, so der Pastor.

Die Polizei prüft nun unter anderem, ob man mit solch einem Messer überhaupt in der Öffentlichkeit unterwegs sein darf, dazu legt das Waffengesetz strenge Regeln fest. Die Ermittler suchen Zeugen, die in der Nacht zum Sonnabend bis gegen 9 Uhr morgens etwas Auffälliges an der Kirche bemerkt haben. Oder Leute, die jemanden mit solch einem Messer kennen.

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