Räumung in Salem

Nach Polizei-Einsatz Protest mit rechlichen Mitteln angekündigt

Um die Häuser in zweiter Reihe an der Dorfstraße von Salem wird weiter gestritten. Aber nicht mit der Holzhammer-Methode, wie eine Anwohnerin versichert.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Die Polizei kündigt keine Konsequenzen für die beiden abgeführten Frauen an.
Die Polizei kündigt keine Konsequenzen für die beiden abgeführten Frauen an. Torsten Bengelsdorf
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Salem.

Die Zufahrt zum Bau einer zweiten Häuserreihe an der Salemer Dorfstraße war in der vergangenen Woche erst durch einen Polizei-Einsatz frei geworden. Die Beamten mussten zwei Frauen abführen, die sich dem Fällen von vier Tannenbäumen in den Weg gestellt hatten. Die Salemer Bürger-Initiative (BI) will den Bau der zweiten Häuserreihe unbedingt verhindern – aus Naturschutzgründen, wie die Mitglieder sagen. Allerdings wohl auch, um sich den Blick zum Kummerower See nicht versperren zu lassen.

Wenn es auf der künftigen Baustelle auch derzeit noch ruhig ist, die Empörung bei einigen Anwohnern hat sich offenbar längst noch nicht gelegt. So spricht Renate Hildebrandt von einer „Zwangsenteignung“ und einer „Einschüchterung der ganz besonderen Art“, wenn sie an die Räumaktion denkt. „Ja glauben die Stadtvertreter wirklich, sie können versuchen, mal wieder ohne Einbeziehung der Einwohner des Ortsteiles Salem und insbesondere der von einer etwaigen Bebauung betroffenen Anlieger den fragwürdigen B-Plan mit brachialer Gewalt umsetzen?“, fragt Renate Hildebrandt und kündigt weitere rechtliche Schritte an. Ihrer Ansicht nach hat die Stadtverwaltung den Abgeordneten, die am Bebauungsplan am Salemer Wiesengrund festhalten, keine korrekten Tatsachen auf den Tisch gelegt. Auch dazu seien „Maßnahmen eingeleitet worden“, so die Anwohnerin.

Keine Strafanzeigen gegen Protestanten

Malchins Bürgermeister Axel Müller sieht die Stadtvertreter dagegen über die Vorgänge in Salem gut informiert. „Wir haben ihnen nichts vorenthalten und auch nichts aufgebauscht. Auch zum Streit über die Zuwegung haben wir die Stadtvertreter informiert. Es kann keiner sagen, dass er nicht Bescheid wusste“, weist Müller die Vorwürfe zurück.

Immerhin verspricht Renate Hildebrandt, bei ihrem weiteren Protest den rechtlichen Weg beschreiten zu wollen und nicht mit der „Holzhammer-Methode“ vorzugehen. Daran bestand nach einigen Äußerungen von Mitgliedern der BI zunächst so mancher Zweifel.

Der Polizei-Einsatz vom vergangenen Dienstag wird für die BI keine weiteren Konsequenzen haben, auch nicht für die beiden abgeführten Frauen, von der eine kurzzeitig in Gewahrsam genommen worden war. Strafanzeigen haben die beiden nicht zu befürchten, wie eine Sprecherin der Polizei-Inspektion Neubrandenburg auf Anfrage erklärte. Und auch eine Rechnung für den Polizei-Einsatz wird es nicht geben. „Wir haben nur Amtshilfe geleistet“, so die Polizeisprecherin.