Drohende Zwangsfusion
Mit Finkenthal steht und fällt das Amt Gnoien

Der Verkehr rauscht an Finkenthal vorbei. Doch in politischer Hinsicht steht das kleine Dorf derzeit im Brennpunkt. Hier könnte sich die Zukunft des gesamten Amtes Gnoien entscheiden. (Archivbild)
Der Verkehr rauscht an Finkenthal vorbei. Doch in politischer Hinsicht steht das kleine Dorf derzeit im Brennpunkt. Hier könnte sich die Zukunft des gesamten Amtes Gnoien entscheiden. (Archivbild)
Eberhard Rogmann

Finkenthal widersetzt sich jeglichen Offerten zu einer Gemeindefusion. Dabei hängt daran der Fortbestand des Amtes Gnoien und ein Ultimatum des Innenministeriums läuft bald ab.

Dem Amt Gnoien schlägt die Schicksalsstunde. Ihm droht ein von Schwerin angeordneter Zwangsanschluss ans Amt Tessin, weil die Einwohnerzahl unter die Marke von 6000 fiel. Einzige Möglichkeit, dies abzuwenden, wäre, dass die Anzahl der Gemeinden auf drei, höchstens vier reduziert wird. Mit zwei Gemeindefusionen stehen die sieben Kommunen kurz davor, diese Bedingung zu erfüllen. Allein es fehlt der letzte Schritt. Dazu müsste sich Finkenthal zu einer Fusion mit irgendeiner der anderen Gemeinden entschließen.

Gnoiens Bürgermeister Lars Schwarz appellierte im Amtsausschuss am Mittwochabend eindringlich, diese letzte Chance nicht verstreichen zu lassen. Offen bezichtigte er einige Kollegen, in dieser Angelegenheit zu zocken. Die Haltung, es würde „schon nicht so schlimm kommen” und „vor einer Kommunalwahl sowieso nicht” hält er für ein realitätsfremdes Vabanquespiel. Schwarz räumte andererseits ein, dass man auf die Gemeinde keinen Druck ausüben könne. Das würde den Widerstand nur verfestigen.

Den einzig praktikablen Weg sehen die Ausschussmitglieder darin, die Gemeinde zu überzeugen, dass die Fusion die für alle beste Option sei. Das ist ein Wettlauf gegen die Uhr, denn die allerletzte Frist endet am 28. März. Amtsvorsteher Torsten Schörner benannte die Konsequenz, falls das nicht gelingt: Schwerin könnte noch in diesem Jahr den Anschluss des Amtes an Tessin anordnen.