STRAßENBAU

Neue Straße gibt Anlass zu viel Zoff

Größere Bauvorhaben mit mehreren Beteiligten sollten eigentlich untereinander abgestimmt werden. Denkt man. In Dahmen jedoch kochte beim Straßenausbau anscheinend jeder sein eigenes Süppchen.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Höchst unzufrieden sind Dorfbewohner und Kommunalpolitiker in Dahmen darüber, wie das Straßenbauamt Güstrow hier beim Straßenausbau  über ihre Köpfe hinweg waltete.
Höchst unzufrieden sind Dorfbewohner und Kommunalpolitiker in Dahmen darüber, wie das Straßenbauamt Güstrow hier beim Straßenausbau  über ihre Köpfe hinweg waltete. Eberhard Rogmann
Zu erkennen ist die Brücke zwar nicht, aber dennoch ist sie schadhaft. Das zwingt Autofahrer auf der nagelneuen Asphaltstraße auf die Bremse zu gehen.
Zu erkennen ist die Brücke zwar nicht, aber dennoch ist sie schadhaft. Das zwingt Autofahrer auf der nagelneuen Asphaltstraße auf die Bremse zu gehen. Eberhard Rogmann
Kurz nach dem Ende der Bauarbeiten, waren einige Banketten schon wieder aufgerissen.
Kurz nach dem Ende der Bauarbeiten, waren einige Banketten schon wieder aufgerissen. Torsten Bengelsdorf
Dahmen.

Der Frust über die Erneuerung der Landesstraße 20 in Dahmen sitzt tief. Öffentliche Kritik über Mängel und eine unzureichende Koordination der Bauarbeiten übten Dorfbewohner vor der Gemeindevertretung. Doch die Kommunalpolitiker reichen die Beschwerden gleich durch an das Straßenbauamt in Güstrow.

Dessen Planungen laufen an denen der Gemeinde offensichtlich vorbei, konstatiert Ex-Bürgermeister Gerald Klick, der auch dem Vorstand des Bodenordnungsverfahrens angehört. „Als wir den Gehweg entlang der L 20 in Dahmen planten, war von der Erneuerung der Straße durch das SBA noch keine Rede. Die Erhöhung der L20 erfolgte in der Ortslage Dahmen aufgrund des belasteten Asphalts aus DDR-Zeiten, welcher beim Straßenbauamt bei einer Entsorgung zu erhöhten Kosten geführt hätte, die so nicht geplant waren.“

Höher, nasser, enger

Die Straßenbauer hatten den alten Belag nicht abgetragen, sondern eine Bitumenschicht darauf gelegt. Die Verstärkung sei erfolgt, um der Straße eine größere Haltbarkeit zu geben, begründet Ronald Normann, Leiter des Straßenbauamtes Güstrow. Aus seiner Sicht sei damit die Haltbarkeit für die nächsten 20 Jahre gegeben. Durch diesen Aufbau sei die Straße etwa sechs Zentimeter höher geworden, am Rand stellenweise etwas mehr. Nun befürchten etliche Anlieger, dass Regenwasser von der Fahrbahn auf ihre Grundstücke fließt und dort zu Schäden führt.

Für die Entscheidung, die Bustasche im Ort aufzugeben und die Haltestelle direkt am Straßenrad einzurichten, führt der Behördenleiter das geringe Verkehrsaufkommen ins Feld. „Bustaschen bauen wir dort, wo 5000 Fahrzeuge oder mehr  am Tage gezählt werden. Davon ist Dahmen weit entfernt und damit die Notwendigkeit nicht gegeben“, lautet seine Antwort. 

Als einen wahren Schildbürgerstreich sieht man nicht nur in Dahmen den Umstand, dass nach der Erneuerung des Straßenbelags am Mühlenbach die Geschwindigkeit wieder auf 30 km/h gedrosselt wird. „Brückenschäden“ heißt es auf dem Zusatzschild. Wenn diese Straße schon so aufwendig erneuert wird, hätte dann hier nicht gleich die Reparatur erfolgen können? Zumal gleichzeitig an der L 11 zwischen Teterow und Groß Wokern zwei Unterführungen erneuert wurden. Normann räumt ein, dass man daran gedacht habe. „Aber im Gegensatz zur L 11 ist das keine Unterführung, sondern eine Brücke. Für Brücken jedoch ist ein aufwendiges Planverfahren erforderlich.“

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