Ein zweiter Mordaufruf gegen Malchins AfD-Fraktions-Chef tauchte in dieser Woche auf diesem Verkehrsschild an der Kreuzung Sch
Ein zweiter Mordaufruf gegen Malchins AfD-Fraktions-Chef tauchte in dieser Woche auf diesem Verkehrsschild an der Kreuzung Schratweg/Warener Straße auf. Auch wenn die Schrift nur klein ausfällt, löst sie doch nun viel Aufsehen auf. Torsten Bengelsdorf
Bedrohung

Nach erneutem Mordaufruf gegen AfD-Mann ermittelt der Staatsschutz

Die selben Worte, die gleiche Schrift: „Tötet Kelm” war Anfang August auf einem Plakat in der Stadt zu lesen, nun wurde damit auch noch ein Verkehrsschild bekritzelt.
Malchin

Beim ersten Mal hätte man vielleicht noch an einen üblen und äußerst geschmacklosen Schabernack denken können, als in ziemlich kleiner Schrift auf der Rückseite eines Plakates Erschreckendes zu lesen war: „Tötet Kelm“ stand da am Rande eines Parkplatzes in der Malchiner Poststraße geschrieben. Die Aufregung legte sich schnell wieder. Wer sollte denn Engelhardt Kelm, der in der Malchiner Stadtvertretung die AfD-Fraktion anführt, nach dem Leben trachten, fragte sich manch Malchiner ungläubig. Doch nun ist der Mordaufruf auch noch an einer anderen Stelle in der Stadt zu sehen: an einem Verkehrsschild an der Kreuzung Warener Straße/Schratweg. Die gleichen Worte, die gleiche Schrift. Wie ernst muss man diesen Aufruf nun nehmen?

Liegt besondere Gefährdung vor?

Bei der Polizei befasst sich mittlerweile der Staatsschutz mit dem Tötungsaufruf. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft sei ein Ermittlungsverfahren wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten eröffnet worden, teilte das Neubrandenburger Polizeipräsidium am Donnerstag auf Nachfrage mit. Auch die Ermittler haben bereits Kenntnis von dem zweiten Schriftzug, den eine Malchinerin in dieser Woche zuerst entdeckt hatte. In beiden Fällen handele es sich jetzt um laufende Ermittlungsverfahren, weshalb zu möglichen bereits vorliegenden Ergebnissen noch keine Aussagen getroffen werden könnten, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums am Donnerstag wissen ließ.

Sieht die Polizei denn den Malchiner AfD-Mann nun besonders gefährdet? Das Präsidium antwortet darauf so: „Mit dem Hintergrund der Aussage des Öffentlichen Aufforderns zu Straftaten gehen immer Rechtsgutsverletzungen einher, die im Sinne polizeilicher Aufgabenerfüllung konsequent verfolgt/aufgeklärt werden. Eine grundlegende Gefährdung liegt zumindest latent in der konkreten Aufforderung der vorliegenden Straftat.“

Maßnahmen zur Sicherheit ergriffen

Etwas verständlicher fällt die Auskunft zu Schutzmaßnahmen für den AfD-Fraktionsvorsitzenden aus: Es würden Maßnahmen zu seiner Sicherheit ergriffen beziehungsweise durchgeführt. Wie genau die aussehen, da lässt sich die Polizei aus einsatztaktischen Gründen allerdings nicht in die Karten schauen.

Und was sagt der Betroffene nun selbst? „Man muss ja nun eigentlich schon durch die Stadt gehen, um zu sehen, ob diese Drohung noch irgendwo auftaucht“, erklärt Engelhardt Kelm. Angst habe er nicht. Er glaube, dass die Polizei die Angelegenheit ernst nehme. Und er habe auch eine Vermutung, wer hinter den Todesdrohungen stecken könnte. Doch dazu wolle er sich nicht öffentlich äußern. Nur soviel: Der Malchiner verweist auf seine großformatigen Wahlplakate im vergangenen Jahr zur Landtagswahl, von denen einige im Stadtgebiet völlig zerstört worden waren. „Doch ein Mordaufruf ist da ja noch eine ganz andere Dimension“, sagt Kelm.

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