Wohin marschiert Darguns Jeckentum? Ins „Deutsche Haus“ darf der Karneval jedenfalls nicht mehr und auch die Turnh
Wohin marschiert Darguns Jeckentum? Ins „Deutsche Haus“ darf der Karneval jedenfalls nicht mehr und auch die Turnhalle bleibt den Narren wohl weiterhin verschlossen. Kirsten Gehrke
Wenn nicht mehr im „Deutschen Haus”, wo kann denn dann in Dargun künftig noch Karneval gefeiert werden, schei
Wenn nicht mehr im „Deutschen Haus”, wo kann denn dann in Dargun künftig noch Karneval gefeiert werden, scheint sich hier das Männerballett des Faschingsvereins zu fragen. Kirsten Gehrke
Narren in Not

Nach Hausverbot – Darguns Narren droht das Aus

Erst das Auftrittsverbot im „Deutschen Haus”, nun will die Stadt Dargun den Karnevalsverein auch nicht in die Turnhalle lassen. Ist der Spaß am Klostersee damit jetzt vorbei?
Dargun

Diese Freude werden sich die Darguner Karnevalisten auf gar keinen Fall verderben lassen: Am 11.11. feiern sie mit dem Start in die neue närrische Saison zugleich auch das 40-jährige Bestehen ihres Vereins. Sie werden das aber auf keinen Fall mehr im „Deutschen Haus“ tun, wo sich die Faschingsleute über viele Jahre vergnügt hatten.

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Stadt findet viele Gründe gegen den Verein

Sämtliche Vermittlungsversuche sind gescheitert, zuletzt hatte sich sogar die Darguner Brauerei bemüht, das Zerwürfnis zwischen dem Gastwirt und der Karnevalstruppe zu kitten – vergeblich. Und nun kommt der nächste Tiefschlag für Darguns Spaßmacher. Ihre Hoffnung, dass die städtische Turnhalle den Karneval am Klostersee retten könnte, hat sich wohl gerade endgültig zerschlagen. Begeistert war die Stadtverwaltung von Beginn an nicht von der Idee, dass die Sporthalle in die Überlegungen für künftige Faschingsauftritte einbezogen wurde. Von Verstößen gegen Baurechtsverordnungen war da die Rede. Und von einer lautstarken Veranstaltung im Wohngebiet – das alles gehe ja gar nicht.

Der empfindliche Boden der baulichen Tatsachen

Doch nun scheinen die Stadtoberen ein Argument gefunden zu haben, das den Fasching endgültig aus der Turnhalle ausschließt. „Der Fußboden ist für solche Veranstaltungen gar nicht ausgelegt. Da reicht es auch nicht aus, irgendwelche Matten darüber zu legen“, machte der Chef des Stadtbauhofes, Ralf Vollmann, auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses deutlich, der sich noch einmal mit dem Antrag der Karnevalisten auf Nutzung der Turnhalle beschäftigte. Die Turnhalle dürfte damit tabu sein für Darguns Narretei, was bei dem Verein nun natürlich gar nicht gut ankommt.

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Große Enttäuschung beim Vereinsvorsitzenden

„Es geht immer nur darum, Ausreden zu finden, warum etwas nicht geht. Ich kenne andere Kommunen, da werden in solchen Fällen alle Hebel in Bewegung gesetzt. In Dargun eben leider nicht“, sagt Karnevalspräsident Stefan Bungenberg. Für die Sause „40 Jahre Karneval“ im November prüfe der Verein gerade die Zeltvariante – ein äußerst teurer Spaß, wie der Präsident einschätzt. Allein für das Aufbauen des Festzeltes würden mehrere Tausend Euro fällig. „Für ein Jahr kriegen wir das vielleicht einmal hin. Aber das kann keine ständige Lösung sein“, steht für Bungenberg fest. Gerade die Kindertanzgruppen würden das ganze Jahr über proben. Die bräuchten dann auch mal eine Bühne, auf der sie zeigen können, was sie gelernt haben.

Wenn auf Dauer keine Lösung für den Verein gefunden werde, müsse man realistisch sein. „Im schlimmsten Fall würde dies die Auflösung des Vereins bedeuten“, macht der Präsident deutlich. In der Stadtvertretung sollen sich nun noch einmal die Fraktionen mit den Sorgen der Jecken befassen. Dass der Spaß am Klostersee nach 40 Jahren ein Ende haben könnte, das wollen die Stadtvertreter nun offenbar auch wieder nicht riskieren.

 

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