Moritz Möller will gerade ein Werkteil schweißen. Er ist von der Kreishandwerkerschaft zum besten Azubi aller Gewer
Moritz Möller will gerade ein Werkteil schweißen. Er ist von der Kreishandwerkerschaft zum besten Azubi aller Gewerke ausgezeichnet worden. Nadine Schuldt
Rocco Pieper freut sich, dass Moritz Möller bei den Prüfungen sehr gut abgeschnitten hat.
Chef Rocco Pieper freut sich, dass Moritz Möller bei den Prüfungen sehr gut abgeschnitten hat. Nadine Schuldt
Handwerk

Metallbauer und Motorrad-Fan ist bester Azubi

Ein Faible für den Metallbau hatte Moritz Möller schon als Schüler. Aus seinem Hobby wurde eine Ausbildung. Und es soll noch mehr werden: ein eigener Betrieb.
Groß Wüstenfelde

Moritz Möller hat ein großes Ziel: Er möchte in der Zukunft den Sprung in die Selbständigkeit wagen. Dafür hat er nun das Fundament gelegt. Der Metallbauer wurde von der Kreishandwerkerschaft Güstrow dieses Jahr mit einer Note von 1,8 als bester Azubi aller Gewerke ausgezeichnet.

Zum Thema: Zwei der besten Azubis des Landes kommen aus Dargun

Zuhause und im Praktikum Erfahrungen gesamelt

Das gute Abschneiden kommt nicht von ungefähr. Schließlich hatte Moritz Möller für den Beruf schon etwas Erfahrung mitgebracht. „Ich habe mit 13 Jahren angefangen, mit Metall zu arbeiten“, sagt der junge Mann, der in Prebberede lebt. Sein Vater fahre Motorrad und habe immer viel an den Maschinen herumgeschraubt. Daraus habe sich dann auch sein Faible für die Metallbearbeitung entwickelt, erzählt Möller. In der zehnten Klasse habe er sogar ein Praktikum bei Metallbau Pieper in Groß Wüstenfelde gemacht.

Lesen Sie auch: Metallbaufirma will in Mirow ein Entwicklerzentrum aufbauen

Studium war nichts für ihn

Doch nach dem Abitur 2017 zog es Moritz Möller nicht gleich an die Werkbank. Er besuchte zunächst die Universität Rostock und begann dort ein Studium zum Mechatroniker. Doch schon nach den ersten Monaten sei ihm bewusst geworden, dass er lieber eine Ausbildung machen wolle. „Ich bin eher der Praktiker“, erzählt der junge Mann, der in seiner Freizeit gerne auf dem Darß wandert. Bereits im Herbst 2018 war er als Lehrling bei Metallbau Pieper tätig. Hier habe die Chemie schon während des Praktikums gestimmt, erklärte er. Im ersten Ausbildungsjahr lernte er mit Bohren, Sägen oder Gewindeschneiden die Grundlagen für den Metallbau-Job. Danach wurden die Aufgaben komplexer, kam auch das Schweißen hinzu. „Eine präzise Arbeitsweise ist das A und O im Metallbau“, betont er.

Lernen per Computer

Die Corona-Pandemie brachte ihn nicht „aus dem Konzept“. So war das Arbeiten im Betrieb während dieser Zeit immer noch möglich. Doch die Theorie der Berufsschule wurde über das sogenannte Homeschooling geregelt. „Mit den Aufgaben kam ich gut zurecht“, sagte er mit Blick auf monatelanges „Zuhause-Lernen“. Anderen Lehrlingen sei das Lernen per Computer nicht so leicht gefallen, hätten die Erklärungen des Lehrers gefehlt.

Zwei Tage Arbeit für ein Werkzeug

Schließlich stand Ende Januar 2022 die Abschluss-Prüfung an. „Im theoretischen Teil mussten wir ein Vordach planen, zum Beispiel für eine Bushaltestelle oder öffentliche Plätze.“ Im praktischen Teil musste er dann ein Werkzeug, den Winkelspanner, herstellen. „Wir hatten zwei Tage Zeit dafür.“ Die hätte er für das aus vielen Einzelteilen bestehende Werkzeug auch gebraucht, sagt er über die anspruchsvolle Aufgabe. Er sei froh, dass alles so gut verlief.

Meisterausbildung soll folgen

Moritz Möller blickt nun in die Zukunft. Ende des Jahres oder Anfang kommenden Jahres wolle er mit seiner Meister-Ausbildung beginnen, wie er erklärt. Dafür werde er seine Stelle bei dem Groß Wüstenfelder Betrieb aufgeben, damit er sich voll auf diese Ausbildung konzentrieren könne. Spätestens nach neun Monaten wolle er fertig sei. Dann wolle er noch Erfahrung in einem anderen Betrieb sammeln, bevor er den Schritt in die Selbständigkeit wagt. Hierbei wolle er am liebsten im Zweirad-Bereich tätig sein. Kein Wunder, fährt er doch selbst gern Motorrad und stellt in seiner Freizeit Motorradteile wie beispielsweise Schutzbleche her.

So liefen die Prüfungen der jungen Handwerker

Bei der Kreishandwerkerschaft waren dieses Jahr 62 Lehrlinge in den Gewerken Dachdecker, Fahrzeuglackierer, Tischler, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Elektroniker und Anlagenmechaniker zur Prüfung zugelassen. Davon haben 51 die Prüfung bestanden. 6 Azubis erreichten die Note „gut“, 33 fanden auf ihren Zeugnissen das Prädikat „befriedigend“ und 12-Mal stand ein „ausreichend“ auf dem Gesellenbrief. Elf Lehrlinge schafften die Prüfung nicht.

zur Homepage