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Nach A20-Desaster wird Behelfsbrücke für Dargun geprüft

Auf der im Moor versunkenen A 20 beginnen am Montag die Gründungsarbeiten für die Behelfsbrücke, über die noch in diesem Jahr der Verkehr rollen soll. Wie viele Autofahrer künftig die B 110 über Dargun als Ausweichstrecke wählen, ist noch ungewiss.
Auf der im Moor versunkenen A 20 beginnen am Montag die Gründungsarbeiten für die Behelfsbrücke, über die noch in diesem Jahr der Verkehr rollen soll. Wie viele Autofahrer künftig die B 110 über Dargun als Ausweichstrecke wählen, ist noch ungewiss.
Stefan Sauer

Die abgesackte A20 bei Tribsees hat Auswirkungen bis nach Gnoien, Demmin und Dargun - sogar eine unverhoffte Behelfsbrücke ist in der Diskussion. Eine Expertin sagt: Das Loch in der Autobahn wäre vermeidbar gewesen.

Das A-20-Loch bei Tribsees könnte jetzt auch Dargun unerwartet eine Behelfsbrücke bescheren. Es würden alle verschiedenen Varianten geprüft, um die B 110 als eine mögliche Ausweichstrecke für den Autobahnverkehr so durchlässig wie möglich zu machen, teilte Darguns Bürgermeister Sirko Wellnitz (WVD) nach einem Gespräch mit dem Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr mit.

Besonders würden sich die Verkehrsplaner dabei Gedanken über die nur noch einspurig befahrbare Brücke über den Röcknitzbach an der westlichen Darguner Stadtausfahrt machen. Solange das A-20-Problem nicht geklärt ist, kommt ein Neubau der Brücke offenbar nicht infrage. Eine mögliche Variante sei allerdings eine Behelfsbrücke, über die der Verkehr dann wieder zweispurig über den Bach kommen könnte.

Gnoien und Demmin sind gelassener

Allerdings ist für das Landesamt derzeit noch schwer abzuschätzen, wie viele Reisende von der A20 künftig tatsächlich über die B110 ausweichen. Dargun ist bisher auch die einzige Stadt, die sich wegen des A-20-Verkehrs Sorgen macht. In Gnoien und Demmin sieht man die mögliche Ausweichstrecke weitaus gelassener.

Mörtelsäulen hätten nie zum Einsatz kommen dürfen

Das Desaster an der A20 wäre aus Sicht von Dr.  Christina Fähnrich vermeidbar gewesen. „Moore sind überwindbar. Aber nicht, wenn man so unbedarft vorgeht wie beim Bau an der Trebel.“ Die promovierte Ingenieurin und langjährige Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbands Teterower Peene weiß, wie Moore ticken und wie ihnen beizukommen ist. Sie selbst war an der Planung der A20 beteiligt, allerdings auf dem Abschnitt Tessin/Bad Sülze.

Die Renaturierung der Trebelniederung als Ursache des A-20-Desasters schließt sie aus. Davon sei nur eine Bodenschicht von einem bis anderthalb Metern betroffen gewesen. Das darunter liegende Torfmoor erstreckt sich noch zwölf Meter weiter in die Tiefe. Die oberste Schicht spiele für die Tragfähigkeit keine Rolle. Auch das Argument, das Moor fließe, ist in Fähnrichs Augen nicht stichhaltig. „Das assoziiert falsche Vorstellungen. Das Moor steht seit Jahrhunderten am gleichen Fleck. Es wird durchströmt, aber von einer sehr, sehr langsamen Bewegung.“

Aus ihrer Sicht hätte die Technologie der Mörtelsäulen nie zum Einsatz kommen dürfen. Eine seriöse Alternative sieht die Fachfrau in einer schwimmenden Gründung der Autobahnbrücke. Diese Technologie habe schon bei dem Brückenschlag über die Trebel zwischen Nehringen und Klein Methling auf der Agenda gestanden. Sie war damals aber nicht zur Ausführung gekommen.