MC Bergring und Malchiner Kobras
Motorsportler wollen gemeinsam Nachwuchs heiß machen

Fahrerisches Können stellen junge Sportler in der Teterower Speedway-Arena unter Beweis. Doch der Motorsport hat generell ein Nachwuchsproblem.
Fahrerisches Können stellen junge Sportler in der Teterower Speedway-Arena unter Beweis. Doch der Motorsport hat generell ein Nachwuchsproblem.

Der Motorsport hat in der Mecklenburgischen Schweiz eine ruhmvolle Geschichte. Jetzt machen aber geburtenschwache Jahrgänge und andere Modetrends den Klubs zu schaffen.

Mit dem Handy daddeln hat gewiss seinen Reiz, aber etwas Handfestes ist das Rumwischen auf dem Touchscreen nicht. Power fühlt sich anders an. Bikern kribbelt es schon mächtig in den Händen. Sie warten auf die ersten warmen Frühlingstage, um ihre Maschinen nach der langen Winterpause endlich wieder auf Touren zu bringen. Wer allerdings jünger als 18 Jahre ist, kann ihnen auf den schmucken Krädern nur vom Straßenrand sehnsuchtsvoll hinterher blicken. „Oder er kommt zu uns.“ Das sagen Ronny Schlaak und Robert Wenzlaff. Der eine gehört zum Vorstand des MC Bergring Teterow, der andere ist vom MSC Kobra Malchin. Ihre Vereine haben gerade vereinbart, in der Nachwuchsarbeit eng zu kooperieren.

Beide Städte können auf eine respektable Tradition im Motorsport verweisen. Die Teterower werden 2020 das hundertste Bergringrennen auf ihrer berühmten Grasbahn starten. In Malchin begann vor 50 Jahren der kometenhafte Aufstieg der Motoballer. Im Moment jedoch stehen beide Vereine vor dem gleichen Problem – das Interesse junger Leute für diesen Sport ist verhalten. Heute ist Fußball allgegenwärtig, Motorsport wird im Fernsehen auf die Formel 1 reduziert. Darüber kann man trefflich lamentieren. Doch Schlaak und Wenzlaff setzen lieber gemeinsame Aktionen dagegen, um für ihren Sport zu werben.

Spezielle Maschinen für Schulkinder

„Wir wollen zeigen, wie vielseitig unser Sport ist. Los geht es am 18.  Mai mit dem Tag der offenen Tür in der Speedway-Arena“, kündigt Ronny Schlaak an. Da können Besucher nicht nur das Equipment des Speedway und Motoball ganz aus der Nähe in Augenschein nehmen und mit aktiven Sportlern ins Gespräch kommen. Es wird auch Schauvorführungen in beiden Sportarten geben. „Doch wir gehen noch einen Schritt weiter und wollen Interessenten ermöglichen, selbst mal auf einem Motorrad zu fahren. Sie sollen ein Gefühl für die Technik bekommen, mal erleben, wie es sich anfasst“, sagt Schlaak.

Natürlich werden da keine Rennen gefahren und es gibt entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, versichert er wohlwissend, dass Eltern beim Thema Motorsport besorgt reagieren. Vom Klub werden aus dem Bestand der Jugendsektion deshalb spezielle Maschinen bereitgestellt, die für Kinder im Schulalter geeignet sind.

Robert Wenzlaff ist überzeugt, dass Interesse für den Motorsport in der Region durchaus besteht. „Wir haben natürlich nicht mehr die Jahrgangsstärken wie in den 1960er- und 70er-Jahren. Damit ist es heute schwieriger, an die Kinder und Jugendlichen heranzukommen. Mit gemeinsamen Aktionen versprechen wir uns mehr Erfolg.“ Dabei soll der erwähnte Tag der offenen Tür auf dem Bergring keine Eintagsfliege bleiben. Die Teterower werden ihrerseits den Motoballern in Malchin einen Besuch abstatten. „Mit der Maschine im Oval seine Runden zu ziehen oder nebenher noch einen Ball zu führen und gezielt ins Tor zu schießen, sind zwei ganz verschiedene Dinge. Beide verlangen Geschicklichkeit, Beherrschung der Technik und der ihnen eigenen Regeln“, macht Robert Wenzlaff deutlich. Er und Ronny Schlaak blicken nun erwartungsvoll auf die anstehende Motorsport-Saison.