Malchins Museum ist in der Stadtmühle direkt an der Ostpeene untergebracht. Die Räumlichkeiten nutzt der Verein miet
Malchins Museum ist in der Stadtmühle direkt an der Ostpeene untergebracht. Die Räumlichkeiten nutzt der Verein mietfrei von der Wohnungsgesellschaft, der das Gebäude gehört. Doch die Betriebskosten machen den Museumsfreunden immer mehr zu schaffen.
Hohe Kosten

Muss das Museum in Malchin schließen?

Der Museumsverein kann schon jetzt die Betriebskosten kaum mehr begleichen, eigentlich müsste er Insolvenz anmelden, heißt es.
Malchin

Wer derzeit an der Museums-Tür in Malchin rüttelt, wird enttäuscht: Niemand da, der öffnen könnte. Gleich mehrere Malchin-Besucher, die sich zu den angegebenen Öffnungszeiten, jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr, gern die Malchiner Ausstellungsräume angeschaut hätten, meldeten sich bei der Nordkurier-Redaktion. Wenn die Museumsleute Probleme mit der Besetzung haben, dann könne man das ja verstehen. Aber müsste dann nicht wenigstens ein kleiner Hinweis an der Stadtmühle zu finden sein, dass am Sonntag nun eben doch kein Museumstag in Malchin ist? fragt ein Urlauber aus Dessau.

Der Museums-Vereinsvorsitzende, der vielleicht die Antwort weiß, ist in diesen Ferientagen nicht zu erreichen. Dafür aber Udo Dohms, der zu den Museumsöffnungszeiten mit die Aufsicht führt. „Wir haben leider nicht genug Leute, um jeden Sonntag eine Aufsichtsperson zu stellen“, sagt Dohms. Auch er sei schon im hohen Alter und könne wegen familiärer Sorgen nicht jeden Sonntag für drei Stunden ins Museum. Immerhin wolle er jetzt seine Telefonnummer neben dem Schild mit den Öffnungszeiten hinterlassen. Wenn jemand dann am Sonntag Lust aufs Museum verspürt, würde er auch schnell vorbei kommen.

Betriebskosten nicht mehr tragbar

Die personellen Probleme sind aber längst nicht die einzigen Sorgen, die Malchins Museumsverein derzeit plagen. Vereinsmitglied Christian Skotnik schlug auf der jüngsten Stadtvertretersitzung Alarm. Der Verein könne schon jetzt die Betriebskosten für die Stadtmühle nicht mehr bezahlen, erklärte Skotnik, der für die AfD im Stadtparlament sitzt: „Mit den jetzigen Kosten müssten wir eigentlich Insolvenz anmelden.“ Trotz strenger Sparmaßnahmen und der Schließung des Museums im Winter sei das Guthaben des Vereins kontinuierlich geschmolzen. Skotnik schlug deshalb in der Haushaltsdebatte vor, dass die Stadtvertreter in diesem und im kommenden Jahr auf einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen verzichten und dieses Geld dann den Vereinen zur Verfügung gestellt werde. Konkret sollte es um 3000 Euro im Jahr 2022 und um 5000 Euro für 2023 gehen. Doch da wollten die anderen Fraktionen nicht mitspielen. Sie lehnten den Antrag der AfD-Fraktion ab. UMB-Stadtvertreter Andreas Teggatz hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Wohnungsgesellschaft als Eigentümerin der Stadtmühle dem Museums- und Heimatverein über einen Sponsor-Vertrag jedes Jahr bereits Geld für den Museumsbetrieb überweise.

Zukunft des Museums ungewiss

Skotnik warnte inzwischen: Sollte sich der Museumsverein auflösen, müsste die Stadt die Ausstellungsstücke übernehmen und das würde dann noch teurer werden.

Wie es nun mit dem Museum weitergehen soll, bleibt damit erst einmal unklar. Bürgermeister Axel Müller (CDU) erklärte bisher lediglich, dass Malchin Museumsstadt bleiben müsse. Ob allerdings die Stadtmühle das geeignete Gebäude ist, da scheint es angesichts der immensen Energiekosten mittlerweile einige Zweifel zu geben.

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