NOTDIENSTE

Nächster Zahnarzt 50 Kilometer weit weg

Der Notdienst der Zahnärzte ist neu geregelt. Die Bereiche sind jetzt größer. Das heißt, Patienten müssen weite Wege in Kauf nehmen. Die Patienten sind davon gar nicht begeistert.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Die Notdienste bei Zahnärzten sind neu geregelt. Bereiche im ländlichen Raum sind zusammengelegt worden. Das bedeutet bei Za
Die Notdienste bei Zahnärzten sind neu geregelt. Bereiche im ländlichen Raum sind zusammengelegt worden. Das bedeutet bei Zahnschmerzen teils lange Wege – bis zu 50 Kilometer. Julian Stratenschulte
Malchin.

Eigentlich geht kaum jemand gern zum Zahnarzt. Aber wenn der Schmerz zu groß wird, dann bleibt kein anderer Ausweg, auch an Wochenenden nicht. Nach dem Blick auf den Notdienstplan staunte kürzlich ein Malchiner jedoch nicht schlecht. Er sollte bis nach Siedenbollentin fahren, um Hilfe zu bekommen. Das liegt hinter Altentreptow, fast 50 Kilometer entfernt. An anderen Wochenenden hätten für Malchin Zahnärzte in Loitz oder Jarmen Bereitschaft gehabt, an diesem Wochenende einer in Altentreptow. Das sei doch unzumutbar, fand der Malchiner.

Landes-Zahnärztekammer sieht keine andere Lösung

Glücklich ist damit auch die Landes-Zahnärztekammer nicht. Für sie gibt es offenbar momentan jedoch keine andere Lösung. Wie Präsident Professor Dr. Dietmar Oesterreich sagte, sei der Notdienst neu geregelt und Bereiche zusammengelegt worden. Denn immer mehr Stomatologen würden aus Altersgründen ihre Praxis schließen.

Bei den weniger angehenden Zahnärzten würden diese immer mehr Notdienste außerhalb der üblichen Sprechzeiten und somit auch am Wochenende übernehmen müssen. Deshalb habe man den Einzugsbereich vergrößert. Teterow und Gnoien haben zusammen noch ihren eigenen Bereich. Für Malchin, Altentreptow und Demmin wechseln sich indes nun die Mediziner aus allen drei bisherigen kleinen Bereichen ab, also auf dem Gebiet des ehemaligen Landkreises Demmin. Da bleibe es nicht aus, dass Patienten längere Wege in Kauf nehmen müssen. Das sei eine Entwicklung, die auf Menschen im ländlichen Raum noch mehr zukommen wird. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Flächenland.

Die Praxen finden keine jungen Nachfolger

Zunehmend würden in den nächsten Jahren Kollegen in Rente gehen, erklärte der Stavenhagener. Er selbst sei auch schon über 60. Praxis-Nachfolger seien keine zu finden. Wie bei den Ärzten wollen auch junge Zahnärzte nicht aufs Land. Außnahmen sind selten. „Als Kammer beschäftigt uns das sehr“, so Oesterreich. Zwar seien Kommunen sehr offen und bereit, gute Voraussetzungen zu schaffen, die Kammer sei auch im Gespräch mit den Ministerien, um Anreize zu setzen und das Flächenland attraktiver für junge Mediziner zu machen. Das gehe nur mit einer guten Gesundheitspolitik.

Hohe Belastungen für die Zahnärzte auf dem Land

Im ländlichen Raum würden Zahnärzte eine Woche in Bereitschaft sein. An sieben Tagen 24 Stunden Notdienst, das sei nicht ohne. In Rostock hingegen könne täglich der Bereitschaftsdienst gewechselt werden, vergleicht er. Wenn auch Patienten wirklich nur im Notfall kommen, sei es dennoch eine hohe Belastung für die Kollegen auf dem Land.

Deshalb auch seien die Notdienstbereiche größer geworden. Aber die Grenzen der 19 Kreisstellen seien nicht starr festgelegt. So könne ein Patient aus Stavenhagen statt in Loitz auch den Notdienst in Neubrandenburg aufsuchen. Auf der Homepage der Zahnärztekammer stünde, wer Bereitschaft hat. Da könne sich jeder einen Zahnarzt näher an seinem Wohnort suchen.

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