So, wie auf diesem Gemälde soll es einmal ausgesehen haben – das Schloss von Gnoien. Doch inwieweit der Künstl
So, wie auf diesem Gemälde soll es einmal ausgesehen haben – das Schloss von Gnoien. Doch inwieweit der Künstler hier doch mehr seiner Fantasie freien Lauf ließ, ist nicht bekannt. Repro: Torsten Bengelsdorf
Diese Ansicht der Stadt Gnoien mit der Warbel im Vordergrund, der Stadtkirche und dem Schlossbau im hinteren Teil ist aus dem
Diese Ansicht der Stadt Gnoien mit der Warbel im Vordergrund, der Stadtkirche und dem Schlossbau im hinteren Teil ist aus dem 16. Jahrhundert überliefert. Repro: Torsten Bengelsdorf
Bei Nachtwanderung

Mysteriöse Schlossgeschichte – Gnoiener suchen Prachtbau

In Gnoien soll einmal ein prächtiger Bau gestanden haben, über den heute kaum noch etwas bekannt ist. Wo genau das Schloss zu finden war, wird bald verraten.
Gnoien

Selbst ältere Gnoiener, die sich in der Geschichte der Stadt ganz gut auskennen, müssen bei dieser Frage passen: Wo hat denn nun genau in der Stadt einmal das legendäre Gnoiener Schloss gestanden? Und hat es diesen Prachtbau denn überhaupt wirklich gegeben? Heute mag man es sich kaum noch vorstellen können. Doch die Stadt im Warbelbogen hatte vor langer, langer Zeit tatsächlich einen solch ehrwürdigen Bau.

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Davon ist Steffen Maeting vom Gnoiener Heimatverein überzeugt. Er berichtet von einer Chronik aus dem Jahr 1855, in der sehr detailreich aus noch älteren Akten über das Bauwerk berichtet wird. Doch schon die Frage, ob es sich nun um ein Schloss oder vielleicht doch eher um eine Burg handelte, lässt sich nicht mehr klar beantworten.

Vielleicht war es eine Art Wasserschloss, für das ein Zufluss von der Warbel angelegt worden war. Entstanden sein dürfte der Bau um das Jahr 1275, gesichert ist dagegen, dass das Gnoiener Schloss beim großen Stadtbrand von 1522 völlig zerstört und leider nie wieder aufgebaut wurde.

Am letzten Juni-Wochenende können sich Gnoiener und Gäste der Stadt nun erstmals auf den Weg zum Standort der alten Schlossanlage im äußersten Nordosten der Stadt machen. Möglich macht es die diesjährige Kultur-Nachtwanderung, die nach zwei Jahren Corona-bedingter Zwangspause erstmals wieder stattfindet, allerdings ganz anders als man die Kunstaktion aus den vergangenen Jahren kannte.

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„In den ziemlich kleinen Räumen wie dem Rathaussaal und dem Café am Markt wollen wir uns diesmal noch nicht wieder treffen. Deshalb zieht es uns hinaus in die Stadt. Es wird aber wie gewohnt wieder vier Stationen auf unserer Wanderung geben“, sagt Beate Kraekel, die bei der Organisation des Abends den Hut auf hat.

Treffpunkt wird am Sonnabend, dem 25. Juni, um 19 Uhr der Netto-Parkplatz sein. Von hier geht es mit Klaus Labsch ins Haferland, um auf der ersten Wanderstation fast schon vergessene Wege übers Land zu erkunden. Einer dieser Wege dürfte dann auch zum Schloss führen.

Doch ist von dem einst stolzen Renaissancebau denn heute gar nichts mehr erhalten? Das wird eine der Fragen sein, die Steffen Maeting bei der Kulturwanderung am 25. Juni am Schlossstandort beantworten wird. Interessant dürfte auch sein, warum ausgerechnet der Nordostteil der Stadt für den damaligen Burgvogt so sehr von Bedeutung war.

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Wie das Schloss einmal ausgesehen haben könnte, darüber geben zwei Ansichten Auskunft. Eine stammt aus dem 16. Jahrhundert, die andere Ansicht ist ein Gemälde jüngeren Datums, das allerdings auch immer wieder für Skepsis sorgt. Die abgebildeten Personen tragen nämlich Kleidung, die eher an die Mode des 19. Jahrhunderts erinnert.

Nach dem Schloss-Besuch führt die Kulturnachtwanderung dann weiter zur Kirche vorbei an verschiedenen Schaufenstern in der Innenstadt, in denen Künstler aus Gnoien und Umgebung einige ihrer Werke zeigen werden. In der Kirche ist dann eine kleine Nachtmusik mit Kirchen- und Posaunenchor, Solisten und Orgel zu erleben. Letzte Station der Nachtwanderung wird die Kulturbörse sein, wo das Café unter dem Sternenhimmel, aber auch das Museum geöffnet hat und bei Straßenmusik auch getanzt werden kann.

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