Irene Lange und Seniorenheim-Einrichtungsleiter Ronald Hinkelmann testeten die Rikscha, die von Reinhold Mühlich gefahren
Irene Lange und Seniorenheim-Einrichtungsleiter Ronald Hinkelmann testeten die Rikscha, die von Reinhold Mühlich gefahren wurde. DRK-Seniorenzentrum
Reinhold und Katharina Mühlich sind zwei von fünf Rikscha-Piloten in Krakow am See.
Reinhold und Katharina Mühlich sind zwei von fünf Rikscha-Piloten in Krakow am See. Nadine Schuldt
Besonderer Ausflug

Mit der Rikscha bald eine tolle Zeit in Teterow haben

Manch ein Senior, der nicht mehr gut zu Fuß ist, darf bald wieder leichter in Teterow unterwegs sein. Ein spezielles Fahrrad soll es möglich machen.
Teterow

Teterower könnten im neuen Jahr häufiger eine „Rikscha“ im Stadtbild sehen. „Wir haben eine Förderung erhalten und konnten uns ein zweites Exemplar zulegen, welches für längere Zeit ausgeliehen werden könnte“, sagt Reinhold Mühlich, Vorstandsmitglied vom „Radeln ohne Alter“-Verein in Krakow am See.

Mühlich stellte die Rikscha – ein spezielles Fahrrad, um Passagiere mitnehmen zu können – im August im DRK-Seniorenheim Teterow vor und landete einen Volltreffer. Für die rund einstündige Tour, die er in den Spätsommer- und Herbstmonaten montags jeweils zwei Mal anbot, gab es bei den Heim-Bewohnern ziemlich schnell eine Warteliste. Kein Wunder, führte die Rikscha-Tour doch zu vielen beliebten Orten wie der Stadtmühle, dem Stadtpark, dem Bahnhof, der Malchiner und Rostocker Straße. Zudem wurde stets ein Zwischenstopp im einstigen Café am Markt oder im Eisgarten Grimm eingelegt. Im Café oder im Eisgarten hätten die Betreiber den Fahrgästen dann kostenlos Kaffee oder ein Eis ausgegeben. „Das hat mich sehr gerührt“, sagt Reinhold Mühlich.

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Mitmacher dringend gesucht

Er würde sich freuen, wenn sich nun noch der eine oder andere Mitarbeiter im DRK-Seniorenheim oder auch ein anderer Teterower bereit erkläre, sich zu einem Rikscha-Fahrer ausbilden zu lassen. Dieser „Fahrer-Pool“ könnte dann als Außenstelle des Vereins fungieren und später gegebenenfalls ein eigenständiger Verein werden. So könnte das Rikscha-Angebot noch häufiger in Teterow an der Tagesordnung sein.

Bislang ergreift in der Bergringstadt nur Grit Schmelzer die Chance und will eine Ausbildung zur „Rikscha-Pilotin“ machen. „Es ist ein ganz tolles Projekt, weil es Menschen aus der Einsamkeit holt und ihnen eine tolle Zeit schenkt“, erklärt die Teterowerin. Auch Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, kommen mit dem Projekt mal raus und erleben schöne Momente. Sie hatte das Projekt vor einiger Zeit in Krakow am See entdeckt und nach Teterow, zum DRK-Seniorenheim, geholt. Bei der Vorstellung im August habe sie selbst an einer Probenfahrt teilgenommen und miterlebt, welch schöne Erinnerungen das bei den älteren Leuten weckt. „Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie sich die Menschen freuen“, sagt Grit Schmelzer.

Da braucht es schon Übung, um damit zu fahren

Damit sie die Menschen mit der Rikscha künftig sicher durch Teterows Straßen fahren kann, erhält sie eine umfassende Einweisung. Die ist wichtig. Schließlich können mit dem rund 9000 Euro teuren originellen Gefährt zwei Personen mit einem Gesamtgewicht von maximal 160 Kilogramm befördert werden. „Die Rikscha hat auch einen E-Motor, der mich beim Fahren unterstützt“, erklärt sie.

Erfahrungsgemäß brauche man etwa fünf Übungseinheiten à zwei Stunden, bis man die Rikscha sicher fahren könne, ergänzt Mühlich. Im Jahr 2021 sei das spezielle Fahrrad rund 150 Mal im Einsatz und bereits zwei Mal in der Werkstatt gewesen. „Der Verein würde sich über Spenden freuen, damit die Rikschas noch lange fahren und vielen Senioren eine Freude bereiten können“, sagt Mühlich.

Spendenkonto:

Reinhold Mühlich Radeln ohne Alter Krakow am See e.V., IBAN: DE42 1305 0000 0201 1076 60 OstseeSparkasse Rostock

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