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Neubau löst Freude und Frust aus

Der Abrissbagger in Aktion. Gestern ist das alte Sportlerheim am Malchiner Stadion dem Erdboden gleichgemacht worden. [KT_CREDIT] FOTO: Koch

Von unserem RedaktionsmitgliedIris Diessnerund Thomas KochDas alte Sportlerheim am Malchiner Stadion ist gestern dem Erdboden gleichgemacht ...

Von unserem RedaktionsmitgliedIris Diessner
und Thomas Koch

Das alte Sportlerheim am Malchiner Stadion ist gestern dem Erdboden gleichgemacht worden.

Malchin.Wenn Holger Andrys mal einen Blick auf das Spielfeld des Malchiner Stadions werfen wollte, dann musste er sich schon an den Zaun des Freibad-Spielplatzes stellen. Diesen Weg kann sich der Freibad-Chef jetzt erst mal sparen. Mit schwerem Gerät ist gestern das alte Stadiongebäude dem Erdboden gleichgemacht worden. Andrys und seine Kollegen haben nunmehr direkt von den Becken aus freie Sicht auf das Sportareal. Allzu lange wird sich ihnen diese neue Perspektive allerdings nicht bieten. Sollte das Wetter den Firmen nicht einen gravierenden Strich durch die Rechnung machen, soll Ende April an gleicher Stelle mit dem Bau des neuen Sportlerheimes begonnen werden, sagt Arno Harpeng, Mitarbeiter des Malchiner Bauamtes. Bis Ende des Jahres bekommen die Sportler ein neues Funktionsgebäude. Es soll künftig insgesamt vier Umkleideräume beherbergen, dazu kommen zwei Dusch- und Sanitärbereiche. „Fortan wird es hier problemlos möglich sein, dass beispielsweise im Fußballnachwuchsbereich zwei Spiele gleichzeitig stattfinden können, ohne dass es zu Platzproblemen beim Umkleiden kommt“, sagt Arno Harpeng. Nicht vergessen wurde bei der Planung eine kleine Räumlichkeit, aus der stadionseitig die Versorgung der Zuschauer mit Imbiss und Getränken möglich ist. In Richtung des Malchiner Freibades wird das Dach des neuen Sportlerheimes in einem Winkel von 20 Grad geschrägt sein. „Unser Ziel ist es ja immer noch, das Freibad zu beheizen. Das könnte möglicherweise mit einer Solar- oder Photovoltaikanlage erfolgen, die auf dem Dach des neuen Gebäudes installiert wird“, schaut Arno Harpeng schon mal voraus.
Natürlich freut sich auch Martin Bauer über das neue Stadiongebäude. „Das ist eine Super-Sache für unseren Verein“, sagt der Geschäftsführer vom FSV 1919 Malchin, der im Walter-Block-Stadion seine Punktspiele in der Verbandsliga bestreitet. Mit dem neuen Stadiongebäude verbessere sich auch die sportliche Infrastruktur der Stadt. Allerdings, so ganz ohne Bauchschmerzen sehe er die Sache nicht. „Wir haben in der Zeit des Neubaus einfach keine Umkleidemöglichkeiten am Stadion“, sagt Martin Bauer. Duschen und Toiletten des Peene-Bades könne man zwar nutzen, aber zum Umkleiden fehle der Platz. Beim Training müsse man auf die Traversen ausweichen, bei den Spielen ginge das natürlich nicht. Auf Bitte des Vereins habe es bereits einen Termin mit dem Rathaus gegeben. „Dort erfuhren wir, dass für eine Ausweichvariante keine Gelder eingeplant seien“, so der Geschäftsführer. 3000 Euro würde zum Beispiel ein Container kosten. „Das können wir allein nicht bezahlen“, erklärt Martin Bauer. Auch um Sponsoren habe man sich bemüht, bisher vergeblich.
Von Seiten der Stadt werde erwartet, dass der FSV seine Punktspiele – wie beim Umbau des Stadions – auf dem Kunstrasenplatz absolviert. Aber man wisse schließlich, dass Spiele auf Kunstrasen nicht nur ein höheres Verletzungsrisiko bergen, sondern auch ein Rasenplatz lebe schließlich davon, dass er bespielt wird. Und daran müsste doch allen gelegen sein. „Schade, dass es offensichtlich keine gute Lösung gibt“, meint der Geschäftsführer.