Umweltschutz
MV bohrt 100 neue Prüfstellen zur Grundwasser-Überwachung

Agrarminister Till Backhaus (SPD) besuchte am Montag bei Neukalen die Bohrung für eine neue Grundwasser-Messstelle.
Agrarminister Till Backhaus (SPD) besuchte am Montag bei Neukalen die Bohrung für eine neue Grundwasser-Messstelle.
Bernd Wüstneck

Das Netz mit Grundwassermessstellen hat in MV deutliche Lücken. Ein 20 Meter tiefer Prüfpunkt im Erdreich bei Neukalen soll als einer von 100 neuen helfen, die zu schließen.

Der Neukalener Ortsteil Warsow in der Mecklenburgischen Schweiz bekommt die erste von 31 neuen Grundwassermessstellen, die im Landkreis Seenplatte gebaut werden sollen. Landesweit sollen 100 zusätzliche Messstellen entstehen, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag bei einem Vororttermin.

Ziel ist es, das Netz der Prüfstellen zu erhöhen, um mehr und genauere Daten über den Zustand des Grundwassers zu bekommen. Denn diese Messstellen sind bisher sehr ungleich über das Land verteilt.

Auch Mikroplastik erkennen

Die Bohrung bei Warsow reicht etwa 20 Meter tief in das Erdreich hinein. Dort werde das Wasser aus der obersten Grundwasserschicht entnommen, um schnell feststellen zu können, in welchem Maß Einträge vorhanden sind.

Geschaut wird nach Nitraten und anderen Nährstoffen, aber auch auf Medikamente und Mikroplastik, erläuterte Christoph Linke, Leiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Seenplatte. Das Trinkwasser werde erst in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern entnommen.

Den Kummerower See im Blick

Mit der Warsower Prüfstelle soll das StALU ein Zulaufgebiet in Richtung Kummerower See überwachen. Weitere Messpunkte sind am Kummerower See in Leuschentin und Metschow vorgesehen.

Auch in Liepen bei Gielow soll in der Zukunft gebohrt werden. Das Nitratmessnetz diene aber nicht zur Überwachung angrenzender Ackerflächen, hieß es.