Unsere Themenseiten

:

Nachbarn rebellieren gegen die Fusion im Tourismus

VonTorsten BengelsdorfImmer wieder Verzögerungen und nun soll die gemeinsame Geschäftsstelle der Tourismusverbände auch noch in Röbel bleiben. Dem ...

VonTorsten Bengelsdorf

Immer wieder Verzögerungen und nun soll die gemeinsame Geschäftsstelle der Tourismusverbände auch noch in Röbel bleiben. Dem Fremdenverkehrsverein in Teterow reicht es jetzt.

Teterow/Waren.Eine Liebesheirat sieht anders aus: So toll wie die beiden Tourismusverbände in der Mecklenburgischen Schweiz und an der Seenplatte ihren Verschmelzungsprozess gern nach außen verkaufen, so reibungslos läuft es offenbar ganz und gar nicht. Das meint zumindest der Teterower Fremdenverkehrsverein. Vorstandsmitglied Ajit Albrecht machte seinem Ärger jetzt tüchtig Luft und spricht das aus, was offenbar viele im „Schweiz-Verband“ bewegt: „Ich habe das Gefühl, dass hier mit ganz heißer Nadel gestrickt wird. Die Mecklenburgische Schweiz ist nicht so klein, dass man sie mal so schnell im Vorbeigehen integrieren kann.“
Den Zorn der Teterower hat der Seenplatten-Verband unter anderem mit seiner Entscheidung entfacht, die künftig gemeinsame Geschäftsstelle nun doch in Röbel zu belassen, statt ein neues Büro in Waren zu eröffnen. Die Teterower klagen auch über die ständigen Terminverschiebungen bei der Übernahme des Geschäftsbetriebes durch den Seenplatten-Verband. Zunächst sei der 1. Mai geplant gewesen, dann der 1. Juni und jetzt sei man schon beim 1. Juli angekommen. Dem Schweiz-Verband laufe damit die Zeit davon, alles, was für die Geschäftsübergabe vorbereitet wurde, nun auch nahtlos zu übergeben und damit die Vermarktung der Urlaubsregion auch weiterhin sicherzustellen, heißt es aus dem Teterower Verein. Er sei nicht gegen die Fusion der beiden Verbände, betont Albrecht. „Allerdings ist die ganze Sache noch nicht reif.“
Die amtierende Geschäftsführerin des Seenplatten-Verbandes, Carmen Pralow, begründet die ständigen Verzögerungen damit, dass vor allem immer neue juristische Fragen bei der Fusion auftreten würden. „Ich denke aber, dass beide Seiten gründlich gearbeitet haben.“
Es habe Irritationen gegeben, trotzdem solle man jetzt den gemeinsamen Weg gehen. Etwas Anderes bleibt dem Schweiz-Verband auch nicht übrig. Zum 30. Juni ist bereits die Geschäftsstelle am Malchiner Busbahnhof gekündigt. Zudem verlässt an diesem Tag Geschäftsführerin Christin Hannemann den Verband. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung stimmte denn auch am Dienstagnachmittag im Malchiner Rathaus trotz der Teterower Bedenken dem sogenannten Verschmelzungsvertrag zu. Der regelt, dass der Schweiz-Verband zum 1. Januar 2014 mit der Seenplatte zusammengeht.

Kontakt zum Autor
t.bengelsdorf@nordkurier.de