SCHWERE VORWÜRFE

Mobbing auf Schulhöfen in Teterow und Gnoien?

Schule kann ein Ort des Leidens sein. Das liegt nicht unbedingt an unverständlichen Matheaufgaben oder ödem Pauken von Vokabeln. Für manche Kinder kann das soziale Umfeld zur Hölle werden.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Pausengetümmel auf dem Schulhof. Doch unter der Oberfläche kann es  manchmal höchst brisant zugehen.
Pausengetümmel auf dem Schulhof. Doch unter der Oberfläche kann es manchmal höchst brisant zugehen. Eberhard Rogmann
Teterow.

Die Schilderung einer Mutter, deren Kind die Johann Wolfgang von Goethe-Schule in Gnoien besucht, klingt haarsträubend. Der Achtjährige wird demnach von einem Mitschüler regelrecht terrorisiert. „Er wurde bespuckt, gewürgt, geschlagen, einmal sogar mit einer Schere bedroht“, berichtet die Frau, die zum Schutz ihrer Kinder anonym bleiben möchte. Mehrfach hatte sie sich an die Klassenleiterin gewandt und auf die Drangsalierung aufmerksam gemacht. „Doch ich gewann den Eindruck, dass sie das Problem verharmlost. Wenn der Junge sich von anderen bedrängt fühlt, so hieß es, sollte er sich bei der Hofaufsicht aufhalten“, resümiert die Frau.

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Im Herbst blieb das Kind längere Zeit der Schule fern. Wieder in seiner Klasse sei der Junge am ersten Tag erneut gemobbt worden. Wie er zu Hause berichtete, wurde er geschubst und zu Boden geworfen. Für die Mutter war das Maß voll. Sie hat die Konsequenz gezogen und ihren Sohn in eine Schule auf dem Land umgeschult. Dem Kind sei das nicht leichtgefallen, da es auf seine Freunde verzichten muss, die es zum Teil schon aus der Kita kennt. „Doch ich hatte keine Wahl, denn es geht um das Wohl meines Kindes, das die Schule nicht gewährleisten kann“, begründet die Mutter ihre Entscheidung.

Schulen verweisen auf das Schulamt

Ein Einzelfall? Keine 24 Stunden nach dem Gespräch mit der Gnoienerin meldet sich eine Mutter aus Teterow in der Nordkurier-Redaktion. Sie schildert ähnliche Vorkommnisse an der Regionalschule Ost. Dort werde ihre Tochter seit Monaten schwer gemobbt. Manchmal habe der ältere Bruder seine Schwester beschützen können, doch gebessert habe sich die Lage nicht. Im Gegenteil – die Tochter sei mittlerweile „psychisch am Ende und komplett neben der Spur“. Ihre Gespräche in der Schule blieben folgenlos.

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„Zuerst hieß es, das Mädchen sei völlig unauffällig, später sie habe Streit angefangen. Die Tragweite dessen, was da abgeht, wird schlicht in Abrede gestellt“, berichtet die Mutter. Sie habe mittlerweile eine Anwältin konsultiert und werde Anzeige bei der Polizei stellen.

Nachfragen bei den betreffenden Schulen werden mit Hinweis an das Schulamt kategorisch abgeblockt. Von der Behörde in Rostock lautet die Antwort, dass man „aus aus Datenschutzgründen“ keine Auskunft geben könne. Die Sprecherin des Bildungsministeriums versichert, dass es strenge Kriterien gebe, wie im Fall von Mobbing zu verfahren sei. Da die Schilderung des Sachverhalts auf einer mündlichen Aussage der Erziehungsberechtigten beruhe, könne keine Bearbeitung des Einzelfalls erfolgen. „Sollte eine schriftliche Beschwerde nachgereicht werden, wird der Sachverhalt schulaufsichtlich geklärt“, heißt es abschließend aus Schwerin.

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